Samstag, 28. April 2018

Die Irrtümer des Karl Marx


Karl Marx


Nach der Lehre von Karl Marx - in Anlehnung an Hegel - vollzieht sich Geschichte unter dem Aspekt des Fortschritts. Seine Lehre ist dem gesellschaftlichen Fortschritt geradezu verpflichtet. Gemäß der Marxschen Lehre ist der Lauf der Geschichte gesetzmäßig vorherbestimmt und bewegt sich auf die klassenlose Gesellschaft unter Führung eines fortschrittlich gesinnten Proletariats zu.

Nur leider sind die fortschrittlichen Prognosen von Karl Marx über den Lauf der Geschichte so nicht eingetroffen. Nicht die klassenlose Gesellschaft stand am Ende der - vermeintlich fortschrittlichen - Entwicklung, sondern die Anpassung bzw. Vereinnahmung des Proletariats an die Industriegesellschaft, z.B. durch die Gründung von Arbeitervereinen und Gewerkschaften.

Der Kapitalismus hat sich hier als wesentlich anpassungsfähiger als die Lehre von Karl Marx erwiesen, die letztlich zur "Diktatur des Proletariats" und dem real existierenden Sozalismus mit ziemlich schrecklichen Folgen im 20. Jahrhundert geführt hat.

Allerdings war eben diese geschichtliche Entwicklung zum Zeitpunkt des Entstehens seines Werkes »Das Kapital« - 1867 im Band I und 1885 im Band II - in dieser Form nicht vorhersehbar. Marx kann als visionärer Philosoph im Grunde nichts dafür, daß die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hat.

„Wenn erst alle Köpfe sich ans Denken gewöhnt haben, werden auch alle Irrtümer zutage kommen.“

Maxim Gorki


Der geschichtliche Fortschrittsgedanke des Karl Marx ist nicht eingetreten. Auch Hegel lag mit seinem geschichtlichen Fortschrittsgedanken ja bereits falsch. Der Laiuf der Geschichte liefert wenig Grund zu allgemeinem Optimismus. Es ist jedoch ein besonderes Indiz dafür, daß die Geschichte eben gerade nicht vorherbestimmt ist, wie er es in seiner wissenschaftlichen Lehre bekanntlich verkündet hatte.

Während Marx davon ausging, daß die Bildung einer Klassengesellschaft und der Klassenkampf die Voraussetzungen für die Überwindung des Kapitalismus bilden, so verschärfen sich heute die Gegensätze in Form von Umverteilung, Ausgrenzung und Terrorismus. Die Gegensätze, die dazu führen werden, daß sich die Gesellschaft weiter spalten wird.

Die Konsequenz ist eine Gegenbewegung, die vom Populismus eines Haider über neue Regionalismen à la Bossi bis zu den "ethnischen Säuberungen" im ehemaligen Jugoslawien reicht. Gleichzeitig hat sich in der ganzen Welt der Abstand zwischen Arm und Reich vergrößert. Im 21. Jahrhundert führt das jedoch nicht mehr zum "Klassenkampf", sondern zu Migration und neuen "individualisierten" Formen des Konflikts wie Mafia oder Terrorismus.

Weblink:

Das Kapital - Wikipedia.org - http://de.wikipedia.org/wiki/

Literatur:

Marx. Der Unvollendete
Marx. Der Unvollendete
von Jürgen Neffe


Blog-Artikel:

Wie aktuell sind Marx Ideen heute?

Karl Marx 200. Geburtstag

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe

Montag, 23. April 2018

Vaclav Klaus-Rede: "Über die Zukunft Europas"

Vaclav Klaus

Vaclav Klaus war von 1992 bis 1998 Ministerpräsident, von 1998 bis 2002 Vorsitzender des Abgeordnetenhauses und von 2003 bis 2013 Staatspräsident. Klaus bezeichnet sich selbst als Anhänger von Margaret Thatcher, Ronald Reagan, Milton Friedman, Friedrich Hayek. Der Präsident hielt vor 10 Jahren am 23. April 2008 eine bemerkenswerte Rede vor der Bertelsmann Stiftung in Berlin unter dem Titel "Zukunft Europas: Beethoven oder Schönberg, Ode an die Freude oder Dodekaphonie?"

