Samstag, 27. August 2016

Die Ethik des Aristoteles

Jedes Handeln und Denken strebt nach dem Guten das ist die Grundvoraussetzung für die »Nikomachische Ethik« des Aristoteles. Das ethische Vermögen des sozialen Menschen liegt für ihn im Vermeiden jedes Übermaßes, in jener »Mitte«, die allein Tugend und Glück hervorbringt.

Dabei zielt er nicht auf einen starren Moralkodex mit konkreten Handlungsanweisungen, sondern auf das Erreichen des höchsten Gutes im Sinne eines möglichst tugendhaften und somit glücklichen Lebens im menschlichen Miteinander. Die Klarheit und Kraft seiner Gedanken sind bis heute ungebrochen.

Ähnlich wie bei Epikur spielt hier der Begriff εὐδαιμονία (eudaimonia) eine große Rolle. Zu dieser Glückseligkeit kommt aber ein zweiter zentraler Begriff: Die ἀρετή (aretḗ) – die Tugend oder der Bestzustand. Das Ziel aller Handlungen ist die Glückseligkeit.

Die Ausbildung der Tugend hilft dabei, diesen Weg einzuhalten. Worin besteht aber das Glück? Sie besteht in dem, was den Menschen von anderen Tieren unterscheidet, also in der Vernunft. Diese muss der Mensch auf Dauer und in Bestzustand gebrauchen. Dann erhält er die Glückseligkeit.

Nikomachische EthikNikomachische Ethik


Bei den Tugenden, die helfen, unterscheidet er zwischen Verstandes- und Charaktertugenden. Die Klugheit als Verstandestugend ist mit dem Handeln verknüpft, da sie das Ziel eines guten Lebens inne hat. Da es in den menschlichen Handlungen keine Beweise gibt, bedarf es der Erfahrung. Dabei hilft die Klugheit, die Mitte zu halten, die sogenannte mesotês-Lehre:

Zum Beispiel ist die Tugend Tapferkeit die Mitte zwischen Feigheit und Übermut. Somit werden die Charaktertugenden bestimmt. Charaktertugenden sind dabei Haltungen, die man loben oder tadeln kann im Gegensatz zu den Verstandestugenden, die zu den Charaktertugenden führen.

Weblink:

Die Ethik des Aristoteles - weltderkultur.wordpress.com

Nikomachische EthikNikomachische Ethik von Aristoteles

Aristoteles und die Gluckseligkeit - philosophen-welt.blogspot.com

Samstag, 20. August 2016

Aristoteles und die Glückseligkeit

Aristoteles


Bereits seit der Antike existieren Überlegungen zu der Frage, wie der Mensch zum Glück findet. In der Nikomachischen Ethik, entstanden im 4. Jahrhundert vor Christus, erklärt der griechische Philosoph Aristoteles die Glückseligkeit als das große Ziel allen menschlichen Lebens, und diese Glückseligkeit, so Aristoteles, besteht aus den Elementen des Gut-Lebens und Sich-Gut-Verhaltens.

Zwei Aussagen stehen im Mittelpunkt. Erstens: Die Suche nach der Glückseligkeit ist das große, umfassende Prinzip menschlichen Lebens; alle anderen Ziele – wie z.B. Reichtum, Lustbefriedigung, Freundschaften, Gesundheit – sind untergeordnet und nur Mittel zu eben diesem einen großen Zweck. Diese Anordnung hilft, manchen als Selbstzweck erscheinenden Wert zu entzaubern.

Diese Glückseligkeit soll man sich, zweitens, nicht als Zustand (als Bilanz eines gelungenen Lebens) vorstellen, sondern als fortwährende Tätigkeit, auch als „Tätigkeit der Seele“.  Die Glückseligkeit kann man demnach nicht in seinen Besitz bringen und horten; sie verlangt vielmehr nach Bewegung und auch nach geistiger Betätigung.

