Samstag, 27. Dezember 2014

Der Philosoph Slavoj Zižek über das Jahr 2014

Slavoj Žižek


Slavoj Zižek betrachet die Welt in einem globalen Blick und macht sich notizhaft seine Gedanken zur Beschaffenheit der Welt. Auch zu dem krisenhaften Jahr 2014 hat Zižek seine Meinung.

"Die globale Welt ist heute so beschaffen, dass es irgendwann einen großen Knall geben wird", sagt Zižek. Denn für die Krisen ist noch immer allein eine Ideologie verantwortlich: der globale Kapitalismus. "Aber erst wenn wir das als unausweichliches Schicksal akzeptieren, können wir auch wirklich etwas dagegen tun." Unsere Welt ist in eine Schieflage geraten.

Zižek erklärt in einem globalen Blick seine Gründe warum:

Aufklärung ...

"Aufklärung, das kann für mich nie nur persönliche Freiheiten bedeuten", sagt Zižek. "Aufklärung heißt nicht, dass ich mit allen Sex haben kann oder alle Bücher lesen kann, die ich will. Aufklärung bedeutet, dass die Menschen in der Lage sind, sich politisch zu mobilisieren, um die grundlegende soziale Struktur der Gesellschaft zu verändern, in der sie leben."


Russland ...

"Ich halte alle diese Ideen, dass Putin die alte Sowjetunion oder den KGB verkörpert, für extrem dumm", so Žižek. "Nein, es ist ein neuer, autoritärer Kapitalismus. Ich mache mir wirklich Sorgen, kein Witz. Wir sind heute Zeugen einer gefährlichen Entwicklung, nämlich der Scheidung der vermeintlich ewigen Ehe zwischen Demokratie und Kapitalismus."


Demokratie ...

"Es gibt kein staatliches Organ mehr, das noch als unvoreingenommen wahrgenommen wird", ist Žižek überzeugt. "Auf einmal stellt man fest, dass illegale und brutale Gewalt waltet. Da ist ein Zeichen, dass etwas so fundamental schief läuft in unserer Gesellschaft, sodass wir noch nicht einmal einen Weg finden, darauf direkt und rational zu reagieren. Das ist ein sehr gefährliches Phänomen."


Ideologie ...

"Heute funktioniert Ideologie nicht mehr, indem sie uns unterdrückt", so der Theoretiker. "Im Gegenteil: Wir sind dazu verpflichtet, immer mehr zu wollen, uns neu zu erfinden, mit Sex zu experimentieren. So, als ob wir unter dem Einfluss eines obszönen Super-Egos stehen würden, das sich daran erfreut, dass wir immer mehr verlangen. Genau das führt zur Depression."

Folter ...

"Uns ist die ethische Substanz verloren gegangen", so der Philosoph. "Es ist schrecklich, wenn man auf einmal offen über Folter diskutieren kann. Es spielt keine Rolle, ob du dabei dafür oder dagegen bist. Auf eine gewisse Art ist es sogar gefährlicher, wenn du dagegen bist. Wenn du dich für Folter aussprichst, wirkst du wie ein rechter, autoritärer Idiot. Wenn du aber gegen Folter bist, wahrst du die Haltung eines rationalen Liberalen. Nichtsdestotrotz machst du das Thema damit salonfähig."


Samstag, 20. Dezember 2014

Plotin - der bekannteste Vertreter des Neuplatonismus

Plotin und der Neuplatonismus

Plotin lebte von 205 bis 270 v. Chr. Der antike Philosoph war der Begründer und bekannteste Vertreter des Neuplatonismus, einer Verbindung der Ideenlehre Platons mit orientalisch-mystischen Elementen, nach der der Mensch nur durch Loslösung von der sinnlichen Welt zur Vollendung kommen kann.

Plotin prägte maßgeblich die Philosophie der Spätantike und hatte darüber hinaus größten Einfluss auf die gesamte metaphysische Tradition des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit.

Der ab 260 als Alleinherrscher regierende, für kulturelle Belange aufgeschlossene Kaiser Gallienus und seine Frau Salonina schätzten und förderten Plotin. Unter dem Eindruck der kaiserlichen Gunst fasste Plotin den Plan der Neubesiedlung einer verlassenen Stadt in Kampanien. Sie sollte nach den von Platon entworfenen Gesetzen regiert werden und Platonopolis heißen.