Auf der einen Seite sehe ich eine seltsame ideologische Ruhe, die nach dem Fall des Kommunismus eingekehrt ist. Europa bewegte sich trotzdem. Während die Europäer vom Ende der Geschichte geträumt haben, ist es schleichend zu einer wichtigen Verschiebung gekommen. Die Richtung der Verschiebung an der Achse Bürger-Staat und an der Achse Markt-zentralistische Regulierung und Reglementierung war ganz anders als wir in den damaligen kommunistischen Ländern in dem glücklichen Moment des Falls des Kommunismus erwartet haben.

Wir wollten näher am Bürger und am Markt und weiter vom Staat und seiner Regulierung sein als wir heute sind. Es ist leider nicht so. Wir sind wieder von David Hume und Adam Smith zu J. J. Rousseau gegangen, obwohl wir geglaubt haben, dass es anders sein wird. Dies nicht zu merken, könnte fatal sein.

Ich sehe auch die formale Freiheit und Demokratie, die sich aber in der Realität in ein reguliertes System und in die Postdemokratie umwandeln. Die Rechtsordnung innerhalb der einzelnen Staaten stellt den Bürger gegenüber dem Staat immer mehr in eine untergeordnete Position und die wachsende Rolle von internationalen Organisationen (vor allem von der EU) vergrößert den Abstand zwischen dem Bürger und dem Politiker auf früher ungeahnte Weise.

Quelle:

Vaclav Klaus in seiner Rede vor der Bertelsmann Stiftung in Berlin, 23. April 2008 unter dem Titel "Zukunft Europas: Beethoven oder Schönberg, Ode an die Freude oder Dodekaphonie?"

Weblink:

Vaclav Klaus-Rede: "Über die Zukunft Europas"

Samstag, 14. April 2018

»Marx. Der Unvollendete« von Jürgen Neffe

Marx. Der Unvollendete
Marx. Der Unvollendete

Karl Marx, der revolutionäre Querkopf und Vordenker des 19. Jahrhunderts, ist wieder da. Marx ist nicht der tote Hund der Geschichte, wie Hegel ihn einst bezeichnet hat. Seit der Kommunismus in seinem Namen – aber nicht in seinem Sinne – Geschichte ist, feiert er ein bemerkenswertes Comeback.

Die Lehre von Marx ist unvollendet geblieben wie sein Werk. Die Ideen sind in Marx Namen missbraucht worden, aber nicht in Marx Sinne angewendet worden. Anlässlich seines 200. Geburtstags erkundet Jürgen Neffe dessen Ursachen – in Marx´ Schriften wie in seiner Biografie. Nach dem Ende des Kommunismus galt er vielen als „toter Hund“. Erst in der Finanzkrise erlebten Karl Marx und seine Theorien eine Renaissance. Warum, erklärt sein Biograf Jürgen Neffe.

Er schildert das Leben eines Flüchtlings und geduldeten Staatenlosen, der für seine Überzeugungen keine Opfer scheut. Weder Krankheit, Armut, Ehekrisen noch Familientragödien halten ihn davon ab, beharrlich an seinem Werk zu arbeiten. Mit seiner Analyse des Kapitalismus als entfesseltes System sagt er die globalisierte Welt unserer Tage bis hin zur Finanzkrise voraus.


Neffe zeichnet die Entwicklung der Marxschen Gedankenwelt von Entfremdung und Ausbeutung in den Frühschriften bis zur ausgereiften Krisentheorie im Kapital nicht nur nach. Als erfahrener Popularisierer der Wissenschaft erklärt er die Theorien in verständlicher Form und konfrontiert sie mit der Realität des 21. Jahrhunderts.

