Samstag, 30. Januar 2016

Über die Realisierbarkeit von Utopien

Der Begriff Utopie entstammt dem Titel De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia (Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia) des 1516 erschienenen Romans des englischen Staatsmanns Thomas Morus, der darin eine ideale Gesellschaft beschreibt, mit deren Hilfe er seinen Zeitgenossen einen kritischen Spiegel vorhält. Oft trifft man aber auch auf die vereinfachte Bezeichnung Utopia, welche eigentlich nur die Insel bezeichnet, auf der die Mitglieder der idealen Gesellschaft leben. Unter einer Utopie versteht man gemeinhin eine in die Zukunft gerichtete Vision. Thomas Morus' »Utopia« liegt jedoch nicht in der Zukunft, sondern in einer fernen Weltgegend. Erst im 18. Jahrhundert lässt sich eine Verzeitlichung der Utopie (Reinhart Koselleck) feststellen. Im heutigen Sprachgebrauch wird eine Utopie fast immer in der Zukunft verortet und selten in der Vergangenheit oder der räumlichen Ferne. Eine Utopie zeichnet sich im engeren Sinne dadurch aus, dass sie zur Zeit ihrer Entstehung als nicht sofort realisierbar gilt. Diese Unmöglichkeit der schnellen Realisierung gründet sich stets in einem (oder mehreren) der folgenden Gründe:
  • Die Utopie ist technisch nicht ausführbar, d. h. es wird erkannt, dass die technischen Möglichkeiten noch lange nicht so weit sind, bzw. es wird behauptet, diese würden auch in ferner Zukunft niemals ausreichend fortgeschritten sein, als dass sie den in der Utopie dargestellten Umständen gerecht werden könnten (siehe George Orwell, 1984 − [wobei es sich hierbei allerdings um eine Anti-Utopie oder Dystopie handelt] und auch Werner von Siemens, Über das naturwissenschaftliche Zeitalter).
  • Die Verwirklichung ist von einer Mehrheit oder Machtelite nicht gewollt oder wird von der Mehrheit der Bevölkerung als nicht wünschenswert abgelehnt.
  • Bei einem (überzeichneten) Gegenbild zur gesellschaftlichen Realität der Gegenwart muss auch erwogen werden, dass eine Realisierung der Utopie vom Autor gar nicht gewollt ist. Der Versuch einer Realisierung wäre dann eine tragische Fehlinterpretation seiner − möglicherweise ironischen − Absicht (siehe z.B. Morus' Utopia).

Peter Sloterdijks Kritik zur Flüchtlingspolitik

Mit deutlichen Worten kritisiert Peter Sloterdijk die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und geht auch mit den Medien hart ins Gericht. Wenn die Regierung mit ihrer Politik des Souveränitätsverzicht weitermache, sei eine „Überrollung Deutschlands“ nicht mehr aufzuhalten, prophezeit der Philosoph.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat das Handeln von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingskrise scharf kritisiert. „Die deutsche Regierung hat sich in einem Akt des Souveränitätsverzichts der Überrollung preisgegeben, diese Abdankung geht Tag und Nacht weiter“.

Peter Sloterdijk hat sich zur Flüchtlingspolitik auch in einem Gespräch mit dem Magazin Cicero (Februar-Ausgabe) zu Wort gemeldet. Sloterdijk stellt die Flüchtlingspolitik als Akt der Selbstzerstörung dar und behauptet: „Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung.“

Er behauptet einen Souveränitätsverzicht und konstatiert ängstlich eine „Überrollung Deutschlands“ und huldigt dem „Lob der Grenze“. Man habe das „Lob der Grenze“ nicht gelernt, in Deutschland. Und man glaube, in Deutschland, „eine Grenze sei nur dazu da, um sie zu überschreiten“.

