Samstag, 16. Juni 2018

Was Fussball und Philosophie verbindet


Die Philosophie im Fussball gesucht. - Die Kulturkritik hat lange Zeit den Eindruck verbreitet, was so populär ist wie Fussball, kann mit Hochkultur oder gar Philosophie nichts zu tun haben. Ein gängiges Vorurteil, denn es gibt durchaus verbindende Elemente.

Heute kann jedoch schon der aufmerksame Betrachter einer WM lernen, dass es sich in Wahrheit geradezu umgekehrt verhält und der Zeitgeist, frei nach Hegel, im Fussball eine für alle fassliche Gestalt angenommen hat. Wer einmal im Stadion war, hat erfahren, daß Fussball ein besonderes Erlebnis ist.

Was verbindet Fussball und Philosophie? Fussball ist wie das Leben eine verbindende Lebensform und ein massentauglicher Sport. Fussball ist ein kollektiver Sport, welcher als Gemeinschaftserlebnis in der Lage ist, Identität zu stiften. Zudem ist Fussball ein gelebter Sport, welcher sportliche Menschen dazu bringt, dem Leben einen Sinn zu geben und somit ihrem Leben einen Sinn stiftet.

Fussball passt zum Ästhetizismus der Postmoderne, in dem es darum geht, die Statik bürgerlicher Gesellschaften durch kreative Interventionen oder andere Avantgarden zu durchbrechen. Die Vertreter der Moderne jonglieren ja stets mit neuen Techniken. Spielsysteme sind hier Strukturelemente der Postmoderne, in der nur die Avantgarde zum Erfolg führt.

Fussball hat als Variation der Moderne durchaus seinen eigenen Ästhetizismus, welcher auf Innovation auf dem Spielfeld drängt: Die Spanier spielen den modernsten Fußball, die Engländer im Grunde immer noch Rugby und die Deutschen mußten den Libero erfinden. - Es ist im Grunde genau wie bei Peter Pan: Wer im Fussball gewinnen will, muss sich stets neu erfinden.

Literatur:

Philosophie des Fußballs
Philosophie des Fußballs
von Martin Gessmann


Weblinks:

Die Philosophie im Fußball gesucht - www.deutschlandfunk.de

Albert Camus-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Albert Camus-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de





Samstag, 9. Juni 2018

Sozialismus in der DDR: Alternative Gesellschaftskonzepte von Robert Havemann und Rudolf Bahro


Jede Gesellschaftsform ist es wert, Alternativen für eine bessere Welt bereitzustellen. Kein Gesellschaftskonzept sollte ohne Alternative sein, da eine gesellschaftliche Weiterentwicklung immer eine Alternative eines bestehenden Gesellschaftskonzeptes ist. Der Fortschritt bedingt die Alternative und entwickelt sich aus ihr heraus.

Fortschrittliche Denker des Sozialismus betonen im Allgemeinen die Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und in einigen Strömungen auch die Verwirklichung negativer und positiver Freiheit. Sie heben oft die enge Wechselbeziehung zwischen praktischen sozialen Bewegungen und theoretischer Gesellschaftskritik hervor, wobei sie das Ziel verfolgen, mit Blick auf eine sozial gerechte Wirtschafts- und Sozialordnung beide zu versöhnen.

Robert Havemann und Rudolf Bahro waren die wohl bekanntesten oppositionellen Intellektuellen der DDR. Dogmatismus befreit nicht von der Möglichkeit alternativen Denkens. Sie kritisierten den »real existierenden Sozialismus« und entwarfen alternative Sozialismus-Konzeptionen, aber sie waren keine Gegner der sozialistischen Idee, vielmehr plädierten sie für systemimmanente Veränderungen, mit dem Ziel der Verwirklichung einer freiheitlichen Gesellschaft.

Robert Havemann galt als Staatsfeind Nummer eins der DDR. Nach kritischen Äußerungen in einer West-Zeitung über die DDR wurde der Chemie-Professor 1964 aus der SED ausgeschlossen und 1965 mit einem Berufsverbot belegt. 1976 wurde er wegen weiterer im Westen veröffentlichter SED-kritischer Schriften unter Hausarrest gestellt. Havemanns Isolation wurde gelockert, es gab keine Strafverfahren mehr gegen ihn. 1982 starb Havemann im Alter von 72 Jahren.