Literatur:

Marx. Der Unvollendete
Marx. Der Unvollendete
von Jürgen Neffe


Weblink:

Jürgen Neffe: Was Karl Marx uns heute zu sagen hat - www.vorwaerts.de

Samstag, 7. April 2018

»Wahre Meisterwerte« von Wolfgang Ullrich

Wahre Meisterwerte


»Wahre Meisterwerte: Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur« lautet der Titel des neuen Essays von Wolfgang Ullrich, in dem der Philosoph sich mit der Frage auseinandersetzt, was uns Werte in der Gesellschaft in der heutigen Zeit bedeuten. Die globalisierte Welt ist eine Herausforderung an tradierte Werte und Normen in unserer Gesellschaft. Dies ist eine kritische aktuelle Bestandsaufnahme die plausible Einblicke liefert. Das Werk ist ein Essay über das Unbehagen im Umgang mit Werten.

Werte sind der Ausdruck einer kulturellen Identität und lassen eine Gemeinschaft entstehen. Wer sich zu den gemeinsamen Werten bekennt, ist ein Mitglied dieser Geminschaft. - Wie entstehen Werte und wie leben sie fort? Bestimmen sie unsere Herkunft und unsere Zukunft? Diesen und anderen Fragen geht Wolfgang Ullrich auf den Grund. Alles dreht sich um Werte. Sie werden von Politikern herbeizitiert, gerne bekennt man sich zu ihnen? in der Konsumwelt, in der politischen Aktionskunst, beim Wohnen, beim Essen und im Fitnesskult.

Wolfgang Ullrich nimmt die Karriere der Werte in verschiedenen Bereichen unter die Lupe. Seine These: Sich zu Werten zu bekennen ist so beliebt, weil es dem Selbstbewusstsein schmeichelt. Man darf sich dann moralisch gut und sogar kreativ fühlen.

Ullrich untersucht, wie Werte im Einzelnen in Szene gesetzt werden. Aber er fragt auch, wie sich gesellschaftspolitische Debatten unter diesen Vorzeichen entwickeln. Verkümmert nicht jegliche Streitkultur, wenn jeder individuell damit beschäftigt ist, sich im Namen von Freiheit, Nachhaltigkeit oder Sicherheit zu profilieren? Nicht zuletzt erörtert Ullrich die Rolle politischer Parteien in einer Zeit, in der der Plural an Werten für viele Menschen attraktiver ist als der Singular einer Weltanschauung oder eines Programms


Wolfgang Ullrich hat mit seinem neuesten Buch nicht nur eine persönliche und kritische Bestandsaufnahme zur Allgegenwart der Werte vorgelegt. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen leistet es außerdem einen wichtigen Beitrag zur Frage, in was für einer Gesellschaft wir zukünftig leben wollen. Ullrich entzaubert kapitelweise das vermeintlich massive und unüberwindbare Wertegebäude als ein potemkinsches Konstrukt neuester Zeit, das in öffentlichen Auseinandersetzungen selten in Frage gestellt wird.

Als Leser begleitet man den Autor auf einer äußerst reflektierten Reise durch ein ganzes Werteuniversum, das wir angesichts der Inflation zahlreicher Begriffe kaum noch bewusst wahrnehmen. Ullrich, das wird sehr schnell klar, bereiten die nahezu täglich plakatierten Werte in Politik, Kunst, Kultur, Gesellschaft und Konsumalltag großes Unbehagen, das er sehr oft zunächst als persönliche Wahrnehmung formuliert und anschließend das Für und Wider hinterfragt. Er führt gleichsam einen inneren und spannenden Dialog mit seinen Lesern, die seinen Argumentationen dadurch problemlos folgen können.

