Donnerstag, 22. Februar 2018

Wenn Widerstand zur Pflicht wird - Sophie Scholl

Sophie Scholl

Sophie Scholl starb vor 75 Jahren am 22. Februar 1943 in München. Sie war eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde aufgrund ihres Engagements in der Widerstandsgruppe »Weiße Rose« hingerichtet. Sophie Scholl besaß weder Macht noch Einfluss. Den Platz in den Geschichtsbüchern erhielt sie, weil sie - von der Welt weitgehend unbeachtet - Stellung bezog und für ihre Haltung in den Tod ging. Sophie Scholl ist neben Claus Schenk Graf von Stauffenberg die wohl populärste Figur des Widerstands gegen die Nazis.

Sophie Scholl kam aus einem liebevollen Elternhaus, das den Mädchen die gleichen Rechte einräumte wie den Jungen. Sie wuchs zu einer selbstbewussten jungen Frau heran, die rauchte, gern Auto fuhr und sich mit ihrem Freund als Ehepaar ausgab, um gemeinsam in einem Hotelzimmer übernachten zu können. Freiheiten, die in der NS-Diktatur keinesfalls selbstverständlich waren.

Früh entwickelt sie eine politische Meinung – zeitweise im Widerspruch zu Vater und Mutter. Der Weg Sophie Scholls in den Widerstand war nicht geradlinig. Im Gegenteil – so begeisterten sich die Geschwister Scholl wie viele Intellektuelle ihrer Generation anfangs für die Hitlerjugend, für das Wandern und Singen, für Lagerfeuer und Gemeinschaftserlebnisse. Rasch machte sie Karriere in der Hitlerjugend und im Bund Deutscher Mädel, was zu Spannungen im Elternhaus führte. Die allmähliche Abkehr von der NS-Ideologie war eine Folge von Vorfällen, bei denen die Geschwister zunächst durch ihren ausgeprägten Individualismus in Konflikt mit dem System gerieten. Sie mussten enttäuscht feststellen, dass die verordnete Gleichschaltung nicht die geringste Abweichung duldete.

Sophie Scholl

Doch erst im Krieg wurde aus der inneren Distanz zum System der endgültige Bruch. Hans Scholl und seine Freunde leisteten als Medizinstudenten Dienst in der Wehrmacht. Dort erfuhren sie von den entsetzlichen Verbrechen hinter der Front. Diese Erfahrungen, das Wissen um die millionenfache Ermordung von Juden und die sinnlosen Opfer im längst verlorenen Krieg, waren schließlich der Auslöser für die ersten Flugblätter der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Anfangs war Sophie Scholl nicht aktiv beteiligt, erst im Winter 1942 gehörte sie dem kleinen Kreis von Studenten an, die in München weitere Flugblätter entwarfen und verteilten. Sie war zuständig für die Materialbeschaffung und wagte als Erste aus dem Freundeskreis die Fahrt in andere Städte, um dort die Texte zu verbreiten.

Als Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 bei der Verteilung von Flugblättern an der Münchner Universität verhaftet wurden, bestand für Sophie Scholl noch eine Chance, der Gestapo zu entrinnen. Der Gestapobeamte Robert Mohr, der die Verhöre leitete, sagte nach dem Krieg aus, er habe Sophie Scholl nahegelegt, sich darauf zu berufen, dass sie unbedarft und schuldlos in die Sache ihres Bruders hineingezogen worden sei. Die junge Frau sei darauf jedoch nicht eingegangen. Stattdessen entschied sich Sophie Scholl dafür, Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen.

Im Vernehmungsprotokoll heißt es nüchtern: "Es war unsere Überzeugung, dass der Krieg für Deutschland verloren sei, und dass jedes Menschenleben, das für diesen verlorenen Krieg geopfert wird, umsonst ist." Sophie Scholl hatte der Wahrheit die Ehre gegeben. Dafür musste sie mit ihrem Leben bezahlen.

Nicht zu vergessen, die weiteren Mitglieder der "Weißen Rose":
Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf, Kurt Huber und Andere, die jene Gruppe auch nach ihrer Hinrichtung weiter aufrecht erhalten haben!