Um umrisshaft zu bestimmen, worin das Glück als oberstes Gut für den Menschen besteht, fragt Aristoteles: Worin besteht die spezifische Funktion (telos) oder Aufgabe (ergon) des Menschen? Sie besteht im Vermögen der Vernunft (logos), das ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Der für den Menschen spezifische Seelenteil verfügt über dieses Vermögen der Vernunft; der andere Seelenteil, der sich aus Emotionen und Begierden zusammensetzt, ist zwar selbst nicht vernünftig, kann sich aber durch die Vernunft leiten lassen. Um das Glück zu erlangen, muss das Individuum das Vermögen Vernunft gebrauchen, nicht bloß besitzen, und zwar auf Dauer und in einem Bestzustand (aretê). Demgemäß ist „das Gut für den Menschen“, das Glück, eine

„Tätigkeit der Seele gemäß der Gutheit und wenn es mehrere Arten der Gutheit gibt, im Sinn derjenigen, welche die beste und am meisten ein abschließendes Ziel (teleios) ist. In einem ganzen Leben, denn eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, auch nicht ein Tag. So macht auch ein Tag oder eine kurze Zeit keinen selig (makarios) und glücklich (eudaimôn).“

Samstag, 13. August 2016

Angst bei Søren Kierkegaard

Søren Kierkegaard

Am 17. Juni 1844 erschien in Kopenhagen ein Buch mit dem merkwürdigen Titel: „Der Begriff Angst“. Noch etwas merkwürdiger ist der Untertitel: „Eine schlichte psychologisch-andeutende Überlegung über das dogmatische Problem der Erbsünde“. Am allermerkwürdigsten aber ist der lateinische Name des Verfassers: Vigilius Haufniensis, zu Deutsch etwa „Der Nachtwächter Kopenhagens“.

Nun, in seinem neuesten Werk will Kierkegaard seinen Landsleuten die Nacht erhellen, sprich: die dunkle Seite ihres Wesens. Als Grundzug des Menschen findet er einen in der Philosophie völlig neuen Grundbegriff: die Angst. Er möchte sie allerdings sofort von der Furcht unterscheiden, die einen Gegenstand hat, während Angst gegenstandslos ist. Man fürchtet sich „vor“ etwas, aber man „hat“ Angst.

Angst ist im Denken Kierkegaards einer der zentralen Begriffe, an dem sich nicht zuletzt zeigt, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

Die Angst, von der hier die Rede ist, ist mehr als nur Angst, sie führt direkt zu dem Begriff der Freiheit. An beiden Begriffen - Angst und Freiheit - wird deutlich, daß ein Mensch nicht ohne weiteres er selbst ist, sondern es in entscheidender Weise erst noch werden muß.

Søren Kierkegaards Schrift »Der Begriff Angst«, 1844 erstmals veröffentlicht, hat in der Folgezeit Philosophie und Theologie maßgeblich beeinflußt.


Weblink:

Der Mensch braucht Angst, sonst lernt er nichts: Sören Kierkegaard - WELT - www.welt.de

Angst bei Søren Kierkegaard
Angst bei Søren Kierkegaard
von Arne Grøn

Was macht uns glücklich?

Glück ist ein erstrebenswerter Zustand, den jeder gern empfindet, der jedoch meist nicht von Dauer ist. Die Suche nach dem Glück ist so individuell wie die Wege zum Glück. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, was ihn glücklich macht.

Können Dinge glücklich machen? Kann Glück von außen kommen? Oder ist Glück nicht vielmehr die Fähigkeit, sich über alle Gelegenheiten freuen zu können, die uns Glück schenken? Doch wie kann Glück dann von Dauer sein?

Fast jeder Mensch möchte wissen, was ihn glücklich macht. Doch was wirklich Glücksgefühle in uns auszulösen vermag, weiß man erst, wenn man tatsächlich Glück empfindet. Glück zu definieren ist ebenso notwendig wie unmöglich. Können Dinge glücklich machen? Kann Glück von außen kommen? Oder ist Glück nicht vielmehr die Fähigkeit, sich über alle Gelegenheiten freuen zu können, die uns Glück schenken? Doch wie kann Glück dann von Dauer sein?

Wie kann man glücklich sein wollen, ohne zu wissen, was einen glücklich macht? Kann Glück auch eine Leidenserfahrung oder ein Problem sein? Ist Glück einfach ein befriedigter Wunsch? Ist Glück eine Willensfrage oder eine Sache des Wünschens? Kann man sich Glück aufbauen? Ist Glück Optimismus oder Pessimismus? Kann Erwartung glücklich machen? Oder: Endet Glück schon mit dem Wissen darum?