Ullrich zeigt anschaulich, dass unser Leben nicht mehr von allgemein gültigen und egalitären Kardinaltugenden, Idealen oder gar dem kategorischen Imperativ geprägt ist, sondern wir in einer heterogenen Gesellschaft leben, die vor allem durch das Bekenntnis zu Werten gekennzeichnet ist. Der Autor fokussiert den Blick nicht nur auf die offensichtlichen und naheliegenden politischen und kulturellen Wertedebatten, er schlägt überall Brücken zwischen verschiedenen Kulturbreichen wie der Wertephilosophie des späten 19. Jahrhunderts und dem expressionistischen Kunstverständnis eines individuellen Ausdruckswillens, er vergleicht den katholischen Ablasshandel mit Charity-Produkten zugunsten von Natur oder fairer Lohnarbeit und erläutert, was vormoderne Allegorienmalerei mit Waren zu tun haben, die dem Verbraucher das Bekenntnis zu einem Siegerdasein vermitteln. Sehr gut nachvollziehbar ist auch Ullrichs These, heutige Wertebekenntnisse und Werkheiligkeit entsprächen den Selbstverständnissen der katholischen Kirche vor 500 Jahren, immaterielles Heil durch materielles Standing erreichen zu können, eine Praxis, die bekanntlich zum Siegeszug und den gewaltigen Umwälzungen des Protestantismus führten.

Viele Leser wird überraschen, wie viel Raum die genaue Beobachtung der Instrumentalisierung von Werten innerhalb unserer warenproduzierenden und warenkonsumierenden Gesellschaft in dem Buch einnimmt. Konsum ist für Ullrich nicht nur ein Spiegel der Wertebekenntnisse. Die Waren selbst werden zu Trägern verschiedener Werte, der Kaufakt wird zu einem wohlfeilen Handlungsäquivalent als Selbstbestätigung des guten Gewissens, das dann über soziale Medien sorgfältig inszeniert und zelebriert wird. Ein großer Teil des Buches befasst sich folgerichtig mit der Aufwertung - im wahrsten Sinne des Wortes - von Konsumprodukten und der zunehmenden Identifikation von Menschen mit Waren. Ullrich belegt seine These mit einer großen Auswahl an konkreten Beispielen und beschreibt, ohne explizit darauf einzugehen, gleichsam eine Variante des Marx'schen Fetischcharakters der Warenform als absolutes, gesellschaftlich konstituierendes Merkmal des Kapitalismus.

Der Autor hätte natürlich auf das Phänomen des Green-washing, die Paradoxien von Fairtrade-Produkten und weiteren, reinen Marketing- und PR-Methoden eingehen können, wäre dann aber im weiten Feld der Kapitalismuskritik gelandet, was Rahmen und Thema des Buches gesprengt hätte.




Er stimmt nicht in den kulturpessimistischen Chor wertkonservativer Konsumkritik ein, um womöglich andere oder vermeintlich bessere Werte zu fordern. Vielmehr analysiert er die Folgen dieser Werteethik für die Gesellschaft und sieht in einem entstehenden Gewissenshedonismus die eigentliche Gefahr, die er als eine neue Form der Klassengesellschaft beschreibt. Solange Wertbekenntnisse, die gemeinhin mit dem guten Leben in Verbindung gebracht werden, vorwiegend über die Identifikation mit einem vermeintlich wertebewussten Konsum oder Besitz von entsprechenden Waren in Verbindung gebracht werden, sieht Ullrich diejenigen ausgeschlossen, die auf Grund ihrer persönlichen Verhältnisse nicht über die zum Wertebekenntnis notwendigen Mittel an Geld, Zeit und Bildung verfügen. Diese gefährliche Aufspaltung der Gesellschaft beschreibt er als Bildung einer "Moralaristokratie" und eines "Moralproletariats", also als Diversifikation in unterschiedliche, voneinander streng getrennte Milieus als Folge des Siegeszugs einer Werteethik. Auch hier zeigt er konkrete Ausformungen und Beispiele von Wertebekenntnissen linker und rechter Gruppierungen.

Mit begrenztem Optimismus sieht der Autor die Lösung der vorherrschenden Werteethik in den Mitteln der Aufklärung und der Reflektion, nicht zuletzt aber in der Hoffnung auf eine intensive, gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit der aktuell viel zu hoch gesetzten Bedeutung und den daraus entstehenden Gefahren allgegenwärtiger Wertebekenntnisse.