Weblink:

Späte Helden - www.deutschlandfunkkultur.de

Samstag, 17. Februar 2018

Olympische Spiele stecken in einer Krise

Olympische Spiele stecken in einer Krise

Bei den Olympischen Spielen wird der olympische Geist beschworen, doch den Olympischen Spielen mangelt es an Ethos: Korruption, Dopingskandale, Kommerzialisierung, politische Einflussnahme: Die Olympische Bewegung steckt in einer fundamentalen Krise. Sie ist in großen Teilen selbst verschuldet. Die Olympischen Spiele sind zu einer Kommerzveranstaltung verkommen. Der Einfluß des Geldes wird besonders bei der herrschenden Korruption sichtbar.

Der Weltgeist zeigt sich mal wieder von seiner ironischen Seite: Ausgerechnet „Friede und Gedeihen“ heißt der Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018, Pyeongchang, wörtlich übersetzt. Nichts liegt näher an den Idealen der olympischen Bewegung als Friede und Gedeihen. Nichts liegt in der olympischen Wirklichkeit aber ferner als dieses Begriffspaar. Friede ist weder innerhalb noch außerhalb der olympischen Gemeinde in Sicht. Gedeihen trifft es allenfalls dann, wenn man die überbordende Kommerzialisierung positiv sieht.

Die Olympische Idee hat durch Korruption, Dopingskandale, Kommerzialisierung, politische Einflussnahme enorm gelitten. Die Diskrepanz zwischen Idee und Realität lässt sich beliebig fortführen. Etwa mit dem scheinheiligen Kampf des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen Doping, wie der Umgang mit dem russischen Betrug bei den Winterspielen in Sotschi 2014 zeigt.

Hinzu kommt noch eine weitere negative Begleiterscheinung: Viele Wintersport-Traditionsorte wie Oslo und München können keine Winterspiele mehr ausrichten, weil massive Bürgerproteste aus Angst vor negativen ökologischen Folgen die Ausrichtung der Spiele verhindert haben.


Weblinks:

Olympische Krise: Missbrauchte Spiele - www.stuttgarter-zeitung.de

Olympische Spiele stecken in einer Krise - www.rp-online.de

Michel Foucaults letztes Buch 34 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht

Michel Foucault

Der vierte Band von Michel Foucaults bahnbrechendem Werk "Sexualität und Wahrheit" ist fast 34 Jahre nach dem Tod des französischen Philosophen erschienen. Am Freitag veröffentlichte der französische Verlag Gallimard das Buch mit dem Namen "Les aveux de la chair" ("Die Geständnisse des Fleisches"). Darin geht es um den Umgang der frühen Christen mit Sexualität sowie die Fragen von Einverständnis und Vergewaltigung.

Sein Verleger Frédéric Gros sagte, mit Blick auf die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung sei "der Moment für die Veröffentlichung dieser wichtigen und innovativen Arbeit gekommen". Foucault begann den Band in den frühen 1980er Jahren, als er bereits an Aids erkrankt war. Darin schreibt er, dass entgegen der landläufigen Meinung das frühe Christentum nicht verklemmter beim Thema Sex gewesen sei als die Heiden.

34 Jahre nach Michel Foucaults Tod erscheint der letzte Band seines Großprojekts "Sexualität und Wahrheit". Er untersucht darin, wie die Kirchenväter das Geschlechtsleben der frühen Christen regelten. "Keine posthume Veröffentlichung".

Der vierte Band von Michel Foucaults bahnbrechendem Werk "Sexualität und Wahrheit" ist fast 34 Jahre nach dem Tod des französischen Philosophen erschienen. Am Freitag veröffentlichte der französische Verlag Gallimard das Buch mit dem Namen "Les aveux de la chair" ("Die Geständnisse des Fleisches"). Darin geht es um den Umgang der frühen Christen mit Sexualität sowie die Fragen von Einverständnis und Vergewaltigung.

Sein Verleger Frédéric Gros sagte, mit Blick auf die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung sei "der Moment für die Veröffentlichung dieser wichtigen und innovativen Arbeit gekommen". Foucault begann den Band in den frühen 1980er Jahren, als er bereits an Aids erkrankt war. Darin schreibt er, dass entgegen der landläufigen Meinung das frühe Christentum nicht verklemmter beim Thema Sex gewesen sei als die Heiden.

