Donnerstag, 31. März 2016

René Descartes wurde vor 420 Jahren geboren

René Descartes


René Descartes wurde vor 420 Jahren am 31. März 1596 in La Haye in der Touraine geboren. Descartes war ein bedeutender französischer Philosoph der Aufklärung und Begründer der neuzeitlichen Philosophie. Mit ihm begann das Denken der Neuzeit. Descartes markiert die Wende der Philosophie des Mittelalters zur Philosophie der Neuzeit.

René Descartes war Mathematiker - als solcher Begründer der analytischen Geometrie - und Philosoph. Er entstammte einer aristokratischen altfranzösischen Familie in der Touraine. In seinem Leben wechseln Phasen äußerster Zurückgezogenheit mit solchen eines unsteten, abenteuerlichen Lebens.


Nur für kurze Zeit nahm er am üblichen gesellschaftlichen Treiben seiner Gesellschaftsschicht in Paris teil, dann zog er sich für zwei Jahre zurück, um sich ganz dem Studium der Mathematik hinzugeben. Anschließend ging er als Soldat in den Dreißigjährigen Krieg, weil er die Welt und Menschen in ihrer Abgründigkeit studieren wollte.

Der Militärzeit folgten jahrelange Reisen durch ganz Europa, dann wieder Phasen der Zurückgezogenheit und der wissenschaftlichen Arbeit. König Christine, die Descartes Werke studiert hatte, berief in daraufhin nach Schweden. Dort verstarb er nach kurzem Aufenthalt, weil er das ungewohnte Klima nicht vertrug.

Rene Descartes
Rene Descartes


Descartes lebenslanges Thema war die Überwindung der scholastisch geprägten aristotelischen Philosophie. Der Franzose forderte als Ausgangspunkt und Methode philosophischen Denkens die Gültigkeit eine Aussage in Zweifel zu ziehen, so lange diese nicht zureichend begründet sei.

René Descartes (1596-1650) gilt als der Vater des modernen Denkens. Sein berühmter Satz "Cogito, ergo sum" ("Ich denke, also bin ich") steht für das Selbstbewusstsein des neuzeitlichen Individuums.

Als Ursatz dieser Aussage der Philosophie, an dessen Gültigkeit nicht gezweifelt werden kann, betrachtete Descartes die Aussage: »Cogito ergo sum«, »Ich denke, daher existiere ich«.  Sein Diktum stellte den Menschen in den Mittelpunkt der Erkenntnis.

Mit den Mitteln radiklen Skepsis gab René Descartes der Philosophie ein neues Fundament und wurde zum Vater der neuzeitlichen Philosophie. Sein Diktum des »Ich denke, also bin ich« machte das menschliche Bewußtsein zum Ausgangspunkt wahrer Welterkenntnis. Das vernünftig denkende Objekt wird zum Maßstab allen Wissens.

Weblinks:

# René Descartes-Biografie - Biografien-Portal.- www.die-biografien.de

René Descartes-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de

Literatur:

Rene Descartes
Rene Descartes
von Dominik Perler

Descartes zur Einführung
Descartes zur Einführung
von Peter Prechtl

Samstag, 26. März 2016

Wer ist Christus für uns heute?

Das Christentum ist mit rund 2,4 Milliarden Gläubigen, die größte aller Weltreligionen. Die Anhänger des Christentums werden als Christen bezeichnet. Im Zentrum des Christentums steht die Person Jesus, ein Zimmermannsohn aus Nazareth. Im Christentum sehen die Christen Jesus als den Sohn Gottes und den von den Juden verworfenen Messias an. Im Christentum bekennen sich die Christen zu dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Als Grundlage des Glaubens dient im Christentum die Bibel, das inspirierte Wort Gottes.

Das Christentum hat sich im Laufe der Jahre in viele unterschiedliche Konfessionen gespalten, wie die römisch katholische Kirche, orthodoxe Kirche, protestantische Kirche und die anglikanische Kirche.

Was jetzt zu beobachtten ist in Deutschland, ist das unter der Tochter eines Pastors der Gegensatz zwischen Arm und Reich deutlich zugenommen hat, das Normen und Werte immer mehr von den Multinationalen Konzernen diktiert werden und ein christliches Leben in der Praxis immer schwieriger wird.