Dies ist ein engagiertes und streitbares Plädoyer. Was uns lieb und teuer ist wird anhand von verschiedenen Phänomenen unter die Lupe genommen.

Literatur:

»Wahre Meisterwerte«
Wahre Meisterwerte: Stilkritik einer neuen Bekenntniskultur
von Wolfgang Ullrich

Donnerstag, 5. April 2018

Thomas Hobbes 230. Geburtstag

Thomas Hobbes

Thomas Hobbes wurde am 5. April 1588 in Westport bei Malmesbury geboren. Hobbes war ein englischer Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph. Er wurde durch sein Hauptwerk Leviathan bekannt, in dem er eine Theorie des „Absolutismus“ entwickelte. Er gilt als Begründer des „aufgeklärten Absolutismus“. Des Weiteren ist er neben John Locke und Jean-Jacques Rousseau einer der bedeutendsten Theoretiker des Gesellschaftsvertrags.

Er erhielt eine gute Ausbildung in klassische Sprachen, am College spezialisierte er sich dann auf Logik und Physik des Aristoteles. Nach dem Studium wurde er Erzieher bzw. Sekretär junger Adeliger und begleitete diese auf mehrjährige Bildungsreisen auf das europäische Festland. Als noch entscheidender für die

Geprägt wurde seine politische Theorie durch seine Erfahrungen im englischen Bürgerkrieg. Hobbes lebte in Zeiten des Wirtschaftsumbruches und der ständigen Kämpfe in Religionsfragen wie auch im Kampf zwischen der Krone und dem Parlament. Aus Furcht floh er nach Frankreich, da sich 1640 die Parlamentspartei durchsetzte, er aber die absolutistische Politik des Königs befürwortete. Dort stieß er unter anderem auf Euklids „Elementa“, die seit dem seine wissenschaftliche Methode geprägt hat.

Hobbes’ staatstheoretische Lehren bilden aus heutiger Sicht den zentralen Teil seines Werkes. Sie sind es, die ihm einen herausgehobenen Platz in der Philosophiegeschichte sichern. Einerseits legt er sie in »Elements of Law« von 1640 sowie in »De Cive« von 1642 dar, dem dritten Teil der Trilogie »Elementa Philosophiae«.

Vor allem aber sind sie Gegenstand seines Hauptwerks, des »Leviathan« von 1651. Dort beschäftigt er sich mit der Überwindung des von Furcht, Ruhmsucht und Unsicherheit geprägten gesellschaftlichen Naturzustands durch die Gründung des Staates, also der Übertragung der Macht auf einen Souverän. Dies geschieht durch einen Gesellschaftsvertrag, in dem alle Menschen unwiderruflich und freiwillig ihr Selbstbestimmungs- und Selbstverteidigungsrecht auf den Souverän übertragen, der sie im Gegenzug voreinander schützt. Rechtlich gesehen wird der Gesellschaftsvertrag zu Gunsten des kommenden Souveräns geschlossen. Weil dieser aber selbst kein Vertragspartner ist, gibt der Vertrag also den ihn Schließenden gegenüber dem Souverän weder ein Kündigungs- noch ein Widerstandsrecht.

Mit dem Naturzustand hat sich Hobbes schließlich im Gegenstück zum »Leviathan« befasst, dem »Behemoth« von 1668, der erst postum 1682 veröffentlicht werden konnte.

Hobbes bekleidete nie ein politisches Amt, verbrachte allerdings sein ganzes Leben in der Nähe von maßgeblichen Politikern seiner Zeit. Hobbes hatte sich im Streit zwischen Krone und Parlament anonym für die Rechte von König Karl I. und gegen das Unterhaus eingesetzt und musste deshalb 1640 nach Frankreich ins Exil fliehen.

Thomas Hobbes starb am 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire.