Montag, 28. Juli 2014

Ludwig Feuerbach 1804 geboren

Ludwig Feuerbach wurde am 28. Juli 1804 in Landshut als Sohn des bedeutenden Rechtsgelehrte Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775 -1833) geboren. Ludwig Feuerbach war ein bedeutender deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts.

Er war ein deutscher Philosoph, dessen Religions- und Idealismuskritik bedeutenden Einfluss auf die Bewegung des Vormärz hatte und einen Erkenntnisstandpunkt formulierte, der für die modernen Humanwissenschaften, wie zum Beispiel die Psychologie, grundlegend geworden ist.

<a title="Ludwig Feuerbach-Biografie" href="http://www.die-biografien.de/biografien/226.php" target="blank">Ludwig Feuerbach</a> wurde auch bekannt als Philosoph, der eine materialistische Sicht der Welt hatte und der die Dialektik in seinen Betrachtungen als Denkmodell einführte.

1823 begann er in Heidelberg das Studium der Theologie. 1824 ging Feuerbach nach Berlin, wo er gegen den Widerstand des Vaters das Studienfach wechselte: Zwei Jahre lang hörte er sämtliche Vorlesungen, die Hegel in dieser Zeit hielt, die Logik sogar zweimal.

Im Juni 1828 promovierte er in Philosophie, am Ende desselben Jahres folgte die Habilitation. Wenige Wochen danach begann er, als unbesoldeter Privatdozent in Erlangen zu lehren.

Feuerbach griff mit einer Reihe von Rezensionen und Aufsätzen, von denen einige zu seinen wichtigsten Schriften zählen, so »Zur Kritik der positiven Philosophie« (1838) und »Zur Kritik der Hegelschen Philosophie« (1839), in die geistig-ideologischen Auseinandersetzungen der Restaurationszeit ein.

Die heftige Polemik gegen die als rückwärtsgewandt und unredlich kritisierte „Christentümelei“ der Restauration veranlasste ihn, dem Phänomen Religion auf den Grund zu gehen. Zwei Jahre lang, von 1839 bis 1841, arbeitete er am Hauptwerk »Das Wesen des Christentums«. Das Werk erschien im Frühjahr 1841 im Verlag Otto Wigand in Leipzig und machte Feuerbach schlagartig berühmt.

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<table width="60%" border="0">
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<blockquote><center>

<i>"Zu einem vollkommenen Menschen
gehört die Kraft des Denkens,
die Kraft des Willens,
die Kraft des Herzens."</i>
<p align="right"><a title="Ludwig Feuerbach-Zitate" href="http://www.die-zitate.de/personen/226.php" target="blank">Ludwig Feuerbach</a></p>

</center></blockquote>

</td>
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</table>
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Feuerbach deutete in seinem Werk »Das Wesen des Christentums« (1841) die Gedanken Martin Luthers, wenn auch in keineswegs gläubigen Sinn, daß der anch Gottes Ebenbild geschaffene Mensch umgekehrt das Göttliche nach seinem eigenen Ebenbild schafffe. Er erklärte die Religion für einen Traum des Menschen: Was der Mensch Gott nenne, sei das Wesen des Menschen selbst.

Durch seine in der Zeit der Restauration in breiten Kreisen als befreiend empfundene Religions- und Idealismuskritik wurde Feuerbach zur intellektuellen Leitfigur der Dissidentenbewegungen des „Vormärz“.

Ab 1842 erhielt er eine Reihe von Angeboten zur Mitarbeit an Zeitungen und Zeitschriften des oppositionellen Spektrums (so auch von der „Rheinischen Zeitung“). Er nahm keines wahr, eine Absage erteilte er 1843 auch Karl Marx, als dieser ihn für die in Paris erscheinenden (sehr kurzlebigen) "Deutsch-französischen Jahrbücher" gewinnen wollte. Marx ließ allerdings »Das Wesen des Glaubens im Sinne Luthers« im Pariser Vorwärts! abdrucken.

Durch Lektüren und die Bekanntschaft mit einem Handwerksburschen entdeckte Feuerbach auch selbst die frühkommunistische Bewegung, die ihn begeisterte.

1845 erhielt Feuerbach von seinem Verleger Otto Wigand das Angebot, seine Schriften in einer Werkausgabe zu versammeln. Bis 1866 erreichten diese »Sämmtlichen Werke« zehn Bände. Der erste erschien bereits 1846. Feuerbach überarbeitete alle seine Bücher aus den dreißiger Jahren, um der inzwischen vollzogenen Abkehr von der Hegelschen Philosophie Rechnung zu tragen. Auch das inzwischen in zweiter Auflage erschienene Wesen des Christentums unterzog er einer nochmaligen Revision.

