Samstag, 22. April 2017

»Gegen Demokratie« von Jason Brennan

Gegen Demokratie
Gegen Demokratie

»Gegen Demokratie« ist das neueste Werk des amerikanischen politischen Philosophen Jason Brennan. Brennan plädiert darin für eine Herrschaft der Wissenden und eine informierte Demokratie bzw eine Demokratie gut informierter Bürger. Es geht ihm um Regierbarkeit im Zustand der Mündigkeit und Infomiertheit der Bürger und Wähler.

Der angesehene Philosoph zeigt, dass eine Herrschaft der Wissenden die bürgerlichen Freiheiten besser schützen und fördern kann als die Demokratie, wie wir sie kennen. Er entwickelt in seinem Buch Argumente, warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen und für eine Herrschaft der Wissenden.

Demokratie als Staatsform generiert nicht automatisch Weisheit oder Klugheit und sie ist auch keine Staatsform der Weisen und der Wissenden. Das wußte bereits der Philosoph Platon in der Antike - ein erkläter Gegner der Demokratie. Er vertrat die Auffassung, daß ein Staat nur dann gut regiert sei, wenn seine Lenkung in der Hand von Philosophen liege und plädierte daher für einegemäßigte Epistokratie.

Jason Brennan erhebt eine provokante Forderung: Die Demokratie soll endlich nach ihren Ergebnissen beurteilt werden. Und die sind keineswegs überzeugend. Demokratie führt oft dazu, dass lautstarke Meinungsmacher den Bürgern ihre fatalen Entscheidungen aufzwingen.

Zumal die Mehrheit der Wähler uninformiert ist, grundlegende ökonomische und politische Zusammenhänge nicht begreift, aber dennoch maßgeblich Einfluss auf die Politik ausübt. Wir sollten anerkennen, dass das Wahlrecht kein universales Menschenrecht ist, sondern nur verantwortungsvollen, informierten Menschen mit politischen Kompetenzen zusteht.


Die Demokratie in ihrer gegenwärtigen Form ist ungerecht. Viele unschuldige Menschen werden großen Risiken aussetzt, indem wir ihr Schicksal in die Hände schlecht informierter, irrationaler, voreingenommener und manchmal unmoralischer Entscheidungsträger legen. Denn die meisten Wähler sind politisch inkompetent.

Jason Brennan spricht dem Volk die Mündigkeit zur Demokratie einfach ab. zufolge gibt es in einer Demokratie drei Typen von Bürgern: Die uninteressierten, meinungslosen Hobbits und die meinungsstarken, aber nicht ausreichend informierten Hooligans stellen die Mehrheit der Wähler dar. Nur die kleine Gruppe der Vulkanier denkt rational. Sie akzeptiert als wahr, was empirisch bestätigt wurde, und versucht, zu objektiven Urteilen zu kommen.

Gegen Demokratie
Gegen Demokratie

»Gegen Demokratie« ist eine Schrift für eine Herrschaft der Wissenden und gegen den Populismus und ein Plädoyer für eine Epistokratie im Sinn von Platon, für den der Einfluß der Weisen und Wissenden  zum Tragen kommen sollte. Diese Philosophenherrschaft ist ein zentrales Element der politischen Philosophie des antiken griechischen Philosophen Platon (428/427 – 348/347 v. Chr.). Platon vertritt in seinem Dialog »Politeia« (»Der Staat«) die Auffassung, ein Staat sei nur dann gut regiert, wenn seine Lenkung in der Hand von Philosophen sei.

Mit Verve und anhand prägnanter Beispiele zeigt Brennan, dass eine gemäßigte Epistokratie – eine Herrschaft der Wissenden – die sinnvollere Regierungsform im 21. Jahrhundert ist. Brennan kann zwar belegen, wer die Unvernünftigen - die politisch Unmündigen - sind und wozu politische Unvernunft in der Politik führt, aber die Schwäche des sehr lesenswerten Buches ist jedoch eindeutig, daß er nicht begründen kann, wer zu der Gruppe der Wissenden gehören soll und wer davon ausgeschlossen wird.

Die Wissenden verfolgen dabei nicht nur ihre eigenen Interessen, sonder auch die der herrschenden Klasse. Gefahr der Herrschaft der Spezialisten, Technkraten und Bürokraten.

Literatur:

Gegen Demokratie
Gegen Demokratie
von Jason Brennan


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