Die Religion dient häufig als Deckmantel für Taten, welche im Namen der Religion begangen werden, um sie zu überhöhen und ihnen zugleich einen tieferen Sinn und damit letztlich auch Absolution zu verleihen.
Dass sich Terroristen bei ihrem sinnlosen Morden auf eine höhere Instanz wie die Religion berufen, um ihr Handeln zu rechtfertigen, ist bedauerlich, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Islam von seiner Religion solche terroristische Aktionen vom Glauben her weder deckt noch toleriert.
Ist islamistischer Terror ohne Berufung auf die Religion überhaupt denkbar? Wohl kaum. Der Islam hat es im Grunde selbst in der Hand, die Wurzeln des Terrors zu kappen. Er scheut jedoch davor zurück und nimmt damit in Kauf, als Religion durch Terroristen diffamiert zu werden. Dies ist eine sehr befremdende Sicht dieser Glaubensrichtung.
Würde dieser Islam solche Täter im Namen der Religion nach ihrer Tat exkommunizieren oder lediglich mit Exkommnikation bedrohen, wäre ganz schnell Schluss mit bombig!
Blog-Artikel:
Islamistischer Terror hat nichts mit Religion zu tun
»Theodizee« von Gottfried Wilhelm Leibniz - Philosophenwelt-Blog - http://philosophen-welt.blogspot.com
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Philosophenwelt-Blog gewährt Einblicke in die Welt der Philosophie. Dieser Blog bietet Ansichten und Einsichten zum Thema Philosophie. Der Philosophenwelt-Blog ist ein Philosophie Blog und Podcast zu aktuellen, aber auch klassischen Themen der Welt. Der aufklärerische Blog folgt dabei einer Kantschen Devise: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." Immanuel Kant
Samstag, 17. Juni 2017
Mittwoch, 14. Juni 2017
Kunst konfrontiert mit den drängenden Fragen unserer Zeit

In Kassel ist die documenta 14 am Wochenende feierlich eröffnet worden. Die documenta 14 ist die größte zeitgenössische Ausstellung moderner Kusnt. Sie beweist: Kunst ist immer auch ein Kommentar zu der Welt, in der wir leben.
"Künstler und Künstlerinnen konfrontierten die Besucher hier unmittelbar mit den drängenden Fragen unserer Zeit", sagte Kulturstaatssekretärin Monika Grütters bei der Eröffnung der documenta 14.
Es mag tatsächlich sein, daß Kunst mit den drängenden Fragen unserer Zeit konfrontiert. Leider wird das aber nicht zu der Erkenntnis führen, dass es Kunst ist, die Menschen zum Genuß verführt.
Es ist aber durchaus auch die umgekehrte Konstellation möglich, daß Kunst von den drängenden Fragen unserer Zeit ablenkt, denn Kunst ist bekanntlich nur dem Schönen und Wahren gewidmet bzw. verpflichtet. Das Schöne und Wahre hat aber mit der Realität nur weing zu tun.
Kunst kann aber auch mit dem Denken über die drängenden Fragen unserer Zeit konfrontieren. - Wie wäre es da mal mit "Sapere aude" - "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ (Immanuel Kant). Es kann nicht schaden!
Weblinks:
documenta 14 in Athen - www.documenta14.de
documenta 14 - de.wikipedia.org
Blog-Artikel:
documenta 14 in Athen eröffnet
60 Jahre documenta in Kassel
documenta wird international ausgerichtet
Weitere Beiträge getaggt mit documenta
Literatur:

documenta. Mythos und Wirklichkeit von Harald Kimpel
Samstag, 10. Juni 2017
Islamistischer Terror hat nichts mit Religion zu tun

Islamistischer Terror hat einen religiösen Kontext, zieht seine Rechtfertigung aus einem vermeintlich heiligen Krieg gegen Ungläubige. „This is for Allah“ sollen die Attentäter in London gerufen haben. Der selbsternannte Islamische Staat, der regelmäßig die Verantwortung für die schlimmsten Mordtaten übernimmt, versteht sich als religiöse Institution.
Daran ändert auch nichts, dass etliche der Täter zuvor mit ihrem Leben als Kleinkriminelle eine Spur der Gottlosigkeit durch die Gesellschaft gefurcht haben.
Islamistischer Terror hat nichts mit Religion zu tun. Religion wird von den Tätern und Täter-Organisationen gern vorgeschoben, um Gewalt und Krieg zu rechtfertigen. Dabei geht es in diesen Fällen doch immer nur um Geld und Macht. Besser gesagt: Wenn wir uns die Kriege der Vergangenheit oder insbesondere die aktuellen Konflikte im Nahen Osten genauer ansehen, dann wird deutlich, dass es um Rohstoffe und die Hoheit über dieselben geht. Das hat mit Religion nichts zu tun.
Der Terror der Islamisten hat auch nichts mit Religiosität zu tun, aber schon eher mit der Verführung der Religiösen zum Fanatismus im Auftrage des Glaubens. Religiosität dagegen, also das persönliche Leben und Erleben von Religion, ist immer schon besonders wichtig, weil ihr Fehlen zur Verrohung jeder Gesellschaft führt. Terror setzt den Willen zum Bösen voraus. Das erinnert an Schopenhauers Werk »Die Welt als Wille und Vorstellung«.
Der Islam ist ein gutes Beispiel für die Unterwerfung unter dem Willen Gottes. Die Fundamentalisten stecken dabei in der Zwickmühle: Ohne Religion lassen sich keine Jugendlichen rekrutieren und anschließend zum Terror verführen, doch schaden sie mit dem Terror dem Ansehen ihrer Religion, denn viele Menschen sind zu klug und wissen, daß Terror nichts mit Religion zu tun hat.
Daran schließt sich auch die klassische Frage an: „Lieber Gott, warum lässt Du all so etwas zu?“ – die ganz große Theodizee-Frage nach der „Gerechtigkeit Gottes“, über die sich die Theologen und Philosophen immer schon gestritten haben. Dies ist so zu erklären: Das Böse ist eigentlich „nur“ eine Folge der menschlichen Freiheit – und die wiederum hat Gott gewollt. Wer keine Zweifel kennt, der glaubt vielleicht auch nicht richtig.
Eng mit dem Terrorismus verbunden ist - zumindest in der abendländischen Welt - auch die Theodizee-Frage nach der „Gerechtigkeit Gottes“. Konkret geht es um die Frage, warum ein Gott oder Christus das Leiden zulässt, wenn er doch die Omnipotenz („Allmacht“) und den Willen („Güte“) besitzen müsste, das Leiden zu verhindern. Der Begriff théodicée (später deutsch „Theodizee“) geht auf den Philosophen und frühen Vordenker der Aufklärung Gottfried Wilhelm Leibniz zurück.
Man kann die Theodizee als Widerspruch konstruieren, der sich aus der Annahme ergibt, dass es Übel in der Welt gibt und Gott existiert:
Gott existiert und es gibt Übel in der Welt.
Wenn Gott existiert, dann ist Gott allmächtig.
Wenn Gott allmächtig ist, dann kann Gott das Übel verhindern.
Wenn das Übel existiert, dann kann Gott das Übel nicht verhindern.
Wenn Gott existiert und das Übel existiert, dann kann Gott das Übel verhindern und nicht verhindern. (Widerspruch)
Oder: Gott existiert nicht.
Weblink:
Theodizee - de.wikipedia.org
Blog-Artikel:
»Theodizee« von Gottfried Wilhelm Leibniz - Philosophenwelt-Blog - http://philosophen-welt.blogspot.com
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Hegel und die Krise Europas

Hegel hätte sich Europa auf drei verschiedene Weisen denken können bzw. denkend annähern können: als Staatengebilde, in der die Geschichte zur Vernunft gekommen ist als Idee der Freiheit und als Fall der Dialektik. Mit der EU ist Europa zur Freiheit gekommen, bevor die Finanzkrise Europa erschüttert hat und Europa in die Krise geführt hat. Die Krise der EU bildet wiederum die Grundlage der Dialektik für die Synthese zu seiner Überwindung. Mit seiner Dialektik gibt Hegel Europa eine Methode zur Überwindung der Gegensätze zur Hand.
Momentan in der Krise, da Europa von Spaltung bedroht ist, sind Denker gefragt und es eignet sich keiner besser zum Bannerträger der Idee Europas als Hegel. Kerngedanke Hegels von Europa ist die Idee der Freiheit, unter dessen Gesichtspunkt hier Europa zu begreifen ist. Mit Hilfe der Dialektik lassen sich die Gegensätze Europas überwinden. Geschichte wiederholt sich, solange wie die Widersprüche nicht beseitigt sind. Ist das nicht genau die Situation, in der sich Europa heute befindet? Somit ist der Streit die Grundlage für die Synthese zu seiner Überwindung.
Der berühmte Hegel-Schüler Eduard Gans, Jurist, Rechtsphilosoph und Historiker, drückt den Kerngedanken seines Lehrers lapidar so aus: „Die Idee Europas begreifen“. Was ist denn die Idee Europas? Sie ist für Hegel identisch mit der Idee der Freiheit. Die Freiheit ist für Hegel ein dynamischer, dialektischer Prozess. Europa ist ein Kontinent der Freiheit, die sich durch Synthese von Unterschied und Einheit, durch die Harmonie in der Vielfalt ausdrückt.

