Samstag, 12. September 2026

»Das Sein und das Nichts« von Jean-Paul Sartre

Das Sein und das Nichts
Das Sein und das Nichts

Jean-Paul Sartres Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" ist ein sperriges Buch: In kleinsten Schritten und auf mehr als 1000 Seiten entwirft der französische Meisterdenker seine Philosophie, die ihn zum Begründer des französischen Existenzialismus machen sollte.

"Was ist das Sein?", ist Sartres Ausgangsfrage. Dem menschlichen Bewusstsein räumt er eine Sonderstellung über allem ein, was existiert: Nur das Bewusstsein ist "für sich", kann also über sich selbst, die Welt und alle Dinge darin (die bloß "an sich" sind) nachdenken. Die Steine, Pflanzen, Tiere usw. existieren grundlos und ohne jegliches Wissen über ihren Zustand.

Auch der Mensch existiert grundlos - doch er weiß das. Das ist der Kern von Sartres atheistischer Philosophie. Es gibt keinen Gott und damit kein höheres Ziel des Lebens und der Existenz. Die Situation des Menschen nimmt sich nicht gerade erfreulich aus: Er ist in die sinnlose Welt geworfen, alles erscheint ihm "de trop", zu viel, unnötig und sinnlos, und letztlich ist er sogar dazu verurteilt, sich selbst zu wählen.

Sartres existenzialistischer Entwurf wirbelte bei seinem Erscheinen 1943 viel Staub auf und wurde gleichermaßen gehasst wie geliebt. Der Autor avancierte zu einem Star unter den Philosophen des 20. Jahrhunderts.

Litertur:

Das Sein und das Nichts
Das Sein und das Nichts
von Jean-Paul Sartre

Nietzsche und die Umwertung der Werte

Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche



Nietzsche philosophierte buchstäblich „mit dem Hammer“ und wollte nicht weniger als alte Werte „umwerten“. Unter Rückgriff auf einige seiner früheren Schriften bündelt er seine Kritik am Christentum, der er eine bisher nicht gekannte Schärfe gibt.

Friedrich Nietzsche verkündete eine „Umwertung aller Werte“, die sich anhand der plötzlich auftauchenden Annahme, dass Gott tot ist, verdeutlichen lässt. Er kritisierte vor allem die Druck ausübende, auf Abneigung basierende „Sklavenmoral“ des Christentums und forderte ein Wertsystem, das das Herkömmliche der Massen durch eine „Herrenmoral“ ersetzen sollte.


Er dachte dabei an einen individualistisch-autonomen Übermenschen, der seine moralischen und sittlichen Werte (Ethik) selber setzen sollte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Philosophie Nietzsches von Hitler aufgegriffen und dem Volk in abgeänderter Weise, die die deutliche Kritik am deutschen Nationalsozialismus und am Antisemitismus ignorierte, dem Volk präsentiert.

Nietzsche projizierte in das Werk „Der Tod Gottes“ seine Ansichten über die moderne Welt, die ein Recht erschreckendes Bild abgeben. Im Vordergrund steht das Absinken der Kultur, doch für Nietzsche ´scheint ein übernatureller Vorgang, nämlich der „Tod Gottes“, dessen Wirklichkeit die Gesellschaft noch nicht gemerkt hat, im Mittelpunkt zu stehen.

Die Gesellschaft schwebt derzeit noch in einem Zustand der bürgerlichen Zufriedenheit und scheint den wahren Inhalt von Nietzsches Worten erst in einigen Jahrhunderten entnehmen zu können. Nietzsche sieht das Unheil, das auf die Menschheit zusteuert, hat aber keine Möglichkeit, es abzuwenden.

Diogenes taucht bei Nietzsche in der »Fröhlichen Wissenschaft« als "toller Mensch" auf, welcher Gott mit der Laterne sucht, um dann festzustellen, daß Gott tot ist.