Weblinks:

Foucaults letztes Buch - "Ethik ist ein Kampfplatz" - www.deutschlandfunkkultur.de

Foucaults letztes Buch 34 Jahre nach Tod veröffentlicht - www.orf.at

Samstag, 3. Februar 2018

Reinhold Messner - Am Gipfel der Gefahr



Reinhold Messner, als Bergsteiger längst eine Legende und vorgedrungen bis an die Grenzen der Welt, ist ein Grenzgänger, der sich in Grenzsituationen begibt, um seine Ängste, Zweifel und Hochgefühle zu erfahren. Messner suchte immer wieder neue Herausforderungen - zuerst im Bergsteigen, dann bei Welterkundungen und schließich in seinem »Messner Mountain Project«.

Je höher er kletterte, desto größer wurde sein Horizont. "Was mich neben der Kletterei beeindruckt hat, war der Ausblick von oben." Zu seiner praktischen Lebensphilosophie gehört, persönliche Leistungsgrenzen zu überwinden, um an die Grenzen bzw. die Grenzregionen dieser Welt zu gelangen. Der gebürtige Südtiroler ist der erste Mensch, der alle 14 Achttausender des Planeten bestieg. Der erste, der den Mount Everest (8.848 Meter) ohne Flaschensauerstoff bezwang. Messner hat einen ausgesprochenen Eroberungsdrang und einen eisernen Willen.

»Kein natürlicher Drang treibt uns dazu, ihre Gipfel zu erklimmen.
Im Gegenteil. Die Berge sind kalt, feindselig, gefährlich.
Vor der Französischen Revolution gab es niemanden,
der aus Vergnügen oder Neugier in die Berge ging.«

Am 29. Juni 1970 verlor er seinen Bruder Günther beim Abstieg vom Nanga Parbat (8.126 Meter) im Westhimalaya, was ihn nicht daran hinderte, acht Jahre später zurückzukehren und eine Gipfelüberschreitung auf neu eröffneten Routen zu bewältigen. Unaufhörlich forderte er den Tod heraus und erfreut sich mit 70 Jahren augenscheinlich einer prächtigen Gesundheit.

»Das Bergsteigen findet in einer Welt statt,
wo jeder die Verantwortung für sich selber zu tragen hat.
«

Traditionell gelingt es den Menschen an hoch gelegenen Orten, eine Kommunikation mit dem Göttlichen herzustellen. Im Alten Testament heißt es, dass Moses von Jahwe die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai (2285 Meter) erhält. Mohammed ist auf den Dschabal an-Nur (642 Meter) gestiegen und hat sich in die Hira-Höhle zurückgezogen, wo ihm der Engel Gabriel erschien und ihm das Wort Allahs übermittelte. Aus den antiken Quellen erfahren wir auch, dass Buddha sich zum Meditieren in bergige Regionen begab, von denen er Visionen mitbrachte.

»Es gibt so viele verschiedene Gründe, Berge zu besteigen, wie es Alpinisten gibt, und keiner dieser Gründe ist an sich gut oder schlecht! Ich bin Ende der vierziger Jahre in einem abgelegenen Alpental aufgewachsen. Wir hatten keine Zerstreuung. Kein Fernsehen, keinen Fußballplatz, kein Schwimmbad. Dieses Tal zählte nicht mehr als tausend Einwohner und bildete eine Welt für sich. Mein Vater war Lehrer, aber wir arbeiteten auch als Bergbauern. Ich hatte sieben Brüder und eine Schwester. Alle meine Geschwister kletterten. Mit fünf Jahren nahmen mich meine Eltern auf meine erste Bergtour mit.«

Zum Bergsteiger angeregt wurde er und sein jüngerer Bruder Günter von seinem Vater. Über seine frühen Anfänge als Bergsteiger berichtet er:

»Mein Vater war der Vorsteiger. Als ich etwas älter war, begannen mein Bruder und ich Bergtouren zu zweit. Für junge Leute, die auf der Alm lebten, war das Klettern mangels anderer Zerstreuung die einzige Art, sich auszudrücken, seine Imagination sprechen zu lassen, etwas anderes zu machen, als im Haus oder auf den Feldern mitzuhelfen. Es stand für den Traum, den Ausbruch, den Ausdruck seiner selbst.«


Reinhold Messner ist beim Bergsteigen dem Himmel und den Göttern am Nächsten gekommen, doch hält er Götter für eine Erfindung des Menschen. Auch in Todesangst habe er auf seinen Expeditionen nie an Gott gedacht. "Ich bin ganz überzeugt davon, dass wir Menschen die Götter in einer bestimmemn Phase des Daseins erfunden haben", sagte Messner.