Für Hegel ist die Geschichte ein Prozeß, der das Kommen der Wahrheit - des Geistes vollbringt. Nach Hegel zeigt sich dieser Geist in der Freiheit, genauer: den Freiheitskämpfen der Menschen. Nur wenn Unterdrückte um ihre Freiheit ringen, unter Umständen sogar ihr Leben dafür geben, kann Geshcichte sich vollzien, Fortschritt sich ereignen.
Die Freiheit als Grundidee Europas stellt aber keinen idyllischen Zustand dar. Ihrem Wesen nach ist sie an die Fähigkeit zum Streit und Widerspruch gebunden. Die Negation mündet jedoch nicht in die Zerstörung, sondern in eine höhere Synthese. Dabei geht es nicht darum, nach Lösungen zu suchen, die den Streit einfach beilegen würden, sondern darum, einen ganz neuen Seinszustand hervorzubringen, in dem der Widerspruch, der Konflikt, wie Hegel sagt, „aufgehoben“ wird.
Hinweis in eigener Sache:
Die zahlreichen Leser dieses Philosophie-Portals sind sich offensichtlich zu schade, ein Buch aus zahlreichen Angebot zu erwerben. Schade eigentlich.
Nachdenken ist die Stärke dieser Leser offensichtlich nicht, denn ansonsten würden sie sicherlich mal darüber nachdenken, wie sich ein solches aufwendiges Portal finanziert.
Durch bloßes Lesen resp. Begaffen der Beiträge mit Sicherheit nicht! Nicht alles im Internet, was es umsonst gibt, ist auch kostenlos. Und wer den durchaus geschätzen Lesern arbeitet heutzutage schon gern umsonst, fragt sich die Redaktion zu recht!
So verschwindet Kultur immer auch durch Nichtunterstützung der kulturell Interessierten. Ansonsten gilt hier die Devise der interessenlosen Anschauung (Kant) und des kauflosen Interesses.
Dankeschön aber auch für Ihre Kantische Sicht auf die Dinge und das Kaufangebot!
Hegels Idee der Freiheit ist dialektisch und agonal. Sie impliziert Streit und Widerspruch. Sie ist keine tote Einheit zwischen dem Einzelnen und dem Allgemeinen. Die starre Unterwerfung des Einzelnen unter das Allgemeine ist die Unfreiheit. Der Konflikt des Verschiedenen ist die Voraussetzung dafür, dass die Versöhnung erreicht wird. Die Freiheit muss erkämpft werden durch Konflikte hindurch. Sie ist nicht einfach gegeben.
Dass das Bewusstsein der Freiheit noch nicht deren Realisierung in der gesellschaftlich-politischen Wirklichkeit bedeutet, wusste Hegel selbst sehr gut. Geschichte mit Hegel als Freiheitsgeschichte zu denken, bedeutet also, die jeweilige politisch-gesellschaftliche Wirklichkeit kritisch vom Begriff der Freiheit und den Realisierungsmöglichkeiten der Freiheit her zu denken.
Weblink:
Es lebe der Streit! - www.faz.net
Georg Wilhelm Friedrich Hegel-Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de
Georg Wilhelm Friedrich Hegel-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de
Samstag, 3. Juni 2017
Hegel und Marx
Hegels Lehre hatte grossen Einfluss auf die Philosophie und Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts, insbes. auf Karl Marx.
Er stellte die idealistische - im Sinne von Platon - Philosophie Hegles vom Kopf "auf die Füße". Er übernahm Hegels Erkenntnismethode und die Ansicht, daß die Geschichte mit ihrem Elend einem dynamischemn Prinzip gehorche, sich nach dem Gesetz des Widerspruches entwickle, sich also dialektisch auf ein bestimmtes Ziel zubewege, doch deutete er die Menschheitsgeschichte radikal anders - ohne Gott, ohne Weltgeist, ganz vom Menschen und vom materiellen Dasein her.
Neben Marx prägte wohl kein anderer Philosoph kritische Theoriebildung so grundsätzlich wie Hegel. In den ausführlichen Hegel-Rezeptionen von Theoretikern wie Georg Lukács, W. I. Lenin oder Theodor W. Adorno, um nur einige zu nennen, firmiert der Idealist nicht selten als „Ergänzung“ zu Marx, oder doch zumindest als der erste kritische Exponent der bürgerlichen Aufklärungsphilosophie, an dem kritische Reflexion zu schulen wäre.