Rudolf Bahro (1935-1997) war 1978 nach der West-Veröffentlichung seines Buches „Die Alternative. Zur Kritik des realexistierenden Sozialismus“ wegen „Nachrichtenübermittlung“ und „Geheimnisverrats“ zu acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Im Oktober 1979 wurde Bahro zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR amnestiert und konnte mit seiner Familie in die Bundesrepublik ausreisen.


Sozialismus in der DDR: Alternative Gesellschaftskonzepte von Robert Havemann und Rudolf Bahro
Sozialismus in der DDR: Alternative Gesellschaftskonzepte
von Robert Havemann und Rudolf Bahro

Ines Weber analysiert die von Havemann und Bahro entwickelten Sozialismus-Konzeptionen aus politiktheoretischer und ideenhistorischer Perspektive und diskutiert kritisch, inwiefern es den beiden Autoren gelungen ist, Freiheit und Sozialismus zu versöhnen. Sie gibt zugleich einen Überblick zur Biografie und zum Werk der beiden Theoretiker.

Literatur:

Sozialismus in der DDR: Alternative Gesellschaftskonzepte von Robert Havemann und Rudolf Bahro
Sozialismus in der DDR: Alternative Gesellschaftskonzepte von Robert Havemann und Rudolf Bahro
von Ines Weber

Samstag, 26. Mai 2018

Karl Marx und das Kapital im 21. Jahrhundert



Thomas Piketty sieht sich in der Tradition klassischer Ökonomen des 19. Jahrhunderts. Abstrakte mathematische Modelle, wie sie heute an den Universitäten verbreitet sind, lehnt er ab. Stattdessen trägt er Indizien zusammen und zieht daraus Schlüsse. Diese Methode hat ihre Grenzen. So kann er nicht schlüssig erklären, warum die Vermögenserträge dauerhaft so hoch sind. Dennoch sprechen seine Daten eine klare Sprache – und selbst konservative Institutionen wie der Internationale Währungsfonds warnen inzwischen vor der wachsenden Ungleichheit auf der Welt.

»Das Kapital im 21. Jahrhundert« von Thomas Piketty ist ein Werk von außergewöhnlichem Ehrgeiz, von großer Originalität und von beeindruckendem Rigorismus. Es lenkt unser ganzes Verständnis von Ökonomie in neue Bahnen und konfrontiert uns mit ernüchternden Lektionen für unsere Gegenwart.

Der französische Ökonom Thomas Piketty verweist zu Recht auf das vielleicht wichtigste Legitimitätsproblem des Kapitalismus - die ungleiche Verteilung von Wohlstand. Die Verteilungsfrage ist vielleicht die größte Herausforderung für den Kapitalismus seit der Zeit der großen Kartellgesetze zum Ende des 19. Jahrhunderts.


Das Werk geht der Frage nach: Wie funktioniert die Akkumulation und Distribution von Kapital? Welche dynamischen Faktoren sind dafür entscheidend? Jede politische Ökonomie umkreist die Fragen nach der langfristigen Evolution von Ungleichheit, der Konzentration von Wohlstand und den Chancen für ökonomisches Wachstum. Aber befriedigende Antworten gab es bislang kaum, weil geeignete Daten und eine klare Theorie fehlten.

Der Kapitalismus ist die Quelle von Wohlstand und Versorgung in einem historisch beispiellosen Rahmen – übrigens überall auf der Welt. Er ist wirklich eng verkoppelt mit den Freiheitsrechten, die in der schottischen Aufklärung nicht zufällig mit den Eigentumsrechten einhergingen.

Es ist gut möglich, daß die Idee des Sozialismus das vor 25 Jahren gescheiterte Gesellschaftsmodell überleben wird und angesichts der Krise des Kapitalismus und der zunehmenden Ungerechtigkeit der ökonomischen Verteilung als kritische Theorie wieder an Aktualität gewinnen wird. Mehr Informationen unter: http://www.das-kapital-lesen.de.