Jürgen Moltmann versucht, Antwort zu geben auf die Grundfrage Wo ist Gott im Leiden der Menschen unter der Gewalt anderer Menschen? Wo ist das Gottesreich mit Frieden und Gerechtigkeit für alle? Diese Fragen stellen Menschen heute, tief verunsichert in ihrem Glauben, und suchen nach Hoffnungsträgern für sich selbst und die Welt.

Weblink:

er ist Christus für uns heute?
Wer ist Christus für uns heute?
von Jürgen Moltmann

Samstag, 19. März 2016

Jesus Christus und das Christentum

as Christentum ist mit rund 2,4 Milliarden Gläubigen, die größte aller Weltreligionen. Die Anhänger des Christentums werden als Christen bezeichnet. Im Zentrum des Christentums steht die Person Jesus, ein Zimmermannsohn aus Nazareth.

Im Christentum sehen die Christen Jesus als den Sohn Gottes und den von den Juden verworfenen Messias an. Im Christentum bekennen sich die Christen zu dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Als Grundlage des Glaubens dient im Christentum die Bibel, das inspirierte Wort Gottes.

Jesus hat als Jude vom Reich Gottes gesprochen und verkündet, dass mit ihm dieses Reich schon begonnen hat. Die Menschen, die an Jesus Christus und seine Botschaft glaubten, nannten sich später Christen. Paulus und die anderen Apostel haben die Botschaft von Christus weitererzählt. So wurde sie verbreitet.

Jesus predigte viele Dinge aus der jüdischen Bibel und ergänzte die Ausführungen. Später entstand daraus das Zweite Testament. Die jüdische Bibel nennen Christen daher auch das Erste Testament. Beide Testamente zusammen sind die Bibel der Christen.

Jesus forderte die Menschen dazu auf, sich an die Zehn Gebote zu halten und friedlich, fair und gerecht miteinander zu leben und füreinander zu sorgen. Er selbst soll vielen kranken und armen Menschen auf wundersame Weise geholfen haben.

Christen glauben, dass Jesus Christus der Messias ist, der vom Tod auferstanden ist und sie von ihren Sünden befreit. Juden und Muslime glauben das nicht.

Christen glauben an einen einzigen Gott. Ihre Religion hat sich aus dem Judentum entwickelt und ist auch mit dem Islam verwandt. Aus ihm hat sich später die Bahai-Religion entwickelt. Alle vier Religionen haben den gemeinsamen Stammvater Abraham.

Jesus hat als Jude vom Reich Gottes gesprochen und verkündet, dass mit ihm dieses Reich schon begonnen hat. Die Menschen, die an Jesus Christus und seine Botschaft glaubten, nannten sich später Christen. Paulus und die anderen Apostel haben die Botschaft von Christus weitererzählt. So wurde sie verbreitet. Jesus predigte viele Dinge aus der jüdischen Bibel und ergänzte die Ausführungen. Später entstand daraus das Zweite Testament. Die jüdische Bibel nennen Christen daher auch das Erste Testament. Beide Testamente zusammen sind die Bibel der Christen. Jesus forderte die Menschen dazu auf, sich an die Zehn Gebote zu halten und friedlich, fair und gerecht miteinander zu leben und füreinander zu sorgen. Er selbst soll vielen kranken und armen Menschen auf wundersame Weise geholfen haben. Christen glauben, dass Jesus Christus der Messias ist, der vom Tod auferstanden ist und sie von ihren Sünden befreit. Juden und Muslime glauben das nicht.

Christen glauben an einen einzigen Gott. Ihre Religion hat sich aus dem Judentum entwickelt und ist auch mit dem Islam verwandt. Aus ihm hat sich später die Bahai-Religion entwickelt. Alle vier Religionen haben den gemeinsamen Stammvater Abraham.

Die Lehre Christi ist jedoch nicht ohne Widerspruch geblieben.
Hier legt Nietzsche dar, wie die christliche Kirche nach Jesu Tod entstehen konnte. Die Urgemeinde habe keine der Lehren Jesu verstanden, seinen Tod völlig falsch ausgedeutet und dann genau das errichtet, was Jesus hinter sich gelassen hatte: eine organisierte Kirche, wiederum mit Priestertum.

