Samstag, 22. Februar 2014

Kants »Kopernikanischen Wende« in der Erkenntnistheorie

Die Erfolgsgeschichte der modernen Naturwissenschaften vor Augen, wollte Kant auch die Philosophie, insbesondere die Metaphysik auf den sicheren Weg einer Wissenschaft bringen. Das Ergebnis war jedoch die wohl wirkungsvollste und nachhaltigste Zerstörung metaphysischen Denkens in der neuzeitlichen Philosophie.

Kant sprach von einer »Kopernikanischen Wende«. Sie sollte dadurch herbeigeführt werden, dass die philosophische Erkenntnis sich von den Gegenständen selbst auf die Möglichkeit der Erkenntnis derselben zurückwendet. »Kritik der reinen Vernunft« bedeutet daher vor allem Selbstprüfung des menschlichen Erkenntnisvermögens hinsichtlich seiner Grenzen und Erkenntnismöglichkeiten.

Kants für die moderne Philosophie grundlegende Einsicht war, dass erfahrungsunabhängige, also metaphysische Erkenntnis nur in der Einschränkung auf die formalen Bedingungen möglicher Erfahrung beweisbar und damit alle traditionelle Metaphysik nichts als Scheinwissenschaft ist.

Grundvoraussetzung für dieses Projekt ist die Rückführung aller gültigen Erkenntnis auf die im Subjekt angelegten Bedingungen. So wie Raum und Zeit keine Gegenstände, sondern reine, subjektive Anschauungsformen möglichen Gegebenseins von konkreten empirischen Erscheinungen sind, so sind auch die reinen Verstandesbegriffe bloß formale Bedingungen der Einheit möglicher Objekte. Wir erkennen nie die Dinge an sich selbst, sondern nur die Erscheinungen, das heißt die Gegenstände, wie sie uns durch die formalen Bedingungen unseres Erkenntnisvermögens gegeben sind.

Kant hat in der Erkenntnistheorie eine »Kopernikanische Wende« vollzogen - er selbst sprach von einer »Revolution der Denkart«. Er hat erkannt, dass es durch die Art und Weise menschlichen Erkennens bedingt ist, wie die Gegenstände menschlicher Erfahrung beschaffen sind. Ausserdem hat er gezeigt, wie menschliche Erkenntnis auf den Raum möglicher Erfahrungen begrenzt ist. Wo die Vernunft diese Grenzen möglicher Erfahrungen überschreitet, verwickelt sie sich notwendig in Widersprüche. Die Ursache dieser Widersprüche aufzuzeigen, ist das Ziel der transzendentalen Dialektik, der Logik des Scheins.

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Kritik der reinen Vernunft
Kritik der reinen Vernunft
von Immanuel Kant
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Samstag, 15. Februar 2014

Kant als wichtiger Denker der deutschen Aufklärung

Mit seinem kritischen Denkansatz »Sapere aude« – »Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!« ist Immanuel Kant der wohl wichtigste Denker der deutschen Aufklärung. Sein Denkansatz blieb nicht ohne Folgen für seine theoretischen Betrachungen über die Gewinnung von Erkenntnis.

Üblicherweise unterscheidet man bei seinem philosophischen Weg zwischen der vorkritischen und der kritischen Phase, weil seine Position sich spätestens mit Veröffentlichung der »Kritik der reinen Vernunft« erheblich verändert hat. Noch bis in die 1760er Jahre kann man Kant dem Rationalismus in der Nachfolge von Leibniz und Wolff zurechnen. Kant selber charakterisierte diese Zeit als "dogmatischen Schlummer".

»Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!«
In seiner (zweiten) Dissertation im Jahre 1770 ist bereits ein deutlicher Bruch erkennbar. Neben dem Verstand ist nun auch die Anschauung eine Erkenntnisquelle, deren Eigenart zu beachten ist. Wer Verstandeserkenntnis als anschauliche Erkenntnis ausgibt, begeht das vitium subreptionis, den Fehler der Erschleichung.

Die Dissertation und die Berufung an die Universität führen dann zu der berühmten Phase des Schweigens, in der Kant seine neue, als Kritizismus bekannte und heute noch maßgeblich diskutierte Erkenntnistheorie ausarbeitet. Erst nach elf Jahren intensiver Arbeit wurde diese dann 1781 in der »Kritik der reinen Vernunft« veröffentlicht.