Nach dem Ausbruch der März-Revolution 1848 wurde Feuerbach von mehreren Seiten dazu aufgefordert, für das Frankfurter Paulskirchenparlament zu kandidieren. Er unterlag zwar einem örtlichen Advokaten, ging aber dennoch als Beobachter nach Frankfurt.

Seit dem Erscheinen des »Wesen des Christentums« war Feuerbachs Privatleben wesentlich bewegter als zuvor. Er ging häufiger auf Reisen.

Der preußisch-österreichische Krieg 1866 erschütterte Feuerbach zutiefst. Anders als früher verfolgte er jetzt mit gespannter Aufmerksamkeit das politische Geschehen. Bismarcks Einigungspolitik lehnte er entschieden ab, weil sie auf Gewalt gestützt war und in seinen Augen keine Freiheit brachte, hingegen studierte er den ersten Band von Marx’ »Kapital« kurz nach dessen Erscheinen und begeisterte sich für die in Amerika aufkommende Frauenbewegung.

Ludwig Feuerbach starb am 13. September 1872 in Schoppershof bei Nürnberg.

Weblinks:

<a title="Ludwig Feuerbach-Biografie" href="http://www.die-biografien.de/biografien/226.php" target="blank">Ludwig Feuerbach-Biografie</a> - <a title="Biografien-Portal, Biografien, Biographien" href="http://www.die-biografien.de">Biografien-Portal</a> www.die-biografien.de

<a title="Ludwig Feuerbach-Zitate" href="http://www.die-zitate.de/personen/226.php" target="blank">Ludwig Feuerbach-Zitate</a> - <a title="Zitate, Aphorismen, Weisheiten, Sprüche" href="http://www.die-zitate.de">Zitate-Portal</a> www.die-zitate.de


Sonntag, 27. Juli 2014

Der Gedanke von der »Wiederkunft des Gleichen«

In der Philosophie kennt man den Gedanken von der »Wiederkunft des Gleichen«, der Fortschrittsgläubigen widerstrebt: Dass sich die Dinge wiederholen und Ereignisse nicht einmalig sind, sondern zyklisch wiederkehren.

Friedrich Nietzsche hat poetische Worte dafür gefunden: "Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins. Alles bricht, Alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins."

Die Verse werden im "Zarathustra" übrigens von Tieren vorgetragen und Zarathustra bespöttelt sie als "Leier-Lied". Nietzsche selbst sah die Wiederkunft-Idee aber als "mächtigsten Gedanken" an - was noch kein Beweis für die Richtigkeit ist.

Oswald Spengler vertrat eine Zyklentheorie der Kultur, die in "Der Untergang des Abendlandes" von 1918 kulminierte - ein teils hellsichtiges Buch, das von Rechtskonservativen und Nazis gefeiert, aber auch von Theodor W. Adorno verteidigt wurde. Gilles Deleuze hat in "Differenz und Wiederholung" Nietzsches Konzept zur komplexen "Wiederkehr des Differenten" ausgebaut.

Nun führt kein direkter Weg von der Philosophie zu den akuten Krisen. Aber offenbar kann das Vergleichs-Tier Mensch tatsächlich nichts anders, als den zeitlosen Gedanken von der Wiederkunft des Gleichen oder zumindest Ähnlichen - in konkreter Form - immer wieder hervorzukramen und zu erwägen.


Literatur, die man gelesen haben sollte:

Also sprach Zarathustra
Also sprach Zarathustra
von Friedrich Nietzsche


Zarathustra
Zarathustra von Friedrich Nietzsche

Samstag, 26. Juli 2014

Hegels Dialektik

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Als Gott einst aus sich selbst heraus die Natur hervorbrachte, da hat er zugleich, indem er sie gestaltet und seither sie schöpferische durchwaltet, sich seiner selbst in die Materie hinein entäußert. Anstatt "Gott" sagt Hegel ja oft auch "die Idee".

Folglich faßt er die physikalische Natur aus als "die Idee in der Form des Andersseins". Vorher war die Gott-Idee bei sich selbst; numher befindet sie sich im Zustand äußerster Selbstentfremdung: als Formkraft innerhalb der Natur ist sie sich selbst fremd geworden.

Darin liegt für Hegel der Ansatz seines Philosophierens. Denn nunmehr lautet das Hauptproblem. Wie kommt Gott aus dieser Selbstentfremdung zu sich selbst und somit zum Selbstbewußtsein, wie kommt er aus dieser freiwilligen Gefangenschaft im Weltstoff zurück zur Freiheit? - Rein logisch gibt Hegel zunächst die Antwort mittels spezifischer Dialektitk. Am Anfang steht Gott als These in seinem "Ansichsein", danach setzte er sich selbst als Antithese zu seinem Gegenstand, schließlich wird der aufgehoben als Synthese zu seinem Geist. Dieser Gottgeist ist es nun, dessen Schicksalsweg sich Hegel zum Hauptthema seines Welterklärungssystems erkor.