Und in der Tat scheint im Hegelschen Denken bereits eine kritische Tiefendimension manifest, deren Inhalt lediglich mit anderen Vorzeichen zu versehen, das heißt „vom Kopf auf die Füße“ zu stellen wäre: Denn nicht nur, dass mit Hegel das dialektische Denken in systematischer Form auf die historische Bühne tritt, auch die Tatsache, dass er auf einer Wesens-Erscheinungs-Differenzierung insistiert und in der „Phänomenologie des Geistes“ mit einem Substanzbegriff operiert, signalisiert unmittelbar die Nähe zur Marxschen Theorie. Wenn man und frau sich dann noch vergegenwärtigen, dass Hegel in seinen frühen Schriften den Ausdruck der „abstrakten Arbeit“ prägte, könnte beinahe gemeint werden, Hegel sei „der erste Marxist“ gewesen.
Das Hegelsche Frühwerk ist jene frühe Phase seines Werkes, die mit der „Phänomenologie des Geistes“ endet. Ökonomische Schriften Hegels sind „System der Sittlichkeit“, „Jenaer Realphilosophie“.
Folgende, für eine kritische Theorie zentrale Fragen werden dabei aufgeworfen:
- Abstrakte Arbeit“ bei Hegel: Der Anfang einer materialistischen Fetischkritik oder die intellektuelle Selbstvergewisserung des Geistes über seine gedankliche Tätigkeit?
- Der Substanzbegriff in der „Phänomenologie“: Kritischer Totalitätsbegriff oder Legitimation des ewigen Geistes?
- Die dialektische Bewegung bei Hegel: Ansatzpunkt für eine kritische Theorie oder Mystifikation der Dialektik als ontologische Methode?
Sonntag, 28. Mai 2017
Die Erkenntnis der Grenzen der Realität Mensch

Gegen Demokratie
»Gegen Demokratie« heisst das neueste Werk des amerikanischen politischen Philosophen Jason Brennan. Brennan beklagt darin die Herrschaft der Unwissenden und plädiert darin für eine Herrschaft der Wissenden und eine informierte Demokratie bzw. eine Demokratie gut informierter Bürger. Der Autor beschreibt in seinem Buch die Erkenntnis der Grenzen der Realität Mensch.
Er stellt sinnreiche Fragen zum Zustand der Demokratie: Wie und warum konnte sich dieses Gesamtsystem so entwickeln, dass es mittlerweile um diesen Planeten in seiner Gesamtheit existenziell sogar wesentlich schlechter steht, als von der Wissenschaft bisher überhaupt erfasst werden kann und dass der Respekt und die Achtung für den Menschen und vor dem Leben fast vollständig verloren gegangen ist?
Und die Antwort, ist leider sehr einfach: Es liegt nicht nur daran, dass gierige, machthungrige, skrupel- und verantwortungslose Eliten das so gewollt haben, sondern auch daran, weil wir Menschen, die absolute Mehrheit der Zivilgesellschaft, das zugelassen und mitgemacht haben, und das immer wieder aufs Neue.
Brennan klagt in diesem Buch genau diese Realitäten an. Dass die Mehrheit der Menschen sich nach wie vor eben nicht informieren, sich nicht selbst reflektieren, nicht systemische Zusammenhänge hinterfragen, sich nicht mit den komplexen Zusammenhängen eines Systems auseinandersetzen, sich eben nicht emanzipieren und auch eine geistige Eigenverantwortung übernehmen und sich das notwendige Wissen aneignen, sondern immer wieder wie die Lemminge die Verantwortung unreflektiert und undifferenziert an andere abgeben (Stichwort: Martin Schulz-Hype).
Er bezeichnet diese Grenzen der Realität Mensch dann auch zu Recht und richtigerweise als Oberflächlichkeit, Ignoranz und Dummheit. Und damit stellt dieses Buch durchaus ein Novum dar, denn es thematisiert die Grenzen der Realität Mensch auf eine Weise, die bisher aus Gründen der politischen Korrektheit als Tabu galt.
Seine Konsequenzen, die er aus diesen Realitäten ziehen möchte und die er in diesem Buch beschreibt, sind aber grundlegend falsch. Verkürzt dargestellt, möchte er die "Dummen" dann nicht mehr zur Wahl zulassen und das ist natürlich höchst undemokratisch und sektiererisch bis diktatorisch und kann deswegen natürlich keine Lösung darstellen.
Und so beschreibt dieses Buch zwar Realitäten, die notwendige (systemische und politische) Erneuerungen immer wieder verhindern, bleibt aber angesichts systemischer Alternativen hinter einem konstruktiven Diskurs zurück.