Hauptschuldiger an dieser Umfälschung sei der Apostel Paulus, der alle Begriffe Jesu missbraucht habe, um sich selbst an die Macht zu bringen. Mit ihm sei wieder der Glaube an „Sünde“ und „Vergebung“ auferstanden, er habe in tiefstem Hass das Christentum als eine Rebellion gegen alles Vornehme und Privilegierte neu gegründet.

Mit besonderer Empörung weist Nietzsche die Lehren der Unsterblichkeit der Seele und des Jüngsten Gerichts zurück.

Weblink:

http://www.religionen-entdecken.de/religionen/christentum Christentum - Jesus ist der Messias

Demokratie versus Kapitalismus?

"Der Kapitalismus ist seinem Wesen nach international. Er ist als solcher mit der Demokratie unvereinbar. Der internationalistische Kapitalismus bewirkt die Expropriation der Völker. Dem Kapital steht nur eine dienende, nicht eine beherrschende Funktion zu. Wenn die (multinationalen) Anteilseigner und ihre Agenten in den Vorständen und Aufsichtsräten die existentiellen Entscheidungen über Unternehmen treffen, entmachtet das die Völker existentiell. Die Völker werden zu Dienern der Kapitaleigner und verlieren ihre Würde. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind nicht mehr zu verwirklichen. Zumal dem Sozialprinzip mit dem Verlust an Demokratie der Bewegungsmotor entzogen wird." Karl-Albrecht Schachtschneider, »Res publica, res populi«, 1978

"Die Menschheit des Menschen verbietet jede Art von Herrschaft von Menschen über Menschen." Karl-Albrecht Schachtschneider, »Demokratie v. Kapitalismus«

Mit den folgenden Thesen hat sich auf dem 2. DISS-Tag die neue AG Demokratie vor- und zur Diskussion gestellt. Dabei gingen die Referenten von den folgenden Fragestellungen aus:
  1. Repräsentative Demokratie in der Vertrauenskrise als grundsätzliches Problem  der repräsentativen Demokratie, oder besteht hier nur ein Reformbedarf?
  2. Gibt es eine Demokratie ohne Kapitalismus? Oder ist eine Perspektive „Demokratie“ ohne Kapitalismus realistisch, und welche Wirtschaftsform wäre dem angemessen? Oder muss das Verhältnis beider neu verhandelt werden?
  3. Lässt sich die Nation, die bisher an die Demokratie gebunden war, durch erweiterte Identitäten als Träger wirkungsvoller Demokratien in Zeiten der Globalisierung  ersetzen, und was wären diese? Oder bleibt die Nation der unumgängliche Träger demokratischer Strukturen?
  4. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Soziale Bewegungen und Politische Arbeit generell. Können soziale Bewegungen von wissenschaftlichen Analysen profitieren? Occupy und Wallstreet begannen mit (oft sehr unterschiedlichen) sozialen Motiven (Wohnungsnot, Fahrpreiserhöhungen, zu niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit etc. etc.) und entwickelten in ihren Verlauf sehr oft gleiche Ziele (Menschenwürde, Demokratie etc.)1  Ist aber die Kritik an sozialen Nöten etc. nicht sogar systemstabilisierend, weil ihr sehr schnell durch Zugeständnisse oder rhetorische Beschwichtigungen begegnet werden kann? Sind das nicht letzten Endes Antworten auf die neo-liberalistische Entwicklung des Globus?
Die ersten drei Thesen orientieren sich im Wesentlichen an einer Umfrage der Zeitschrift Widerstand 37/2013 „DemoKratie“, die vierte grundsätzlich am Verhältnis von (kritischer) Wissenschaft und linker Politik. Alle Punkte werden sehr knapp und thesenhaft behandelt und sollen zu weiterer Diskussion anregen.
Helmut Kellershohn: Repräsentative Demokratie in der Vertrauenskrise
http://www.diss-duisburg.de/2013/11/repraesentative-demokratie-in-der-vertrauenskrise/
Wolfgang Kastrup: Gibt es eine Demokratie ohne Kapitalismus?
http://www.diss-duisburg.de/2013/11/gibt-es-eine-demokratie-ohne-kapitalismus/
Anton Meier: Zur Arbeitsperspektive der Demokratiedebatte
http://www.diss-duisburg.de/2013/11/zur-arbeitsperspektive-der-demokratiedebatte/
Siegfried Jäger: Vom Nutzen kritischer Wissenschaft für demokratische Politik
http://www.diss-duisburg.de/2013/11/vom-nutzen-kritischer-wissenschaft-fuer-demokratische-politik/

http://www.diss-duisburg.de/2013/11/demokratie-undoder-kapitalismus/ Demokratie und/oder Kapitalismus?