Nachdem der philosophische Denker die Frage beantwortet hatte, welche Bedingungen der Möglichkeit der Erkenntnis zugrunde liegen, kann Kant sich auf dieser Grundlage schließlich im Alter von 60 Jahren den für ihn eigentlich wichtigen Themen der praktischen Philosophie und der Ästhetik zuwenden.

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Kritik der reinen Vernunft
Kritik der reinen Vernunft
von Immanuel Kant
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Mittwoch, 12. Februar 2014

Immanuel Kant 1804 gestorben


Immanuel Kant

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant starb am 12. Februar 1804 in seiner Heimatstadt Königsberg. Immanuel Kant war ein berühmter deutscher Philosoph des 18. Jahrhunderts und liberaler Denker der Aufklärung. Kant gilt auch als Philosoph der Pflicht und des kategorischen Imperativs und zumal ist er der Vordenker der preußischen Tugenden.

1770 wurde er Professor für Logik und Metaphysik an der »Albertina«, der Universität von Königsberg, an welcher er von 1786 und 1788 auch Rektor war. Schwerpunkte seiner Philosophie und Lehrtätigkeit im Zeichen der Aufklärung waren die Themen Ethik, Logik und Metaphysik.

Kant war ein machtvoller Zertrümmerer aller spekulativen Systeme. Nach der Lehre Kants haben sich alle Gedanken und Theorien vor dem Tribunal der Vernunft zu behaupten, um gesicherte Erkenntnis zu werden. Schließlich steht auch die Vernunft vor diesem Gericht und wird Selbstkritik.

Der aufklärerische Philosoph Kant untersuchte die Möglichkeit und Grenzen menschlicher Erkenntnis und begründet philosophisch eine neue Ethik und Metaphysik. Kant sagte, dass der Mensch die Welt, wie er sie wahrnimmt, mit Begriffen füllt. Kernpunkt seiner Ethik ist der »kategorische Imperativ«, der verallgemeinerbare Prinzipien für das sittliche Handeln fordert.


Aufklärung ist der Weg des Menschen
aus seiner sebstverschuldeten Unmündigkeit.
Seine Aufklärung verfolgte einen metaphysischen Ansatz und war eine Aufklärung der reinen Anschauung. Kants theoretischer Ansatz zur Begründung der Metaphysik ist der Beweis der Existenz Gottes. Kant versuchte, zu beweisen, dass alle bisherigen Beweise für die Existenz Gottes nicht tragfähig sind, und entwickelt eine eigene Version des ontologischen Gottesbeweises, die diesen Mängeln abhelfen soll.

Die »Kritik der reinen Vernunft« ist das erkenntnistheoretische Hauptwerk des deutschen Philosophen Immanuel Kant. Sie kennzeichnet einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und den Beginn der modernen Philosophie.

Mit seinem Hauptwerk »Kritik der reinen Vernunft« von 1781 begründete er die neue idealistische Erkenntnistheorie. Zwar geht er von einer Welt der Dinge an sich aus, über die wir jedoch nichts auszusagen vermögen, da wir sie nur so wahrnehmen, wie sie uns die Formen der reinen Anschauung und die Kategorien des Verstandes liefern.

Die »Kritik der reinen Vernunft« ist die Gründungsschrift für den deutschen Idealismus von Fichte, Hegel und Schelling. Sein Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" hat dem philosophischen Denken die Nüchternheit der Moderne verschafft.

Niemand hat Denken und Wertvorstellungen der Deutschen nachhaltiger beeinflusst als Immanuel Kant - der "typisch deutsche" Hang zum Grübeln etwa oder das preußische Pflichtbewusstsein.

Kant lebte und lehrte Zeit seines Lebens in Königsberg und gilt als sog. »Stubengelehrter«. Das Grabmal Immanuel Kants befindet sich am Königsberger Dom.

Weblinks:

Immanuel Kant-Biografie - Biografien-Portal - www.die-biografien.de

Immanuel Kant-Zitate - Zitate-Portal - www.die-zitate.de


Literatur:

Kants Welt: Eine Biographie
Kants Welt: Eine Biographie von Manfred Geier

Sonntag, 9. Februar 2014

Johann Gottlieb Fichte war die schillerndste Figur des Deutschen Idealismus

Johann Gottlieb Fichte

Der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte gilt als einer der Begründer und bedeutender Vertreter des Deutschen Idealismus. Diese Denkrichtung kam um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert in Deutschland als die vorherrschende philosophische Strömung auf, welche sich zur Aufgabe gesetzt hatte, in einem die verschiedenen philosophischen Sparten (Erkenntnistheorie, Logik, Naturphilosophie, Ethik, Staatslehre und Metaphysik) umfassenden Gesamtentwurf („System“) das Ganze der Welt auf „wissenschaftliche“ Weise erschöpfend zu erkennen und darzustellen.