Diesen Artikel können Sie einbinden:






<a title="Karl Marx und das Kapital im 21. Jahrhundert" href="http://philosophen-welt.blogspot.com/2018/05/karl-marx-und-das-kapital-im-21.html/" target="blank">Karl Marx und das Kapital im 21. Jahrhundert </a>


Literatur:


Das Kapital im 21. Jahrhundert
von Thomas Piketty und Ilse Utz (Übersetzerin)

Das Kapital im 21. Jahrhundert - Kulturzeit-Video 3 Sat Mediathek

Das Kapital Werk:

Das Kapital
Das Kapital
von Karl Marx

Blog-Artikel:

Wer hat, dem wird gegeben ... - Stadtschreiber-Blog - http://stadtschreiber.blog.de
Mehr Informationen unter:

http://www.das-kapital-lesen.de

Blog-Artikel:

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Karl Marx 200. Geburtstag

Die Irrtümer des Karl Marx

Das Unbehagen am Kapitalismus wächst - philosophen-welt.blogspot.com

Samstag, 19. Mai 2018

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Karl Marx Zeichnung von Wladimir Dworan

Was steht noch einmal in der Eingangshalle der Humboldt-Universität zu Berlin (Ost): "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern." Marx Thesen haben sehr gute Ansätze, sind jedoch leider von den falschen Mächten mißinterpretiert und mißbraucht worden.

Leider sind die Schriften von Karl Marx dadurch im Giftschrank gelandet, anstatt auf den guten Ansätzen aufzubauen und vor allem weiter zu denken.

Marx hat in seiner brillianten Analyse von Machtverhältnissen und steuernden Interessen bis heute recht. Er hat die technologische Entwicklung unterschätzt, aber auch, dass der Sozialstaat, den die Arbeiterbewegung durchgesetzt hat, viele Konflikte abmildert.

Nicht der Kapitalismus hat den Wohlstand zu den Arbeitern gebracht sondern die soziale Marktwirtschaft in Verbund mit starken Gewerkschaften.

Der Kapitalismus setzt weiterhin auf Gewinnmaximierung und nicht Gewinnoptimierung. Da sind Arbeiter nur zum Zwecke des Konsums und damit einer weiteren Gewinnmaximierung gut entlohnt.

Solange die Belegschaften nicht gerecht an der Gewinnausschüttung, den Gewinn haben sie ja selbst hart erarbeitet, beteiligt ist Marx hochaktuell.

Bei einer industriellen Produktionsweise braucht es immer Kapital. Daher geht es um die Frage des Eigentums an Produktionsmitteln und das Recht der Verfügung. Ganz entscheidend ist aber, eine Akkumulation in dem Maße zu verhindern, dass sie demokratiegefährdend wird. An der Stelle sind wir aber heute.


Blog-Artikel:

Karl Marx 200. Geburtstag

Die Irrtümer des Karl Marx

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe

Das Unbehagen am Kapitalismus wächst - philosophen-welt.blogspot.com






Samstag, 12. Mai 2018

Was wird bleiben von Karl Marx?


Karl Marx

Karl Marx gilt als einer der wirkmächtigsten deutschen Denker. Karl Marx, Philosoph, Journalist, politischer Ökonom, scharfer Kapitalismuskritiker und Theoretiker des Klassenkampfes, von real existierenden Ideologen zum Säulenheiligen der Arbeiterbewegung emporgehoben, schien mit dem Untergang der Sowjetunion und ihres Machtbereiches in der Bedeutungslosigkeit verschwunden zu sein. Ein Denker, dessen Ideen auf der Müllhalde der Geschichte gelandet sind, ist wirklich tot. Aber das Gespenst ist nicht zu vertreiben – 1997 schreibt John Cassidy im New Yorker über 'The Return of Karl Marx', und nicht zuletzt, anlässlich der Finanzkrise von 2007, erinnerten verschiedene Magazine, dass Marx genau solche zyklische Krisen vorhergesagt hatte.

Was wird bleiben von Karl Marx nach dem Ende von so gut wie allen kommunistischen, ja auch nur sozialistischen Staatswirtschaften dieser Welt? Wird sich die Erinnerung an sein wissenschaftliches Hauptwerk »Das Kapital« mit dem Nachgeschmack des untergegangenen Totalitarismus im Osten Europas allmählich ganz im Nichts verlieren? Ist sein Gedankengut heute noch salonfähig oder ebenso gescheitert wie der real existierende Sozialismus?

»Manche sind von ihrer Unfehlbarkeit so überzeugt, dass sie jeden als Feind ansehen, der ihren Rat nicht annehmen will.«

Im Gegenteil wird irgendwann der Blick wieder frei werden für dieses Stück deutscher und europäischer Geistesgeschichte. Frei vor allem von der gegenwärtig noch reflexhaften Konnotation mit den ehemals real existierenden staatskapitalistischen Diktaturen, deren Führer ihren und ihrer Staatsdoktrinen Namen mit dem von Marx verbanden, ohne dass der sich noch hätte wehren können.