Messner lebt mit seiner Frau im Herbst und Winter auf seinem Schloss Juval. Das Schloss Juval liegt in 1.000 Metern Höhe, am Eingang des Schnalstals. In den 80er-Jahren erwirbt Reinhold Messner die verfallene Anlage und restauriert sie, schafft sich ein neues Zuhause. Zugleich liegt hier auch der Ursprung des „Messner Mountain Projekts“, das mittlerweile sechs Museen umfasst.


Interview:

Am Gipfel der Gefahr - Philomag-Magazin

Reinhold Messner – Horizontsüchtig - www.br.de


Weblinks:

Reinhold Messner-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Reinhold Messner-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Hubert Brune - Lebensphilosophie - www.hubert-brune.de




Samstag, 27. Januar 2018

Johann Gottlieb Fichte - Vertreter der Ich-Philosophie

Johann Gottlieb Fichte

Johann Gottlieb Fichte (1762–1814) ist einer der bedeutendsten deutschen Philosophen gleichrangig neben Kant, Hegel, Marx, und er ist der Vater des deutschen Idealismus, von größtem Einfluß auf das Kultur- und Geistesleben im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert und die deutsche Klassik.

Aber dennoch ist der Verfasser der bahnbrechenden »Wissenschaftslehre« und der »Reden an die deutsche Nation« bis heute ein weitgehend Unbekannter. Seiner Mitwelt machte es Fichte nicht leicht: nicht nur durch seine mitunter schroffe Art, die er, aus einfachsten Verhältnissen stammend, als Schutzwall um sich errichtet hatte; auch mit seiner neuartigen Ich-Philosophie, die kaum einer seiner Zeitgenossen verstand.

Fichtes politische Haltung und Stellungnahme sollte sich als problematisch für sein berufliches Fortkommen erweisen. Seine Parteinahme für die Französische Revolution und seine unbestechliche Haltung im sogenannten »Atheismusstreit« kosteten ihn seinen Lehrstuhl in Jena.

Johann Gottlieb Fichte ist einer der bedeutendsten deutschen Philosophen gleichrangig neben Kant, Hegel, Marx, und er ist der Vater des deutschen Idealismus, von größtem Einfluß auf das Kultur- und Geistesleben im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert und die deutsche Klassik. Aber dennoch ist der Verfasser der bahnbrechenden »Wissenschaftslehre« und der »Reden an die deutsche Nation« bis heute ein weitgehend Unbekannter. Seiner Mitwelt machte es Fichte nicht leicht: nicht nur durch seine mitunter schroffe Art, die er, aus einfachsten Verhältnissen stammend, als Schutzwall um sich errichtet hatte; auch mit seiner neuartigen Ich-Philosophie, die kaum einer seiner Zeitgenossen verstand.

Seine Parteinahme für die Französische Revolution und seine unbestechliche Haltung im sogenannten »Atheismusstreit« kosteten ihn seinen Lehrstuhl in Jena. Fichte war jedoch nicht nur Philosoph und Gelehrter. Er war auch ein politisch engagierter Schriftsteller und Redner. Theorie war ihm nicht genug. Er verstand sich selbst hauptsächlich als ein Mann der Praxis.

Heinrich Heine schrieb über ihn: "Bei Kant hatten wir nur ein Buch zu betrachten. Hier aber kommt außer dem Buch ein Mann in Betrachtung; in diesem Mann sind Gedanke und Gesinnung eins, und in solch großartiger Einheit wirken sie auf die Mitwelt." Fichte erscheint vielen Zeitgenossen als ein Mann "aus einem Guss".


Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte Biografie - Biografien-Portal www.die-Biografien.de

Johann Gottlieb Fichte-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft - Fichte-Gesellschaft - www.fichte-gesellschaft.de


Unterstützen Sie diesen Philosophie-Blog durch den Kauf eines Buches!