Er selbst wollte mit seinen Schülern dorthin ziehen. Porphyrios berichtet, dieses Vorhaben habe dank Plotins Einfluss beim Kaiser gute Aussicht auf Verwirklichung gehabt, sei aber an Hofintrigen gescheitert.

Nicht nur als Philosophielehrer war Plotin in der politischen Führungsschicht angesehen. In Streitfällen wählte man ihn gern als Schiedsrichter. Viele vornehme Römer bestimmten ihn vor ihrem Tod zum Vormund ihrer noch unmündigen Kinder. Sein Haus war daher voll von Heranwachsenden beiderlei Geschlechts, deren Vermögen er gewissenhaft verwaltete. Bei der Erziehungstätigkeit kam ihm seine von Porphyrios gerühmte außergewöhnliche Menschenkenntnis zugute.

Wie bei den antiken Philosophen üblich fasste Plotin die Philosophie nicht als eine unverbindliche Beschäftigung mit gedanklichen Konstrukten auf, sondern als ideale Lebensweise, die im Alltag konsequent zu verwirklichen war. Dazu gehörte für ihn eine asketische Ernährung, wenig Schlaf und unablässige Konzentration auf den eigenen Geist bei allen Tätigkeiten.

Das Erkenntnisstreben war bei ihm zugleich ein religiöses Erlösungsstreben. Sein religiöses Leben spielte sich aber nicht im Rahmen gemeinschaftlicher Betätigung nach den traditionellen Gepflogenheiten eines Kults ab, sondern bildete einen strikt privaten Bereich. An den herkömmlichen religiösen Festen, Riten und Opfern beteiligte er sich nicht. Bekannt ist sein programmatischer Ausspruch, er nehme nicht am Gottesdienst teil, denn „jene (die Götter) müssen zu mir kommen, nicht ich zu ihnen“.

Seine Aufmerksamkeit richtete sich auf die „formlose“ Gottheit, mit der er sich zu vereinigen strebte. Porphyrios schreibt, diese Vereinigung sei Plotin in den fünf Jahren, die sie zusammen verbrachten, viermal zuteilgeworden. Ein solches Erlebnis wird mit dem griechischen Fachbegriff „Henosis“ (Vereinigung, Einswerdung) bezeichnet.

Ab 244 lebte er in Rom, wo er eine Philosophenschule gründete, die er bis zu seiner tödlichen Erkrankung leitete.

Weblinks:
Plotin und der Neuplatonismus
Plotin und der Neuplatonismus
von Jens Halfwassen

Plotin: Eine Einführung
Plotin: Eine Einführung
von Susanne Möbuß

Dienstag, 16. Dezember 2014

Die Bedeutung der »Bekenntnisse« des heiligen Augustinus

Augustinus


Durch die grundsätzlichen Erwägungen über das Wesen des Menschen sind die »Bekenntnisse« des heiligen Augustinus mehr als nur eine Biographie - sie gelten vielmehr als die erste Autobiographie der Literatur.

Wie Augustinus bemerkt, hat der Titel zwei Bedeutungen: "Confession" im Sinne von "Schuldbekenntnis" und "Confessio" im Sinne von "Glaubensbekenntnis".

Autobiografische Elemente, philosophisch-theologische Betrachtungen, Gebet und psychologische Analyse verbinden sich zu einem einziartigen Geamtkunstwerk, das viele in seinen Bann geuogen hat.

Bekenntnisse
Bekenntnisse


In den dreizehn Büchern der »Bekenntnisse« schildert Augustinus sein Leben und gibt Einblick in die Höhen und Tiefen der menschlichen Seele und des menschlichen Wesens.

Die »Bekenntnisse« beschreiben introspektiv die Phasen der geistigen Entwicklung Augustins. Er analysiert sein frühes Leben, seine ständige Suche nach Wahrheit und seine Bekehrung.

Neben den unmittelbar theologischen Einsichten geben die »Confessiones« Einblick in das menschliche Seelenleben überhaupt und offenbaren dabei eine bis heute unerreichte Tiefe und Subtilität.

