Samstag, 1. April 2017

David Humes Skeptizismus

David Hume

David Hume war einer der Mitbegründer der schottischen Aufklärung. Er erfand den modernen Liberalismus in seiner konservativen Ausprägung als Programm zur Vermehrung des Wohlstands und zur Zerschlagung des religiösen und säkularen Aberglaubens.

Sein Gegenspieler war der französisch-schweizerische Philosoph Jean-Jacques Rousseau, ein Kulturpessimist, der an die Kraft einer vernunftbegabten Elite glaubte, der er mehr zutraute als dem gewöhnlichen Volk. An den beiden lassen sich noch immer die wichtigen Strömungen des europäischen Denkens bis in seine Abgründe hinein verfolgen.

Predigern und Missionaren misstraute er, er setzte stattdessen auf die Erkenntnisse der Erfahrungswissenschaft. Rousseau dagegen war der ideologische Vorbote der Französischen Revolution, welche die Welt auf dem Reissbrett neu erfinden wollte. Humes wichtigste Erkenntnis: Unternehmerische Tätigkeiten fördern das moralische Bewusstsein, indem sie, wie es der Hume-Forscher Gerhard Streminger ausdrückte, »ein allgemein kontaktreiches Klima schaffen, in dem moralische Empfindungen sich entwickeln«.


Der Schotte David Hume war auch der Begründer eines gesunden Skeptiszismus, die Grundlage einer kritischen und hinterfragenden Philosophie. Er verband dabei äußersten Skeptizismus und Pragmatismus zu einer nüchternen, aber menschenfreundlichen Philosophie. Einen Weg aber, aus ihr heraus die Religion positiv zu werten, sah er nicht. Seine Skepsis war das, was bei René Descartes der Zweifel war.

Er ging schlicht davon aus, dass der durchschnittliche Mensch ein durchschnittlich guter Mensch ist und dass der unebene Boden der Tatsachen, beschritten mit dem Bedacht des gesunden Menschenverstandes, immer noch den besten Grund für ein leidliches Zusammenleben der Menschen darstellt. Alle metaphysische Spekulation aber gefährdet nach ihm das labile Gleichgewicht von Mensch und Gesellschaft.

Das war sein letztes Wort. Sein Wahlspruch war immer gewesen: "Bleib nüchtern und vergiss nicht, skeptisch zu sein." Er starb friedlich und gefasst, ohne geistlichen Beistand, in seinem Haus in Edinburgh, im August des Jahres 1776. Er bleibt in Erinnerung als einer der Philosophen, die dem freien Denken in Europa Bahn geschaffen haben, die das Christentum und ihre Theologie durch - nun ja - ein Fegefeuer getrieben haben, auf das viele Christen heute stolz sind.

Humes Empirismus macht Sinn für den naturwissenschaftlichen Bereich; aber seine skeptische Haltung allem unerklärlichen, Numinosen gegenüber geht entschieden zu weit: da ist er ein schlechter Menschenkenner!

Literatur:

David Hume: Der Philosoph und sein Zeitalter
David Hume: Der Philosoph und sein Zeitalter
von Gerhard Streminger




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