Dabei gibt es ein Systemkonzept, das die Grenzen der Realität Mensch erkannt hat und mit ihnen in positiver und konstruktiver Weise umgehen kann: Die wert-gestufte Reflexions-Systemtheorie der Viergliederung, das Politik- und Gesellschaftssystem der Wertstufendemokratie, die nicht nur aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, sondern auch die sprunghafte Weiterentwicklung der Demokratie selbst bedeutet.
Trotz der Untauglichkeit der in diesem Buch formulierten systemischen Alternative, ist dieses Buch sehr zu empfehlen, da es einen maßgeblichen Punkt in der ganzen Demokratiediskussion thematisiert, der ansonsten (auch aus ideologischen Gründen) vermieden wird.
Blog-Artikel:
Erasmus und Luther im Widerstreit der Interessen
»Gegen Demokratie« von Jason Brennan
»Von der Freiheit eines Christenmenschen
»Abenteuer Freiheit« von Carlo Strenger (II)
Samstag, 20. Mai 2017
Erasmus und Luther im Widerstreit der Interessen
Humanismus und Renaissance sind zwei ineinander verschränkte umd sich gegenseitig bedingende Bewegungen. Der Humanismus ist aus dem Geist der Renaissance hervorgegangen. Und die Reformation sollte aus dem Geist des Humanismus hervorgehen, gefördert und hervorgebracht von zwei herausragenden Persönlichkeiten ihrer Zeit.
Erasmus und Luther sind in der Bekämpfung der Übergriffe, der Verlotterung der Kurie und des damaligen Papsttums eine Strecke gemeinsam gegangen. Doch beide verfolgten unterschiedliche Interssen und mit zunehmender Dauer kam ihre gegensätzliche Einstellung, die den gegensätzlichen Naturen entsprang, immer offenkundiger zum Vorschein.
Erasmus von Rotterdam erwarb durch seine Werke und Schriften früh in ganz Europa Ruhm als Theologe, Sprachforscher und Rhetoriker. Der bedeutende Humanist galt als Vertreter eines ethisch orientierten, toleranten Christentums, als der er in der Reformationszeit zwischen den Parteien zu vermitteln suchte.
Erasmus war ein Ästhet, der in praktischen, insbes. aber in philosophischen Fragen mit einer geschliffenen Sprache von sich Reden machte. Dagegen war für Luther die Aussage entscheidend, die Wirkung interessierte ihn erst in zweiter Linie.
Bei aller Bewunderung für den Geist des Erasmus erkannte Luther schon bald die Unverbindlichkeit seines Wesens. In einem Brief vom 9. September 1521, das er während seines Aufenthaltes auf der Wartburg an Spalatin richtete, wies er auf diese Eigenschaft hin.
Erasmus blieb jedoch unverbindlich, spielerisch, den Beifall der Humanisten einkassierend, ohne sich nach der einen oder anderen Seite festzulegen. So kam es zu der grotesken Situation, daß Luther den Erasmus für einen Papsiten hielt, der Papst aber denselben für einen Lutheraner.
Blog-Artikel:
Martin Luther als deutscher Reformator - philosophen-welt.blogspot.com
Luther und sein fester Glauben - philosophen-welt.blogspot.com
Erasmus von Rotterdam 480. Tode - philosophen-welt.blogspot.com
Erasmus und Luther sind in der Bekämpfung der Übergriffe, der Verlotterung der Kurie und des damaligen Papsttums eine Strecke gemeinsam gegangen. Doch beide verfolgten unterschiedliche Interssen und mit zunehmender Dauer kam ihre gegensätzliche Einstellung, die den gegensätzlichen Naturen entsprang, immer offenkundiger zum Vorschein.
Erasmus war ein Ästhet, der in praktischen, insbes. aber in philosophischen Fragen mit einer geschliffenen Sprache von sich Reden machte. Dagegen war für Luther die Aussage entscheidend, die Wirkung interessierte ihn erst in zweiter Linie.
Bei aller Bewunderung für den Geist des Erasmus erkannte Luther schon bald die Unverbindlichkeit seines Wesens. In einem Brief vom 9. September 1521, das er während seines Aufenthaltes auf der Wartburg an Spalatin richtete, wies er auf diese Eigenschaft hin.
Erasmus blieb jedoch unverbindlich, spielerisch, den Beifall der Humanisten einkassierend, ohne sich nach der einen oder anderen Seite festzulegen. So kam es zu der grotesken Situation, daß Luther den Erasmus für einen Papsiten hielt, der Papst aber denselben für einen Lutheraner.
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Martin Luther als deutscher Reformator - philosophen-welt.blogspot.com
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