Es ist gut möglich, daß die Idee des Sozialismus das vor 25 Jahren gescheiterte Gesellschaftsmodell überleben wird und angesichts der Krise des Kapitalismus und der zunehmenden Ungerechtigkeit der ökonomischen Verteilung als kritische Theorie wieder an Aktualität gewinnen wird.


Literatur:

Das Kapital
Das Kapital
von Karl Marx


Weblinks:

Karl Marx-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Karl Marx-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Wiwo-Weblinks:

Der bärtige Gelehrte - wiwo.de

Joseph Schumpeter und das Vermächtnis Marx' - wiwo.de


Blog-Artikel:

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Karl Marx 200. Geburtstag

Die Irrtümer des Karl Marx

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe




Samstag, 5. Mai 2018

Karl Marx 200. Geburtstag


Karl Marx

Karl Marx wurde vor 200 Jahren am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Karl Marx war ein deutscher Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung sowie Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und der Religion. Er war einer der bedeutendsten Denker und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit Friedrich Engels wurde er zum einflussreichsten Theoretiker des Sozialismus und Kommunismus. Bis heute werden seine Theorien kontrovers diskutiert.


Karl Marx gilt als der Begründer des Marxismus. Ziel des Marxismus ist es, alte Ideologien und Machtstrukturen aufzubrechen und den Menschen zu emanzipieren. Marx vertritt die Ansicht, dass alle Ideen, Vorstellungen und Gedanken aus einer gesellschaftlichen Realität und den dort herrschenden Machtverhältnissen kommen und diese resultieren letztendlich aus den jeweils historisch-geographischen Produktionsverhältnissen und materiellen Gegebenheiten.

"Die Philosophen haben die Welt nur interpretiert. Es geht darum sie zu verändern." Dieser Satz stammt von Karl Marx. Und in diesem Sinne ist der Marxismus keine Philosophie, sondern Philosophie- und Ideologiekritik, Kapitalismuskritik und Gesellschaftskritik.

In seinen Schriften wie "Das kommunistische Manifest" (1848) und "Das Kapital" (1867) analysierte und kritisierte der in Trier geborene Marx das kapitalistische Wirtschaftssystem.

Ein wesentliches Anliegen von Marx und Engels war, den Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft zu erheben, damit er nicht bloß geglaubt oder ersehnt werden muss, sondern rational begründet werden kann. Auch seine historisch-materiellen Voraussetzungen sollten benannt werden können. Kurz: Eine Reflexion der Methode wissenschaftlicher Forschung und Darstellung war nötig.

Marx bezeichnet seine Methode als dialektisch »und stellt sich damit bewusst in die Tradition der Hegelschen Philosophie. An ihrem Kern hält er fest, kritisiert aber ihre mystifizierte Form. Laut Marx ist die Dialektik «dem Bürgertum [...] ein Gräuel, weil sie in dem positiven Verständnis des Bestehenden zugleich auch das Verständnis [...] seines notwendigen Untergangs einschließt, jede gewordene Form [...] auch nach ihrer vergänglichen Seite auffasst, sich durch nichts imponieren lässt, ihrem Wesen nach kritisch und revolutionär ist.« (MEW: 23, 28)

Nach dem von ihm entwickelten "wissenschaftlichen Sozialismus" muss der Kapitalismus zwangsläufig an sich selbst scheitern. Kernpunkte der Marx'schen Kritik sind die Entfremdung des Menschen von der Arbeit und damit von sich selbst, sowie die Ausbeutung des Arbeiters, der vom Unternehmer nicht den Lohn erhält, der dem Wert seiner Arbeit entspricht, sondern nur so viel, wie er zum Überleben benötigt.

Der gesellschaftstheoretische Denker bereitete den theoretischen Boden für den Kommunismus. Endziel der marxistischen Philosophie ist die klassenlose Gesellschaft. Basierend auf den Ideen von Marx entstanden weltweit unterschiedliche Formen sozialistischer und kommunistischer Regierungssysteme. Karl Marx hat als Politiker, Journalist und Wissenschaftler ein immenses Werk hinterlassen.