Das Leben zu leben im Einklang mit eigenen Werten ist so essenziell wichtig um glücklich zu sein. Auch eigene Werte einordnen zu können, was einem wichtig ist und was eher nicht. Meines Erachtens nach sind Werte unendlich wichtig um ein sinnerfülltes Leben zu führen. Auch um gegen Meinungen anzutreten und unbequem zu sein.

Weblink:

http://www.arte.tv/guide/de/058424-010-A/philosophie

Was macht uns glücklich? - www.arte.tv

Hegels Bedeutung heute

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Viele halten den deutschen Idealismus und allen voran Hegel für den Gipfelpunkt der Philosophie. Die Bewunderung für Hegel entstammt nicht nur der aus heutiger Sicht geradezu abenteuerlich erscheinenden Vorstellung, wahre Philosophie müsse einem Systemanspruch gerecht werden, also einen umfassenden Welterklärungscharakter besitzen, sondern auch der Überzeugung, Philosophie solle in einem christlichen Sinne religiös sein.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel gehörte mit Kant und Schelling zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Idealismus. Seine Werke zur Logik, Naturphilosophie und Philosophie des Geistes beeinflussten die Wissenschaften über die Grenzen der Philosophie hinaus und prägten über lange Zeit das Denken großer Philosophen wie Adorno und Feuerbach.

Die Philosophie Hegels ist eine Theorie über den Wahrheitsgehalt philosophischer Theorien und über die Entwicklungslogik. Nie in der Geschichte der Philosophie ist ein höherer Anspruch erhoben worden. Und nie hat es eine Philosophie gegeben, die so wie die Hegelsche die Geschichte der Philosophie in sich resümiert, und dies aus einem tiefen Verständnis ihrer Klassiker wie Platon, die Vorsokratiker, Aristoteles, Plotin, Proklos, Descartes, Spinoza oder Leibniz. Halfwassen: "Wir stehen heute grundsätzlich auf den Schultern Hegels. Er lehrt uns die Geschichte der Philosophie als ein Wahrheitsgeschehen."

Vor seiner Berufung nach Heidelberg hat Hegel sein revolutionäres philosophisches System nicht zusammenfassend dargestellt. Die beiden Hauptwerke sind keine Darstellungen des Systems, sondern dessen Grundlegung. "Die Phänomenologie des Geistes" befreit das Bewusstsein aus seiner Befangenheit in den endlichen Gestalten des Bewusstseins und führt es aus seiner Selbstvergessenheit hinauf zu dem Punkt, an dem das Selbstbewusstsein sich und seine Einheit mit der Wahrheit denkend erfasst. Hegel nennt ihn das "absolute Wissen" und meint damit die Identität von Denken und Sein.

Den Inhalt des "absoluten Wissens" entfaltet "Die Wissenschaft der Logik". Sie ist eine Metaphysik des absoluten Denkens und seiner grundlegenden Bestimmungen. Hegel nennt das Sichselbst als das die Totalität aller reinen Bestimmungen wissende Denken mit dem Ausdruck Platons die "absolute Idee". Und diese interpretiert er mit Plotin als den göttlichen Geist. Und weil Gott Geist ist, handelt es sich um Theologie. Diese theologische Metaphysik ist die erste Philosophie Hegels.


Weblinks:

Weltgeist Schäuble - www.zeit.de

Warum heute noch Hegel? - warumheutenochhegel.blogspot.de

Mittwoch, 10. August 2016

Uli Hoeness will wieder Präsident des FC Bayern werden



Die Unschuld vom Landsberg ist zurück und steht vor der Rückkehr in Amt und Würden. Uli Hoeness will wieder Präsident des FC Bayern werden. Keine Person wird dem etwas entgegensetzen. - Ist das okay? Rechtlich ja. Und moralisch? Das scheint aber in Münchnen niemand zu interessieren.

Wenn Uli Hoeness im November wieder zum Präsidenten des FC Bayern gewählt wird, dann hat er seine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung noch gar nicht ganz verbüßt. Der Rest ist zur Bewährung ausgesetzt, Hoeness lebt seit einigen Monaten auf freiem Fuß. Was sagt es aus über den Klub, dass Hoeneß demnächst ins Amt zurückkehren dürfte, denn bisher ist kein Gegenkandidat für die Wahl im November bekannt?