Man ist geneigt, diese wenig hilfreiche Äußerung als reine Spiegelfechtererei zu betrachten. Diese Betrachtung des Problems und seine Flut-Rhetorik hat nicht das Geringste mit den Tatsachen zu tun. Das Problem wird sozusagen nur semantisch überlagert, denn souveräne Staaten müssen nicht überrollt werden.

Die Flüchtlingspolitik wird jedoch dadurch nicht besser, daß ein großer Metaphoriker wie Peter Sloterdijk sie mit einem Rucksack voller Angst im Gepäck kommentiert, nur um den Heimatlosen in Deutschland aus Angst vor Integration keine Heimat bieten zu können.

Weblinks:

„Es gibt keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung“ - www.cicero.de

Flüchtlingspolitik - http://frederikweitz.blogspot.de

«Was uns Sloterdijks Flutmetaphern lehren können» - blog.tagesanzeiger.ch

Samstag, 23. Januar 2016

Es gibt keine Utopien mehr

Eine Utopie ist immer auch wie eine Weltkarte. Utopie ist die Grundidee, die Verknüpfung von Traum und Vorhaben, von Illusion oder Wahn mit dem Politischen, mit dem Bezug zur Realtität.

»Eine Weltkarte, in der Utopia nicht verzeichnet ist, ist keines Blickes wert, denn sie unterschlägt die Küste, an der die Menschheit ewig landen wird.«
Oscar Wilde
Der moderne Gesellschaft sind Utopien abhanden gekommen, es gibt keine Utopien mehr, Dystopien dagegen sind auf dem Vormarsch. Damit einher geht der Verlust an utopischer Hoffnung. Wenn überhaupt, dann gibt es Werke, die schwanken zwischen Utopie und Dystopie.

In der westlichen, scheinbar postideologischen Gesellschaft, in der wir leben, stehen Utopien grundsätzlich unter Ideologieverdacht. Das trägt dazu bei, dass sich keiner mehr traut, eine Utopie durchzudenken, ohne eine Dystopie mit aufzubauen.

In welchem Zustand müssen sich Gesellschaften befinden, in denen man nicht dazu in der Lage ist, eine positive Zukunft zu entwerfen. Es herrscht da offenbar eine große Skepsis vor.

Viele werden sich sagen: Bloß keine Utopien mehr. - Das hat vielleicht damit zu tun, dass Dinge, die als utopische Entwürfe begonnen haben, dystopische Ausmaße angenommen haben. Das Standard-Beispiel ist der Kommunismus, aber man kann auch für Technologie sagen:

Da gab es eine utopische Hoffnung, dass alle besser, schöner und mit weniger Arbeit leben sollten, die reale Dystopie sind die Arbeitsverhältnisse von heute, die allgegenwärtige Überwachung, die Angst davor, die Technik nicht mehr zu verstehen, etc.

»Utopia« ist ein Roman von Thomas Morus, der erste utopische Roman überhaupt. Das Werk endet mit einem zweideutigen Satz, einem Schwanken zwischen Wunsch und Hoffnung: »Ich wünsche, daß es geschieht.« - das wäre der gehegte Traum. Aber Thomas Morus schließt mit dem Satz: »Freilich wünsche ich das mehr, als ich es hoffe.« - das geht mehr auf die Verwirklichung des Traumes.

Weblinks:

Philosophie Utopie ARTE 1 - www.youtube.com

Zwischen Freiheit und Ordnung - Lirabelle Blogsport - lirabelle.blogsport.eu

Utopia Roman von Thomas Morus:

Utopia
Utopia
von Thomas Morus

Utopia
Utopia
von Thomas Morus

Samstag, 16. Januar 2016

Thomas Morus‘ »Utopia« ist der Entwurf einer idealen Gesellschaft

»Utopia« von Thomas Morus



Thomas Morus‘ »Utopia« ist der Entwurf einer idealen Gesellschaft, die auf sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen, dem Streben nach Bildung, gemeinschaftlichem Besitz und demokratischen Grundzügen beruht. Aber kann ein solch gerechtes Staatswesen überhaupt existieren? Diese Frage beschäftigt auch heute noch Ökonomen, Philosophen und Schriftsteller.