In der hegelschen Philosophie ist die Dialektik nicht nur die Art, wie sich unser Denken vollzieht, sondern die Dialektik ist die Form, in der das ganze Sein sich entwickelt. Und weiter: Die dialektische Selbstbewegung unseres Denkens und die dialektische Selbstbewegung der Wirklichkeit seien im Grunde ein und derselbe Vorgang.

Für Hegel ist bereits der antike Philosoph Heraklit ein früher Dialektiker. Der Logos als das Prinzip der Welt besteht für Heraklit im Streit (polemos) als „Vater aller Dinge“. Die sich ständig wandelnde Welt ist geprägt von einem Kampf der Gegensätze, vom ewigen Widerspruch der Polaritäten. Im Gegensatz zeigt sich eine „tieferliegende, verborgene Einheit, ein Zusammengehören des Verschiedenen“. Hegel verbindet seine Methode mit dem Begriff der Dialektik.


Seit der »Phänomenologie des Geistes« gilt ihm die dialektische Bewegung als das eigentlich Spekulative, „den Gang des Geistes in seiner Selbsterfassung.“ Darin ist die Dialektik „das treibende Moment des Vernünftigen innerhalb des Verstandesdenkens, durch das sich der Verstand schließlich selbst aufhebt.“ Was oft Hegels Dialektik genannt wird, ist für ihn Logik. Das Wahre oder der Begriff, er sagt auch das Logisch-Reelle, besteht dabei wesentlich aus drei Momenten. Diese können nicht voneinander abgesondert betrachtet werden.

Was bereits Heine dem grauen Spinnweb der Hegelschen Dialektik vorwarf, war ihre Lebensferne - die Entfremdung der Theorie. Dahinter verbirgt sich das Problem der Theorievermittlung an das Volk, das Problem der Popularisierung.

„Das Logische hat der Form nach drei Seiten: α) die abstrakte oder verständige, β) die dialektische oder negativ-vernünftige, γ) die spekulative oder positiv-vernünftige.“ G. W. F. Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse


Weblinks:

Philosophie Hegels - Philolex - www.philolex.de

Georg Wilhelm Friedrich Hegel - Die Welt ist Geist - Youtube - www.youtube.com

Phänomenologie des Geistes
Phänomenologie des Geistes
von Georg Friedrich Wilhelm Hegel

Mittwoch, 23. Juli 2014

»Phänomenologie des Geistes« - ein Werk des deutschen Idealismus


Die kühnsten Denkgebäude der Philosophiegeschichte entstanden im Deutschen Idealismus. Der Leitgedanke dabei war, dass der Geist die Welt nicht nur erkennt, sondern in gewisser Weise auch selbst hervorbringt. Bei Kant und Fichte tut dies der Geist des Menschen; bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist es der absolute Geist, der die Welt, wie wir sie kennen, erschafft.

Hegels »Phänomenologie des Geistes« ist nicht nur kompliziert, es ist vielleicht sogar das komplizierteste, unverständlichste Buch der ganzen Philosophiegeschichte. Es betrachtet die Gesellschaft aus dem Blickwinkel der Totalität.


Hegel unternimmt auf etwa 600 Seiten den Versuch, die Erscheinungsweisen des menschlichen Geistes zu untersuchen: von Wahrnehmung über Verstand, Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Vernunft, Geist und Religion bis zum "absoluten Wissen", der Philosophie.


Hegel vollendete die Schrift in Jena gerade zu jener Zeit, als Napoleon sich anschickte, den Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage beizubringen. Kein Wunder, dass Hegel in Napoleon den "Weltgeist zu Pferde" vorbeireiten zu sehen meinte.


Hegels Werk ist nicht nur - neben Fichtes und Schellings - eine weitere Ausformung des deutschen Idealismus, sondern außerdem eines der bekanntesten und meistkommentierten Werke der Philosophie überhaupt. Vor allem dank des Prinzips der Dialektik:

Aus einer Folge von Negationen entwickelt sich der Geist, aber auch die Wirklichkeit zu immer höheren Formen. Dies lässt sich in den kleinsten Erscheinungen der Natur ebenso beobachten wie in der Geschichte der Menschheit. Hegels Ruhm mehrte sich mit seinen Kritikern und Interpreten. Zu den bekanntesten gehört Karl Marx, der einige Elemente von Hegels Systems "vom Kopf auf die Füße" stellen wollte.


Weblinks:

Philosophie Hegels - Philolex - www.philolex.de

Georg Wilhelm Friedrich Hegel - Die Welt ist Geist - Youtube - www.youtube.com


Literatur:

Phänomenologie des Geistes
Phänomenologie des Geistes
von Georg Friedrich Wilhelm Hegel