Karl Marx verstarb am 14. März 1883 im Alter von 64 Jahren in London. Das barocke Geburtshaus von Karl Marx ist heute Museum. Das Haus in der Brückenstrasse beherbergt ein Museum, das aber nicht mehr über die usrprüngliche Einrichtung verfügt. Am 5. Mai 2018 soll es neu gestaltet wiedereröffnen.


Weblinks:


Karl Marx
www.marx200.org


Karl-Marx-Ausstellung - www.karl-marx-ausstellung.de


Karl Marx-Biografie


- Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Karl Marx-Zitate

- Zitate-Portal - www.die-zitate.de


Karl marx heading

http://simplyknowledge.com



Blog-Artikel Karl Marx:

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Die Irrtümer des Karl Marx

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe
Karl Marx


Literatur:

Marx. Der Unvollendete
Marx. Der Unvollendete
von Jürgen Neffe

Karl Marx
Karl Marx
von Wilfried Nippel

Karl Marx: Philosoph und Revolutionär – Eine Biographie
Karl Marx: Philosoph und Revolutionär – Eine Biographie
von Rolf Hosfeld







Samstag, 28. April 2018

Die Irrtümer des Karl Marx


Karl Marx


Nach der Lehre von Karl Marx - in Anlehnung an Hegel - vollzieht sich Geschichte unter dem Aspekt des Fortschritts. Seine Lehre ist dem gesellschaftlichen Fortschritt geradezu verpflichtet. Gemäß der Marxschen Lehre ist der Lauf der Geschichte gesetzmäßig vorherbestimmt und bewegt sich auf die klassenlose Gesellschaft unter Führung eines fortschrittlich gesinnten Proletariats zu.

Nur leider sind die fortschrittlichen Prognosen von Karl Marx über den Lauf der Geschichte so nicht eingetroffen. Nicht die klassenlose Gesellschaft stand am Ende der - vermeintlich fortschrittlichen - Entwicklung, sondern die Anpassung bzw. Vereinnahmung des Proletariats an die Industriegesellschaft, z.B. durch die Gründung von Arbeitervereinen und Gewerkschaften.

Der Kapitalismus hat sich hier als wesentlich anpassungsfähiger als die Lehre von Karl Marx erwiesen, die letztlich zur "Diktatur des Proletariats" und dem real existierenden Sozalismus mit ziemlich schrecklichen Folgen im 20. Jahrhundert geführt hat.

Allerdings war eben diese geschichtliche Entwicklung zum Zeitpunkt des Entstehens seines Werkes »Das Kapital« - 1867 im Band I und 1885 im Band II - in dieser Form nicht vorhersehbar. Marx kann als visionärer Philosoph im Grunde nichts dafür, daß die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hat.

„Wenn erst alle Köpfe sich ans Denken gewöhnt haben, werden auch alle Irrtümer zutage kommen.“

Maxim Gorki


Der geschichtliche Fortschrittsgedanke des Karl Marx ist nicht eingetreten. Auch Hegel lag mit seinem geschichtlichen Fortschrittsgedanken ja bereits falsch. Der Laiuf der Geschichte liefert wenig Grund zu allgemeinem Optimismus. Es ist jedoch ein besonderes Indiz dafür, daß die Geschichte eben gerade nicht vorherbestimmt ist, wie er es in seiner wissenschaftlichen Lehre bekanntlich verkündet hatte.

Während Marx davon ausging, daß die Bildung einer Klassengesellschaft und der Klassenkampf die Voraussetzungen für die Überwindung des Kapitalismus bilden, so verschärfen sich heute die Gegensätze in Form von Umverteilung, Ausgrenzung und Terrorismus. Die Gegensätze, die dazu führen werden, daß sich die Gesellschaft weiter spalten wird.

Die Konsequenz ist eine Gegenbewegung, die vom Populismus eines Haider über neue Regionalismen à la Bossi bis zu den "ethnischen Säuberungen" im ehemaligen Jugoslawien reicht. Gleichzeitig hat sich in der ganzen Welt der Abstand zwischen Arm und Reich vergrößert. Im 21. Jahrhundert führt das jedoch nicht mehr zum "Klassenkampf", sondern zu Migration und neuen "individualisierten" Formen des Konflikts wie Mafia oder Terrorismus.

Weblink:

Das Kapital - Wikipedia.org - http://de.wikipedia.org/wiki/

Literatur:

Marx. Der Unvollendete
Marx. Der Unvollendete
von Jürgen Neffe


Blog-Artikel:

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Karl Marx 200. Geburtstag

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe