Samstag, 1. September 2018

Sloterdijk: Philosophie ist eine Übung der Skepsis


Einer Ihrer berühmtesten Sätze aus der 1983 erschienenen „Kritik der zynischen Vernunft“ lautet: „Seit einem Jahrhundert liegt die Philosophie im Sterben und kann es nicht, weil ihre Aufgabe nicht erfüllt ist“.

Was müssen Philosophen heute leisten?

Sloterdijk: Die Philosophie hat dasselbe zu leisten, was sie von Anfang an versprochen hat, nämlich den Menschen solange zu befragen, bis er über seine ganzen bisherigen Lebensverhältnisse unsicher wird. So kann der Mensch in die Lage kommen, sein Leben aus prinzipiellen Gründen neu zu begründen. Somit ist Philosophie eine Übung der Skepsis. Und genau diese Arbeit ist nicht zu Ende geführt worden. Darauf spielt das Zitat aus der Kritik der zynischen Vernunft an.

Womit muss der Mensch rechnen, wenn er sich selbst infrage stellt?

Sloterdijk: Zunächst einmal wird er auf eine produktive Weise asozial.

Asozial?

Sloterdijk: Ja, weil er mit den fertigen Antworten einer Gesellschaft nicht mehr leben kann. Es folgt ein Rückzug.


Weblink:

Menschen starren idiotisch in ihre Smartphones - augsburger-allgemeine.de

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