Seine  Bewohner,  die Utopier,  leben in den Städten und sind  sozial in Gruppenverbänden geordnet.

Thomas Morus‘ »Utopia« ist der Entwurf einer idealen Gesellschaft, die auf sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen, dem Streben nach Bildung, gemeinschaftlichem Besitz und demokratischen Grundzügen beruht. Aber kann ein solch gerechtes Staatswesen überhaupt existieren? Diese Frage beschäftigt auch heute noch Ökonomen, Philosophen und Schriftsteller.

»Utopia« von Thomas Morus ist für eine Form des politischen Denkens der Neuzeit maßgebend geworden. Es verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen in der Lage sind, ihre soziale und politische Ordnung nach einem idealen Muster selbst zu gestalten. Und es geht davon aus, dass Bürger durch die politischen Institutionen, in denen sie leben, beeinflusst werden.

Samstag, 9. Januar 2016

»Utopia« von Thomas Morus

 

Der englische Staatsmann und Schriftsteller Thomas Morus war unter Heinrich VIII. Lordkanzler und wurde nach einem Zerwürfnis mit dem König 1535 in London hingerichtet. Sein bis heute berühmtestes Werk »Utopia«, das der literarischen Gattung der positiven Zukunftsvisionen den Namen gab, veröffentlichte er vor genau 500 Jahren im Jahr 1516.

Utopia
Utopia
von Thomas Morus



Darin berichtet ein Seemann, der sich lange in dem idealen Inselstaat Utopia aufgehalten haben will, von seinen Erlebnisse, die im oftmals vom Autor satirisch überspitzten Widerspruch zur Staatspraxis der Renaissance stehen. So ist in der Republik Utopia das Privateigentum abgeschafft, es gilt die Gleichheit zwischen den Menschen, niemand ist zum Kriegsdienst gezwungen, Geld und Gold sind verpönt.

Der 1516 entstandene Roman »Utopia« Ist ein visionäres Werk. Seine kühne Vision zielt auf eine soziale Utopie. Seine soziale Utopie erstreckt sich auf seine Vision von der besten Staatsverfassung und von der neuen Insel Utopia.

Thomas Morus' »Utopia« ist der Entwurf einer idealen Gesellschaft, die auf sozialer Gerechtigkeit für alle Menschen, dem Streben nach Bildung, gemeinschaftlichem Besitz und demokratischen Grundzügen beruht. Aber kann ein solch gerechtes Staatswesen überhaupt existieren? Diese Frage beschäftigt auch heute noch Ökonomen, Philosophen und Schriftsteller.

»Utopia« von Thomas Morus ist für eine Form des politischen Denkens der Neuzeit maßgebend geworden. Es verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass die Menschen in der Lage sind, ihre soziale und politische Ordnung nach einem idealen Muster selbst zu gestalten. Und es geht davon aus, dass Bürger durch die politischen Institutionen, in denen sie leben, beeinflusst werden.

»Utopia« von Thomas Morus

Utopia
Utopia
von Thomas Morus

Utopia
Utopia
von Thomas Morus

Sonntag, 3. Januar 2016

Star Wars“-Saga - eine geradezu klassische Mythologie

Mit der „Star Wars“-Saga erschuf George Lucas eine geradezu klassische Mythologie, die uns genau deshalb so fasziniert, weil sie grundlegende philosophische Fragen verhandelt: Wie geht die Gesellschaft mit Macht um? Worin liegt das Wesen der Furcht? Können wir uns unserer eigenen Endlichkeit stellen? Was ist die Natur des Konflikts zwischen Gut und Böse? Und welche Freiheit bewahrt das Individuum im Spiel des Schicksals und höherer Mächte?