Nietzsche und das Christentum

 Man soll das Christenthum nicht schmücken und herausputzen: es hat einen Todkrieg gegen diesen höheren Typus Mensch gemacht, es hat alle Grundinstinkte dieses Typus in Bann gethan, es hat aus diesen Instinkten das Böse, den Bösen herausdestillirt: – der starke Mensch als der typisch Verwerfliche, der »verworfene Mensch«. Das Christenthum hat die Partei alles Schwachen, Niedrigen, Mißrathnen genommen, es hat ein Ideal aus dem Widerspruch gegen die Erhaltungs-Instinkte des starken Lebens gemacht; es hat die Vernunft selbst der geistig stärksten Naturen verdorben, indem es die obersten Werthe der Geistigkeit als sündhaft, als irreführend, als Versuchungen empfinden lehrte. Das jammervollste Beispiel: die Verderbniß Pascal's, der an die Verderbniß seiner Vernunft durch die Erbsünde glaubte, während sie nur durch sein Christenthum verdorben war!  »Der Antichrist«, Kap. 5

Nietzsche und das Christentum

Bekanntlich hat der Philosoph Friedrich Nietzsche das Christentum heftig attackiert und mit einer zügellosen, unerhört schroffen Sprache verworfen. "Mit einem außerordentlichen Reichtum an Gesichtspunkten", so Jaspers, "stellte er christliche Wirklichkeiten bloß, wobei er die Gründe früherer Gegnerschaften mit aufnahm und herkömmliche Maßstäbe radikal ad absurdum führte."

Was warf Nietzsche dem Christentum vor?

Nietzsche warf dem Christentum vor, es habe den Lebenswillen geschwächt. Die Begriffe Gott, Jenseits, Seelenheil und Sünde seien nur erfunden worden, um das Leben in Frage zu stellen, das Diesseits zu entwerten, den Leib zu verachten und die Menschen zu knechten, moralisch zu erniedrigen und zu terrorisieren. "Der christliche Glaube ist von Anbeginn Opferung: Opferung aller Freiheit, alles Stolzes, aller Selbstgewissheit und des Geistes: zugleich Verknechtung und Selbst-Verhöhnung, Selbst-Verstümmelung."

Zudem sei das Christentum eine Religion der kaum maskierten Rachegefühle, weil es ein Sieg der Schlechtweggekommenen, Schwachen und Ohnmächtigen sei. Nietzsche behauptete weiter, das Christentum habe dem Eros Gift zu trinken gegeben, an dem er zwar nicht gestorben, aber zum Laster entartet sei. "So ist es denn dem Christentum gelungen, aus Eros und Aphrodite - großen idealfähigen Mächten - höllische Kobolde und Truggeister zu schaffen durch die Martern, welche es in dem Gewissen der Gläubigen bei allen geschlechtlichen Erregungen entstehen ließ."

Das Christentum mache krank, es habe "die Krankheit nötig, ungefähr wie das Griechentum einen Überschuss von Gesundheit nötig hat", sagte Nietzsche und: "Das Christentum war bisher das größte Unglück der Menschheit." Nietzsche lastete dem Christentum "Vergiftung, Verleumdung, Verneinung des Lebens, die Verachtung des Leibes, die Herabwürdigung und Selbstschändung des Menschen durch den Begriff Sünde" an. Die einzige Praxis der christlichen Kirche bestehe darin, der Menschheit jedes Blut, jede Liebe und jede Lebenshoffnung aus den Adern zu saugen. Das Christentum sei die schlimmste Verschwörung, die es je gegeben habe, gegen alles, was gesund, schön, wohlgeraten und gut sei, ja gegen das Leben selbst.