„Alles Neue, Große und Schöne, das vom Anbeginn der Welt an in die Welt gekommen, und was noch bis an ihr Ende in sie kommen wird, ist durch die göttliche Idee in sie gekommen, die in einzelnen Auserwählten sich ausdrückt.“

Johann Gottlieb Fichte


Beginn und Ausgangspunkt des Deutschen Idealismus stellt die Philosophie Immanuel Kants dar. In der Auseinandersetzung mit den von ihm aufgeworfenen Problemen entstand vor allem zwischen den Jahren 1781 (Erscheinen der »Kritik der reinen Vernunft«) und 1831 (Tod Hegels) eine Fülle sich abwechselnder Systementwürfe. Als zentral gelten die philosophischen Systementwürfe der deuschen Philosophen Fichte, Hegel und Schelling.

Die Begegnung mit Immanuel Kant, sowohl mit dessen Philosophie als auch mit dem Königsberger "Philosophengott" persönlich, wurde zu einem zentralen Erlebnis in Fichtes Leben. Er bekannte sich fortan als SchülerKant und wurde zum "Kantianer". - Später allerdings überführte er das Denken Kants, welches die Ansprüche der spekulativen Metaphysik zu begrenzen versucht hat, in eine neue Art von spekulativer Metaphysik - in die Philosophie des "Deutschen Idealismus".

Fichte war zwar längst nicht so einflussreich wie andere Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts, wie Kant und Hegel, seine Philosophie war dafür aber von höherer Strahlkraft. Seinen Platz in der Philosophiegeschichte hat der systemische Denker dennoch sicher. Fichte war die schillerndste Figur des Deutschen Idealismus - ein Bündel von Widersprüchen - verletzend, doch auch aufrührerisch und aktionistisch.

Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte Biografie - Biografien-Portal www.die-Biografien.de

Deutschen Idealismus - Wikipedia

Johann Gottlieb Fichte-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft - Fichte-Gesellschaft - www.fichte-gesellschaft.de

Literatur-Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
von Manfred Kühn
Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
von Wilhelm G. Jacobs

Mittwoch, 5. Februar 2014

Johann Gottlieb Fichte und seine Philosophie

Johann Gottlieb Fichte

Der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen und als Vertreter des deutschen Idealismus. Johann Gottlieb Fichte ist einer der bedeutendsten deutschen Philosophen gleichrangig neben Kant, Hegel, Marx.

Fichte gilt als der Vater des deutschen Idealismus und war von größtem Einfluß auf das Kultur- und Geistesleben im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert und die deutsche Klassik. Aber dennoch ist der Verfasser der bahnbrechenden »Wissenschaftslehre« und der »Reden an die deutsche Nation« bis heute ein weitgehend Unbekannter.

»Was für eine Philosophie man wählt, hängt davon ab, welch ein Mensch man ist.«

Erste Einleitung in die Wissenschaftslehre, 1794


Johann Gottlieb Fichte gehört zu den interessantesten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er beeindruckt durch die Kühnheit seiner Gedanken und die Wucht seines philosophischen Entwurfs. Die Welt ist für ihn kein statisches System, sondern dynamischer Ausdruck eines Handelns. Fichte versuchte, Gott und die Welt aus dem Bewusstsein als solchem zu verstehen.

Sein Denken und Werk ist gekennzeichnet durch seine Auseinandersetzung mit der Ethik und Erkenntnisphilosophie Kants. Unter dem Druck von Argumenten, die gegen Kant vorgebracht worden waren, ist Fichte zu seiner eigentümlichen Konzeption von Transzendentalphilosophie geführt worden, die er dann konsequent fortentwickelt hat: Das "Postulat der Freiheit" erzwingt einen "Idealismus aus einem Stück", eine Transzendentalphilosophie ohne dualistische Prämissen.

Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte Biografie - Biografien-Portal www.die-biografien.de

Johann Gottlieb Fichte-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft - Fichte-Gesellschaft - www.fichte-gesellschaft.de

Literatur-Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
von Manfred Kühn

Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
von Wilhelm G. Jacobs