Aurelius Augustinus stellte sich in seinen »Confessiones« u.a. die Frage, was Gott tat, bevor er die Welt erschuf.

Weblink:

Bekenntnisse
Bekenntnisse
von Aurelius Augustinus

Samstag, 13. Dezember 2014

»Bekenntnisse« von Aurelius Augustinus

<center><img title="»Bekenntnisse« von Aurelius Augustinus" src="https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQhcSxiyBrERuobsc8xfkomWQk91_5DFwa95PnT3pksjNoDX6pM" height="125" width="150" alt="Augustinus"/></center> 

Die »Bekenntnisse« aus der Feder des Philosophen und Kirchenlehrers Augustinus gehören zu den berühmtesten Autobiographie des Abendlandes. Der Kirchenvater Aurelius Augustinus beschreibt darin seine Entwicklung hin zu Gott.

Die <a title="»Bekenntnisse« von Aurelius Augustinus" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423300930/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank">»Bekenntnisse«</a> sind eine Mischung aus verzweifelter Anrufung Gottes, philosophisch-theologischer Spekulation und Autobiografie. Die 13 Bücher richten sich an Gott, schildern den stilisierten Werdegang des Verfassers so, dass der Leser sich darin wiederfinden kann.

Die »Bekenntnisse« von Aurelius Augustinus schildern den Kampf zwischen den körperlichen und geistigen Dimensionen des Menschen, die Auseinandersetzung einer faszinierenden Person mit sich selbst und seiner Biografie, die dem Leser zugleich Wegweiser zu Gott sein soll. Es ist die Geschichte einer Bekehrung, fesselnd in ihrer Suche nach Ruhe und absoluter Wahrheit, erschreckend in der konsequenten Ablehnung des körperlichen Menschen.

<!-- Augustinus beginnt mit harscher Kritik an den Bildungsinhalten, die er in der Schule erlernte, die ihn aber nur von Gott entfernten. Ebenso scharf geht er mit sinnlichen und körperlichen Vergnügungen ins Gericht. Ausführlich beschreibt er seine fehlgeleitete Leidenschaft, die er auf körperliche Genüsse und materiellen Reichtum zurückführte, anstatt sie als eine Sehnsucht nach Gott zu verstehen. Mit Verachtung schildert er seine Jugendzeit voller Irrtümer, Vergehen und Sünden, berichtet von seinem geistigen »Irrweg« zur heidnischen Philosophie und zum Manichäismus. -->Über die Lehren Platons kommt Augustinus zu Paulus und zur Einsicht Gottes. »Nimm und lies« fordert ihn im 8. Buch eine Stimme auf. Er greift zum Römerbrief und wird von der zweifelsfreien Einsicht übermannt. In einem Akt der Erleuchtung begreift er Gott als das Zentrum seiner Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte.

Weblink:

<a title="»Bekenntnisse« von Aurelius Augustinus" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423300930/zitatenschatz-21" rel="nofollow" target="blank"><img alt="Bekenntnisse" src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3423300930.03.TZZZZZZZ.jpg" height="75" width="57" border="0"/><br />Bekenntnisse</a> von Aurelius Augustinus

<!--
Zunächst nur eingestreut finden sich knappe Bestimmungen fundamentaler philosophischer Begriffe wie des Schönen. Nach der Schilderung seiner Bekehrung bestimmen diese theologisch-philosophischen Spekulationen und Reflexionen die weiteren Bücher. Augustinus entwirft darin eine Theorie des Geistes, der Sinne und des Gedächtnisses sowie eine Auslegung der Genesis. Berühmt ist die Abhandlung über die Zeit im 11. Buch.

Die Bekenntnisse sind eine Mischung aus verzweifelter Anrufung Gottes, philosophisch-theologischer Spekulation und Autobiografie. Die 13 Bücher richten sich an Gott, schildern den stilisierten Werdegang des Verfassers so, dass der Leser sich darin wiederfinden kann.

Die Schriften des Augustinus haben das christliche Abendland zutiefst geprägt; durch seine Verbindung von philosophischer Reflexion und christlichem Glauben kann er als Vater der Theologie gelten. Mit den Bekenntnissen schuf er das Genre der Autobiografie; er prägte eine Literaturform, die den eigenen Werdegang reflektiert, das Individuelle mit dem Allgemeinen verbindet und damit dem Leser Anleitung zur Selbstreflexion gibt. Bereits zu Lebzeiten, im Mittelalter, in der Renaissance und bis in die Moderne hinein war und ist Augstinus der wohl meistgelesene christliche Philosoph. -->

<!-- Die »Bekenntnisse« zeugen von einer Epoche, die man als »Zeitalter der Angst« bezeichnet hat. Die römische Welt versank: Bereits in zwei Teile gespalten, wurde Rom von wandernden Völkern angegriffen, im Jahr 410 von den Goten erobert. Um 400 zogen die Wandalen durch römische Provinzen und eroberten 438 Karthago. Der christliche Glaube war Staatsreligion geworden und hatte den Kaiserkult abgelöst.

 Die Strukturen des römischen Reiches waren einem tief greifenden Wandel unterzogen; historisch kann vom Ende der Antike gesprochen werden. Mit Augustinus beginnt die Geistesgeschichte des christlichen Mittelalters, die in den Bekenntnissen ihren exemplarischen Ausgangspunkt erhält. -->

Samstag, 6. Dezember 2014

»Woran glauben wir?«

Glaube
;

Es ist der Glaube, der uns antreibt. Was aber bedeutet Glaube? Zunächst einmal: Glauben kann man alles, was nicht als falsch bewiesen wurde. Glauben entsteht dort, wo die Erkenntnis an Grenzen stößt und der Zweifel entsteht. <i>»Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende alles Wissens«</i>, sagte bereits Goethe.

Viele glauben aber nicht mehr, was in der christlichen Lehre steht. Dennoch ist der Wille zu glauben ungebrochen. Je stärker die von den Religionen angebotenen Sinndeutungssysteme fragwürdig werden, desto stärker versucht der Mensch, eigene, oder besser gesagt neue Sinndeutungssysteme zu entwickeln.

Der Glaube ist göttlich, denn durch den Glauben kommt man zur Einsicht Gottes. Der Kirchenvater Augustinus kam über die Lehren Platons zu Paulus und zu dieser Einsicht. Doch nicht jeder begreift diese Einsicht als göttlich. Viele kommen durch den Glauben zur Einsicht, aber die ist nicht mehr göttlich. Durch den Glauben kann man auch zu sich selbst finden.

Der Glaube des Menschen an das Abbild Gottes schwindet. Wir verdienen es gar nicht, an einen Gott zu glauben, der uns nach seinem Abbild erschaffen haben soll. - <i>»Woran glauben wir?«</i> - Woran man glaubt, dass muss nicht mehr Gott sein. Was man sich ins Jenseits projeziert, denkt man sich selbst aus.

Die Glaubensinhalte sind so verschieden wie die Menschen. Der Mensch heutzutage will glauben, aber nicht jeder der glaubt, ist auch ein Gläubiger! Gebote und Verbote - alles ist heute irgendwie beschwerlich und hinderlich. Die Menschen wollen selbst bestimmen, woran sie glauben.

Auch die Bekenntnisse, woran man glaubt, ändern sich. Sie müssen nicht unbedingt religiöser Natur sein. Die Glaubensinhalte wandeln sich und werden meist vorgegeben. Häufig wabert der Glaube über der Leere des Lebens.

Glauben ist heute ein Religionsersatz für Skeptiker und Zweifler. Wer glaubt, mag hadern, aber er ist doch über grundsätzliche Zweifel erhaben. Leider ist Glaube Argumenten gegenüber häufig resistent.

Weblinks:

Religion - Gedanken über Kirche und Religion - autorenseite.wordpress.com Woran glauben-Blog - BR-Blog- blog.br.de

Sonntag, 23. November 2014

Pascals Offenbarungserlebnis in der Novembernacht 1654

Blaise Pascal



Ein religiöses Offenbarungserlebnis in einer Novembernacht 1654 ließ den französischen Mathematiker und Philosophen Blaise Pascal zu einem beherzten Streiter für das Christentum werden. In der Nacht des 23. November 1654 hatte Blaise Pascal ein Offenbarungserlebnis, das er noch nachts auf einem erhaltenen Blatt Papier, dem »Mémorial« (Erinnerungsblatt), aufzuzeichnen versuchte.

Es handelt sich um einen Text auf einem schmalen Pergamentstreifen, den Pascal bis zu seinem Tod offensichtlich immer wieder neu in das Futter seines Rockes eingenäht hatte und der nach seinem Tod von einem Diener zufällig entdeckt wurde.

Pascal trug diesen Zettel immer bei sich. Diese mystische Erfahrung musste ihm also sehr viel bedeutet haben. In stammelnden Worten, Rufen und mit langen Gedankenstrichen beschreibt sie Pascal.

Inhaltlich sagt er, dass Gott nicht über das Denken zu finden sei in philosophischen Gottesbeweisen ("nicht der Gott der Philosophen und Gelehrten"), sondern dass Gott eine Erfahrung sei wie Feuer, wobei er mit seinen Worten auf die Erzählung vom brennenden Dornbusch ausdrücklich anspielt.

Die von Pascal hinterlassenen Zeilen besagen, daß Pascal aus dem November-Erlebnis Schlüsse ziehen werde, die sein religiöses Dasein berühren: "Vollkommene Unterwerfung unter Jesus Christus und meinen geistlichen Führer".

Literatur:

Gedanken
Gedanken
von Blaise Pascal

Der Tod aus philosophischer Betrachtung

Keine Frage hat die Menschheit so sehr beschäftigt wie die Frage nach dem Tode - ob sie sich dem Problem bewußt gestellt hat oder ob sie ihm ausgewichen ist oder ob sie es zu verdrängen suchte.

Ebenso alt wie die Menschheit ist der Glaube, daß der Tod nicht sein Ende, sondern eine Fortsetzung oder ein Neubeginn ist, eine Fortsetzung zum Besseren oder zum Schlechteren. - Oder aber erwas ganz Neues, etwas  diameteral anderes, und sei es auch das Nichts.

»Der Tod ist der eigentlich inspirierende Genius der <a href="http://www.die-zitate.de/themen/492.php" target="blank">Philosophie</a>« schrieb bereits der pessimstische <a title="Arthur Schopenhauer-Biografien" href="http://www.die-biografien.de/biografien/492.php" target="blank">Arthur Schopenhauer</a>. »Schwerlich würde ohne den Tod philosophiert werden.« Und bereits über 2000 Jahre vor ihm hatte Platon gesagt, das ganze Leben der Philosophen sei ein Studium des Todes.

Die Ergebnisse der Betrachtung waren so vielfältig wie die Kulturen und Religionen der Menschheit es sind. Für viele östliche Religionen ist alles, was vor der Schwelle des Todes liegt, Trugbild und Schein. Erst hinter ihr beginnt die eigentliche Wirklichkeit.

Dem ist die abendländische Weltanschauung entgegengesetzt, für die das allein Wirkliche und darum allein Erstrebenswerte die Welt der gesunden Sinne ist. So wird das Leben des Menschen in der Spannung gehalten zwischen Todestrieb und Todesangst.

<!--
Welche Meinung wir auch immer über den Tod zu haben belieben, wir können sicher sein, dass sie bedeutungslos und wertlos ist.

Es gibt das Leben, aber es strebt von Anfang an auf die eigene Vernichtung zu. Wir werden geboren, um zu sterben, kommen in die Welt, um sie wieder zu verlassen. Wir sind, um nicht mehr zu sein. &lt;! - - (Seite 226) - - &gt;

Wie geht nun die Philosophie mit dem existenziellen Thema Tod und Sterben um? Wenn das Leben nun eine Entwicklung zum Tode hin ist, wie macht das Leben dann überhaupt Sinn? - Für Philosophen stellt sich die Frage der Diesseitigkeit.

Philosophen haben durchaus unterschiedliche Ansätze geliefert, sich dem Thema Tod gedanklich anzunähern. Das Los des irdischen Daseins tritt dabei in ganz unterschiedlicher Weise in Beziehung zum Tod.

Epikur forderte seinr Anhänger vor allem auf, sich von Ängsten, z.B. vor dem Tod und von materiellen Ängsten freizumachen, um Lust zu empfinden. Nach Ansicht des griechischen Philosophen Epikur wird das Unglück der Menschen in seinen Augen u.a. durch die Todesfurcht ausgelöst.

Der Epikureismus betont die Befreiung des Geistes von grundlosen Vorstellungen, die das Leben bedrohen wie z.B., dass der Tod ein Übel sei, das man fürchten müsse.

Der absurde Mensch rechnet zwar nicht mit der Zukunft, sondern eher mit dem Tod. Daraus resultiert aber gerade Lebenslust und -besessenheit, der absurde Mensch "hat es eilig, seine Zeit ist jetzt". Der absurde Mensch lebt im "Hier und Jetzt", er ist kein Aufschieber seines Lebens in eine ferne Zukunft. "Das Leben", schreibt der Epikureer Camus, "erleuchtet uns auch mit einem plötzlichen und verrückten Glück, das uns teilhaben lässt."

Der absurde Mensch rechnet zwar nicht mit der Zukunft, sondern eher mit dem Tod. Daraus resultiert aber gerade Lebenslust und -besessenheit, der absurde Mensch "hat es eilig, seine Zeit ist jetzt". Der absurde Mensch lebt im "Hier und Jetzt", er ist kein Aufschieber seines Lebens in eine ferne Zukunft. "Das Leben", schreibt der Epikureer Camus, "erleuchtet uns auch mit einem plötzlichen und verrückten Glück, das uns teilhaben lässt."

Für Albert Camus ist das Leben absurd, aber genauso absurd ist es, das Leben zu beenden. Camus zufolge bleibt uns nur, dieses absurde Leben zu wollen und die Absurdität mit diesem Willen und einem erklärten Ja zum Leben zu überwinden.

Für Heidegger beginnt das Trübsal des Lebens bereits in der Diesseitigkeit. Für ihn ist das Leben eine trübselige Veranstaltung. Heidegger begründete sein Denken vom Tod des einzelnen Menschen her und nicht von der Geburt. &lt;! - - Für Heidegger ist der Tod ein wesentliches Existenzial. - - &gt;

Das Los des irdischen Daseins ist für ihn auf den Tod hin angelegt. Für ihn ist das Leben bereits auf den Tod hin angelegt. Der Tod, d.h. das Nicht-Sein ist eine Weise des Seins, die das Dasein übernimmt, sobald es ist.

Heidegger hat der Religion die Frage nach dem Sinn des Seins abgenommen. Der Sinn des Seins ist nach Heidegger »zukunftsbezogener Daseinsentwurf« auf den Tod hin und gipfelt in dem Bewusstsein um seine Sterblichkeit.

Nach Heidegger ist das Bewusstsein um seine Sterblichkeit eine Möglichkeit zum »Selbstsein«. Menschliches Dasein ist nach Heidegger durch seine Zukunftgerichtetheit letztendlich »Sein-zum-Tode«.

Im Gegensatz zu Heidegger begründete Arendt ihr Denken von der Geburt des einzelnen Menschen her und nicht vom Tod.

Durch dieses »Sein-zum-Tode« ist Existenz »Hineingehaltensein in das Nichts«. Im Gegensatz zu Sartre ist für Heidegger der Mensch aber nicht der Schöpfer des Nichts.

- - -
Die Religion erleichtert die Frage nach dem Sinn des Lebens, da nach dem Tod gemäß religiöser Vorstellungen das Leben ja weitergeht.

Für Albert Camus besteht der Sinn des Lebens in der Überwindung der Absurdität.

In der Philosophie Heideggers findet das Leben einen düsteren Ausgang.

Im Gegensatz zu Heidegger begründete Arendt ihr Denken von der Geburt des einzelnen Menschen her und nicht vom Tod.