Rechtlich ist die Frage klar: Natürlich darf Hoeness wieder Präsident des FC Bayern werden. Es kann nicht das Ziel einer Freiheitsstrafe sein, Menschen lebenslang zu stigmatisieren oder ihnen ein Berufsverbot aufzuerlegen. Hier gilt das Prinzip Resozialisation.

Zwar gab es früher einen Passus in der Satzung des Vereins, demzufolge "nur unbescholtene Personen" überhaupt Mitglieder werden durften. Dieser war aber im Zuge der Hoeneß-Affäre stillschweigend geändert worden. Inzwischen darf jeder mitmischen, der nicht gegen die Interessen des FC Bayern handelt. So weit sind die moralischen Ansprüche in Bayern also gesunken. Da muss der FC Bayern eben sehen, wie er damit klar kommt, nicht eben die Krone der Moralität zu sein.

Moralisch ist die Sache allerdings fragwürdig, denn hier kandidiert ein Vorbestrafter um das Amt des Präsidenten. Es ist ein klassischer Konflikt zwischen Recht und Moral, dessen Beantwortung sich nur über den moralischen Anspruch lösen lässt. Wer einen Vorbestraften für das Amt kandidieren lässt, dessen moralischer Anspruch kann nicht allzu hoch sein. In dieser Hinsicht ist das Urteil ziemlich eindeutig.

Weblink:

Uli Hoeneß' Rückkehr: Die Unschuld vom Landsberg - SPIEGEL ONLINE - www.spiegel.de

Samstag, 6. August 2016

Gedanken über ein gutes Leben


In der westlichen Welt suchen Menschen derzeit vielfach ganz individuell nach dem guten Leben. Aus Sicht ist ein gutes Leben erreicht, wenn man seine inidivduellen Fähigkeiten entfalten kann. Da besteht ein Bezug auf Aristoteles.


Wer ein gutes Leben führt, verhält sich moralisch integer und verantwortungsvoll, tut Gutes im eigenen Wirkungskreis, egal wie groß oder klein dieser ist, und auch dies kann durchaus beglückend sein, sei es durch persönliche Erfolgserlebnisse oder die Wertschätzung von anderen.

Das gute Leben bewegt sich also im Spannungsfeld zwischen den persönlichen Bedürfnissen und der sozialen Umwelt. Für die individuelle Komponente verspricht die Glücksforschung Erkenntnisse; was die Interaktion mit den Mitmenschen anlangt, kann die Moralphilosophie Orientierung geben.

Und was hat das Ganze mit Politik zu tun? Der Staat kann niemandem ein gutes Leben garantieren. Aber er sollte die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Voraussetzungen schaffen, um die Menschen individuell dazu zu befähigen.

In der aktuellen globlaen Debatte geht es etwa darnm,warum Einmischung zur Bevormundung eines anderen Landes wird.

Wenn Angst das Leben bestimmt



Kierkegaard unterscheidet zwischen Furcht und Angst. Furcht richte sich auf Bestimmtes, Angst ist ein diffuses Gefühl und bleibt stets unbestimmt. Es ist die Angst vor dem Nichts, das weite Feld des Unbekannten, in dem auch die Möglichkeit zur Schuld liegt.

Søren Kierkegaard unterschied u. a. in »Der Begriff Angst« (1844) erstmals die ungerichtete Angst von der auf einen Gegenstand bezogenen Furcht. Für ihn war Angst die Angst vor dem Nichts und mithin der Ausdruck der menschlichen Wahlfreiheit und Selbstverantwortlichkeit. Die Existenzangst sei eine allgemeine Erfahrung des Menschen, der sich im Laufe seiner Phylogenese weitgehend aus der Verbundenheit mit der Natur gelöst habe. Aus dem damit einhergehenden Verlust an Geborgenheit und den vielen Freiheitsmöglichkeiten (»Schwindel der Freiheit« nach Kierkegaard) resultiere diese Angst.

Insofern sich das Objekt auf seine Gefährlichkeit hin prüfen lässt, kann man jederzeit einsehen, das die Furcht widersinnig ist und guten Gewissens aufgegeben werden kann. Die Angst hat gemäß Kierkegaard keinen Gegenstand, sie bezieht sich auf unser Dasein selbst und ergreift uns wie ein Schwindel. Kierkegaard meint, wir können uns auch von dieser Angst befreien durch die Entscheidung für den Glauben: Gottvertrauen sublimiere die Angst.