Im Christentum und im Judentum, in dem das Christentum seine Wurzeln hat, sah der Philosoph Phänomene der "Décadence" und im gekreuzigten Gott ein "Ärgernis", "ein Fluch auf das Leben." Denn von Beginn an habe die christliche Religion unser irdisches Leben diffamiert und geschwächt. Der Nihilismus sei nicht, wie oft missverstanden, eine von ihm, Nietzsche, vorgetragene Leugnung von Sinn und Religion, sondern "eine innere Verfassung des Christentums selbst." Christentum war für Nietzsche, infolge seiner moralisch motivierten Weltverneinung, "die gefährlichste und unheimlichste Form aller möglichen Formen eines Willens zum Untergang - ein Zeichen tiefster Erkrankung, Müdigkeit, Missmutigkeit, Erschöpfung und Verarmung an Leben."

Nietzsche unterstellte dem Christentum extreme Lebensfeindlichkeit: Es macht keinen Mut zum Leben, es erzieht zum Muckertum, zum Herdendasein, zur Verderbnis der Vernunft durch die Erbsünde, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit, weder die Moral noch die Religion berührt im Christentum mit irgendeinem Punkte Wirklichkeit. Es verlegt das Schwergewicht des Lebens ins Jenseits, nicht ins Leben. Richtet nicht, sagen sie, aber sie schicken alles in die Hölle, was ihnen im Wege steht.

Das Christentum ist die lebensfeindliche Macht schlechthin, die auch in einer prinzipiellen Kunstfeindlichkeit zum Ausdruck kommt. Nach ihren anfänglichen Siegen über die Völker des Abendlandes in der Zeit der Renaissance sei das Christentum beinahe schon durch die lebensbejahenden Mächte überwunden worden, hätte sich nicht eine Erneuerung der christlichen Religion in der Gestalt Luthers gegen die Renaissance erhoben und die endgültige Vernichtung der lebensfeindlichen Macht des Christentums und der Kirche aufgehoben.

Nietzsche kritisierte die Reformation als Reaktion gegen die frühe Aufklärung der Renaissance, die der Philosoph vor allem durch Petrarca, Erasmus von Rotterdam und Voltaire verkörpert sah. Der Protestantismus glaubte, laut Nietzsche, das Christentum gereinigt zu haben, indem er es durch Verinnerlichung verflüchtigte und aus der Welt schaffte.

Nietzsche, der Sohn eines evangelischen Pfarrers, beurteilte Luther und sein Werk in Ausdrücken, die an die heftigste konfessionelle Polemik der älteren katholischen Geschichtsschreibung erinnern. Luther erscheint bei ihm als "der gefährlichste Pessimist", der jenen Grundirrtum gebracht habe, "dass es nur auf den Glauben ankomme und dass aus dem Glauben die Werke notwendig folgen müssen", der die Menschen mit einem "geistlichen Überfall überrumpelt."

Nietzsche wendet sich oft mit scharfen Worten gegen einen Glauben, zu dem sich, seiner Meinung nach, moderne Menschen, also Menschen seines,nämlich des 19. Jahrhunderts, heuchlerisch bekennen, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken, ihm entsprechend zu handeln - "außer vielleicht zum Abendmahl zu gehen."

Die Ablehnung der Religion machte ihn zu einem Vorreiter in Sachen Menschlichkeit. Leider ist bis heute ein Großteil der Menschen immer noch Abhängig von einem völlig fiktiven Glaubensmuster, das in so genannter Religion zutage tritt. Ob christlich, muslimisch, jüdisch, hinduistisch oder zumindest teilweise buddhistisch, religiöser Glaube führte in der Geschichte der Menschheit zu den bisher größten Tragödien.


Der Philosoph der Mitleiďslosigkeit Nietzsche brach - kurz bevor er vollständig seinen Verstand verlor - auf der Straße weinend zusammen, weil eŕ nicht eŕtrug, dass ein Pferd geschlagen wurde. Nietzsche irrte sich - sogar in sich selbst.