- - -
Die Last das nahen Todes

Dass die Lebenserwartung der Men-
schen steigt, weiß man. Doch sind die
gewonnenen Jahre auch gute Jahre?
Lange Zeit dachte man: Nein, länger
wird bloß die Phase des Leidens am
Lebensende. Inzwischen wissen Epide-
miologen: Die gewonnenen Jahre sind
Jahre bei guter Gesundheit. Entspre-
chend steigt bei Älteren die Zufrieden-
heit mit dem eigenen Leben leicht an;
erst in den letzten vier Jahren vor dem
Tod sinkt sie, sagt der Psychologe Denis
Gerstorf. Die „Last des nahen Todes“
zeige sich in Gestalt von Krankheiten,
die die Fähigkeiten des Einzelnen
überfordern, zufrieden zu bleiben.

Süddeutsche, Silveste 2010, Seite 11
- - -

Epikur, Ausgewählte Schriften

Nach Ansicht des griechischen Philosophen Epikur stehen vor allem drei Dinge der menschlichen Glückseligkeit im Weg: die Todesfurcht, die Furcht vor den Göttern und die Unklarheit über das Wesen von Lust und Unlust.

Das Unglück der Menschen wird in seinen Augen u.a. durch die Todesfurcht und die Unklarheit über das Wesen von Lust und Unlust ausgelöst.

Allen dreien begegnet Epikur mit der Naturwissenschaft sowie mit der Einsicht, dass uns die Bedürfnislosigkeit unbekümmerter und unabhängiger macht als ein Leben des Überflusses.

Im Mittelpunkt der epikureischen Philosophie stehen also Diesseitigkeit und Individualismus, die Freiheit des menschlichen Willens, die Lust und nicht zuletzt die Freundschaft.


Der absurde Mensch rechnet zwar nicht mit der Zukunft, sondern eher mit dem Tod. Daraus resultiert aber gerade Lebenslust und -besessenheit, der absurde Mensch "hat es eilig, seine Zeit ist jetzt". Der absurde Mensch lebt im "Hier und Jetzt", er ist kein Aufschieber seines Lebens in eine ferne Zukunft. "Das Leben", schreibt der Epikureer Camus, "erleuchtet uns auch mit einem plötzlichen und verrückten Glück, das uns teilhaben lässt."

Camus lehnt sich mit seiner »Philosophie des Augenblicks« eng an Epikur an. Schon der antike Philosoph Epikur vertrat eine Ethik, die Lust als höchstes Gut ansah und das Glu&#776;ck als Ziel, dazu die seelische Ausgeglichenheit und das frei sein von Schmerzen. Wie der Epikureismus war auch der Stoizismus eine diesseitig orientierte Philosophie ohne transzendente Elemente im Sinne konkreter Jenseitsvorstellungen. --><!--
Bildhaftes Denken bei Ernst Bloch

Ernst Bloch war vom Geist der Utopie umgetrieben. Utopisches Denken bewegt sich im Bereich dessen, was noch nicht ist; vermutlich ist es wesentlich bildhaft.

Ich möchte im Folgenden den Nachweis des wesentlich bildhaften Sprechens Blochs erbringen. Ich beziehe mich auf „Das Prinzip Hoffnung“, Frankfurt/M. 1959.

Im Vorwort schreibt Bloch: Der Tod „ist ein Umgang jenes Nichts, das vom utopischen Zug ins Sein verschlungen wird“ (S. 16). Hier sind zwei bildhafte Aussagen miteinander verbunden: 1. Der Tod ist ein Umgang des Nichts. 2. Das Nichts wird vom utopischen Zug ins Sein verschlungen.  ....

noberto-42.blog.de --><!--

Welche Meinung wir auch immer über den Tod zu haben belieben, wir können sicher sein, dass sie bedeutungslos und wertlos ist. Der Tod hat nicht von uns verlangt, ihm einen Tag freizuhalten. - das heisst, er kommt, wann er will.

- Eines Tages wurden wir geboren; eines Tages sterben wir; am selben Tag, im selben Augenblick, genügt Ihnen das nicht?

- Wir fragen immer nur, ob es ein Leben nach dem Tode gebe. Wir sollten fragen: Gibt es ein Leben nach der Geburt? - Oder anders herum: Gibt es ein Leben vor dem Tod?

http://existenz.blog.de/2006/07/12/samuel_beckett_1906_1989_und_das_absurde~953858/  -->