Bei Heidegger funktioniert dieser Riss mit der Welt nicht mehr. Martin Heidegger bestimmte Angst als eine Grundbefindlichkeit des Menschen, welche diesem die Unabgeschlossenheit des eigenen Verständnishorizontes zum Gewahrsein bringe und ihn zur Entschlossenheit befähige. Insofern kann man sich Heidegger zufolge nicht entscheiden, keine Angst zu haben.

Angst führt zu Verunsicherung und wenn das Problem der Angst nicht gelöst wird, zu Unzufriedenheit. Es ist durchaus angemessen, vor den Dingen Angst zu haben, die reale Gefahren sind. Aber es ist auch gut, Unsicherheiten und Ängste, die uns von außen suggeriert werden, zu überprüfen. Denn Angst macht Menschen auch manipulierbar. Diese Angst ist gefährlich.

Wenn nun allerdings in der Politik die Rede davon ist, dass Ängste nicht nicht ernst genommen, so wird vertuscht, daß es in diesem Kontexten eigentlich um Furcht ginge. Statt über vernünftige Gründe zu sprechen, weshalb die Flüchtlingskrise Anlaß sein könnte, sich vor konkreten Dinge zu fürchten oder eben gerade einzusehen, daß die Furcht gegnstandslos ist, schürt man diffuse Ängste oder behauptet, diese würden negiert.

Damit entzieht man sich aber gerade dem eigentlich Politischen, nämlich der Übersetzung des diffusen Gefühls der Angst in konkrete Befürchtungen, die ihrersets begründet werden müssten.

Wir sollten rational an unsere Ängste herangehen und immer fragen: Wie wahrscheinlich ist es, daß sie auch eintreten? Wir sollten mehr Vertrauen in uns und die Kraft der Gemeinschaft haben.

Weblink:


Der Begriff Angst
von Søren Kierkegaard

Was ist Würde?

Die Würde ist kein abstrakter Begriff, sondern ein Thema, das jeden Menschen betrifft, unabhängig von Alter, Geschlecht und Hautfarbe. Die Würde betreffende Fragen sind immer auch Fragen der Abwägung. Wer aber wägt ab, wenn es zu Konflikten kommt? Wer entscheidet zum Beispiel, wann die Würde des Ungeborenen anfängt und die des Todkranken endet?

Die Würde des Menschen ist im Grundgesetz fest verankert. Dennoch wird sie gegenwärtig kontrovers diskutiert. Ist sie wirklich unantastbar, oder ist es nicht doch in manchen extremen Fällen erlaubt oder sogar geboten, sie zugunsten anderer zentraler Werte einzuschränken.

Die Geschichte der Menschenwürde als ethisches Konzept beginnt mit dem römischen Politiker und Philosophen Cicero. Er ist im ersten vorchristlichen Jahrhundert der erste Denker, der dem Menschen allein aufgrund seiner Vernunftbegabung eine besondere Stellung zuweist. Allerdings meint Cicero, man müsse sich seine Würde durch sittliche Lebensführung erst erwerben.

Im Mittelalter kommt ein neuer, christlicher Aspekt hinzu: was den Menschen aus der Schöpfung heraushebt, ist seine Erschaffung als Ebenbild Gottes. Mit der Fähigkeit zur Selbstbestimmung bringt später das Zeitalter der Aufklärung ein weiteres Kriterium ins Spiel: die Freiheit.

Immanuel Kant geht noch einen Schritt weiter und definiert die Würde als das Merkmal eines jeden Menschen, das unvergänglich, unveräußerlich und unbedingt sei. Er meint, dass sich der Mensch durch seine ihm eigene Moralität als würdig erweise.

Den Rahmen, in dem jeder Mensch in körperlicher und geistiger Unversehrtheit leben kann, schaffen dann im 20. Jahrhundert die Menschrechte. Sie formulieren die unabdingbare Pflicht zum gegenseitigen Respekt gleich mit - die Garantie dafür, dass die Würde des Mitmenschen unangetastet bleibt.

Weblink:

Philosophische Grundlagen und aktuelle Fragen - www.br.de