Literatur:

Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
von Manfred Kühn

Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
von Wilhelm G. Jacobs

Samstag, 20. Januar 2018

„Star Wars“-Saga - eine geradezu klassische Mythologie

Star Wars

Die „Star Wars“-Saga spielt in einer fiktiven Galaxie, in der sich eine Vielzahl bewohnter Sternsysteme, die miteinander in Kontakt stehen, befindet. Der Großteil dieser Systeme in den unendlichen Weiten des Alls hat sich zur Republik zusammengeschlossen, einer demokratischen Föderation, die vom Galaktischen Senat auf dem Planeten Coruscant regiert wird. Die Republik verfügt zunächst über kein Militär, dafür stehen ihr die Jedi-Ritter, ein mystischer Kriegerorden, dessen Ziel die Bewahrung von Frieden in der Galaxis ist, zur Seite.


Mit der „Star Wars“-Saga erschuf George Lucas eine geradezu klassische Mythologie, die uns genau deshalb so fasziniert, weil sie grundlegende philosophische Fragen verhandelt: Wie geht die Gesellschaft mit Macht um? Worin liegt das Wesen der Furcht? Können wir uns unserer eigenen Endlichkeit stellen? Was ist die Natur des Konflikts zwischen Gut und Böse? Und welche Freiheit bewahrt das Individuum im Spiel des Schicksals und höherer Mächte?


Die „Star Wars“-Saga transzendiert grundlegende Fragen des Lebens in den Weltraum. Dort im Weltraum in fernen Galaxien werden die menschlichen Probleme dieses Planeten quasi außerirdisch verhandelt.

Die Welt von „Star Wars“ besitzt mythische Strahlkraft: Sie inszeniert den Kampf zwischen Hell und Dunkel, Vater und Sohn, Natur und Technik, West und Ost. Ganz bewusst bediente sich der Autor George Lucas der großen Erzählungen und Mythen unserer Kultur, reicherte sie mit Westernelementen und einem Schuss asiatischer Spiritualität an – und schuf so ein Epos von bleibender Faszination.

Sie ist überall, durchdringt das gesamte Universum, ist der Ursprung allen Lebens. Doch was ist die Force wirklich, jene geheimnisvolle Macht, deren Wirken sich die Jedi-Ritter verschrieben – und auch die Sith? Wie lässt sie sich philosophisch verstehen, wie physikalisch? Könnte es sein, dass die Force tatsächlich existiert? Auf den Spuren einer Macht, die unser tiefstes Inneres berührt.

Verführerisch ist der Ruf der dunklen Seite, denn sie verspricht grenzenlose Macht. Der junge Anakin Skywalker verfällt ihr und wird so zu Darth Vader. Der Seelenkampf zwischen Gut und Böse ist eine existentielle Grundfrage der Philosophie. Entscheidend für seinen Ausgang bleibt dabei der Umgang mit ureigensten Ängsten. Wie Meister Yoda sagt: „Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite.“

Weblink:

Star Wars - Mythos unserer Zeit - http://philomag.de


Mittwoch, 17. Januar 2018

Soren Kierkegaard zur GroKo


Der dänische Philosoph Soren Kierkegaard (1813 - 1855) hatte seine Meinung über den Glauben an eine Sache im Verhältnis zur Falschheit der Ansicht, die auch auf die politische Debatte um die Große Koalition GroKo zutrifft:

»Je mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die Ansicht falsch ist. Menschen, die Recht haben, stehen meistens allein.«



Die Ansicht einer Mehrheit sichert weder die politisch beste Lösung noch die Richtigkeit der Meinung. Andererseits legen Rechthaber in der Politik selten demokratisches Verhalten an Tag.

Dies ist ein grundlegendes Problem demokratischer Entscheidungen. Demokratisch ist es, mit überzeugenden Argumenten Mehrheiten zu gewinnen. Davon ist die GroKo aber weit entfernt.

»Eine Große Koalition bildet man nicht deshalb, weil man sich davon einen unmittelbaren parteitaktischen Vorteil verspricht, sondern weil eine Partei ihre staatspolitischen Vorstellungen durchsetzen will.«