Weblinks:

Nietzsche und das Christentum - www.ursulahomann.de

 Der Antichrist: Versuch einer Kritik des Christentums von Friedrich Nietzsche

Samstag, 12. März 2016

Gewalt ist auch kein Mittel

Gewalt ist auch kein Mittel. Gewalt geht gar nicht schon gar nicht privat, da das Gewaltmonopol beim Staat liegt. Aber Stillhalten und stummer Protest ist keine Alternative.

Trotzdem: Was erwartet die Bundesregierung. Wie sollen die Bürger angesichts der katastrophalen Migrationspolitik reagieren. Unterkunft, Integration, Schule, Abschiebung , etc. alles unbewältigt. Und man erwartet 2016 wieder eine nach oben offenen Migrationswelle.

Ist es verwunderlich , wenn es mancher Bürger, vielleicht sogar schon die Mehrheit der Buergen mit der Angst um die Zukunft zu tun bekommt?

Nein es ist nicht verwunderlich. Die Politik hat versagt. Von Anfang an. Nicht der Bürger.

Die 1921 erschienene philosophische Schrift »Zur Kritik der Gewalt« von Walter Benjamin, wo Benjamins Schicksalsbegriff Gestalt gewinnt, beeinflusste viele bedeutende Denker.

Weblink:

Die PestZur Kritik der Gewalt von Walter Benjamin und Herbert Marcuse

Samstag, 5. März 2016

»Was geschah im 20. Jahrhundert? Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft« von Peter Sloterdijk


Was geschah im 20. Jahrhundert?:
Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft

In seinem neuesten Werk »Was geschah im 20. Jahrhundert?: Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft« charakterisiert Peter Sloterdijk das 20. Jahrhundert als eine Epoche der »extremistischen Vernunft«. Das Werk ist eien essayisitiscxhe Zeitdiagnose und ein zeitgeschichtlicher Seinsbefund.

Peter Sloterdijk knüpft mit den sechs in diesem Bund vereinten, thematisch verbundenen Essays an seine monumentale Trilogie »Sphären« an: In ihr ging es um nicht weniger, als um eine Explikation der Entwicklung der Menschheitsgeschichte anhand dieses atmosphärisch-ökologischen Konzepts. Es erlaubt Sloterdijk, das 20. Jahrhundert in ebenso radikaler wie überrachender Weise neu zu beschreiben.

Sloterdijk analysiert diese Ära als eine Zeit der Erfüllungen: Das 20. Jahrhundert ist das Jahrhundert der triumphierenden Ungeduld, die zu allem fähig ist. Es ist das Jahrhundert des sofortigen Vollzugs, in dem das Standrecht der Maßnahmen sich an die Stelle von Geduld, Vertagung und Hoffnung setzt.

Diese Epoche kannte nie ein »Prinzip Hoffnung«, sondern immer nur ein Prinzip Sofort, das sich aus zwei kooperierenden Größen zusammensetzte, dem »Prinzip Ungeduld« und dem »Prinzip Gratis«. Diesen Prinzipien werden leitende Motive: Es geht von jetzt an immer darum, zu arbeiten, um nicht mehr arbeiten zu müssen.

Jede Anstrengung hat nur noch einen vorläufigen Charakter. Man ist zum letzten Mal geduldig, um endlich, nach dem großen Fund, nie mehr geduldig sein zu müssen. Der tiefste Traum Europas ist die Arbeitslosigkeit, die aus dem materiellen Wohlstand entspringt.



Sloterdijk demonstriert, dass solcher Traum nur gelingt, wenn er sich auf einen »universellen Schatz« stützen kann: den gesamten Erdball und dessen uneingeschränkte Ausbeutung. Wenn das 20. Jahrhundert die Verwirklichung dieser Träume auf die Tagesordnung gesetzt hatte, ohne diese Träume richtig gedeutet zu haben, lässt sich für das 21. Jahrhundert sagen, dass es mit einer neuen Traumdeutung beginnen muss. In dieser wird gefragt werden, auf welche Weise die Menschheit ihre Suche fortsetzt, ohne die wir nicht zu sagen wüssten, was das In-der-Welt-Sein für uns bedeutet.

Literatur:


Was geschah im 20. Jahrhundert?: Unterwegs zu einer Kritik der extremistischen Vernunft
von Peter Sloterdijk