Dienstag, 21. Januar 2014

Johann Gottlieb Fichte - 200.Todestag

Johann Gottlieb Fichte

Der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte starb vor 200 Jahren am 29. Januar 1814 in Berlin. Fichte gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen und als Vertreter des deutschen Idealismus. In der Entwicklung der Geistesgeschichte der Philosophie des Idealismus vollzog sich der klassische Dreischritt Kant - Fichte - Hegel. Fichte repräsentiert den Übergang der Philosophie von Kant zu Hegel.

Er studierte zunächst Theologie und war als Hauslehrer tätig, bevor er 1770 von der Philosophie Immanuel Kants beeinflusst wurde und sein weiteres Wirken selbst der Philosophie widmete. Der Denker des Idealismus gehört zu den interessantesten Figuren der deutschen Geistesgeschichte, denn er beeindruckte durch die Kühnheit seiner Gedanken und die Wucht seines philosophischen Entwurfs. Die Welt ist für ihn kein statisches System, sondern dynamischer Ausdruck eines Handelns. Fichte versuchte, Gott und die Welt aus dem Bewusstsein als solchem zu verstehen.

»Das System der Erfahrung ist nichts anderes als das mit dem Gefühl der Notwendigkeit begleitete Denken.«
Johann Gottlieb Fichte ist einer der bedeutendsten deutschen Philosophen gleichrangig neben Kant, Hegel, Marx, und er ist der Vater des deutschen Idealismus, von größtem Einfluß auf das Kultur- und Geistesleben im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert und die deutsche Klassik. Aber dennoch ist der Verfasser der bahnbrechenden »Wissenschaftslehre« und der »Reden an die deutsche Nation« bis heute ein weitgehend Unbekannter.

Seiner Mitwelt machte es Fichte nicht leicht: nicht nur durch seine mitunter schroffe Art, die er, aus einfachsten Verhältnissen stammend, als Schutzwall um sich errichtet hatte; auch mit seiner neuartigen Ich-Philosophie, die kaum einer seiner Zeitgenossen verstand. Seine Parteinahme für die Französische Revolution und seine unbestechliche Haltung im sogenannten »Atheismusstreit« kosteten ihn seinen Lehrstuhl in Jena.

Fichte war jedoch nicht nur Philosoph und Gelehrter. Er war auch ein politisch engagierter Schriftsteller und Redner. Theorie war ihm nicht genug. Er verstand sich selbst hauptsächlich als ein Mann der Praxis. Heinrich Heine schrieb über ihn: "Bei Kant hatten wir nur ein Buch zu betrachten. Hier aber kommt außer dem Buch ein Mann in Betrachtung; in diesem Mann sind Gedanke und Gesinnung eins, und in solch großartiger Einheit wirken sie auf die Mitwelt." Fichte erscheint vielen Zeitgenossen als ein Mann "aus einem Guss".

Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte Biografie - Biografien-Portal www.die-Biografien.de

Johann Gottlieb Fichte-Zitate - Zitate-Portal www.die-zitate.de

Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft - Fichte-Gesellschaft - www.fichte-gesellschaft.de

Literatur-Weblinks:

Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
Johann Gottlieb Fichte: Ein deutscher Philosoph
von Manfred Kühn

Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
Johann Gottlieb Fichte: Eine Biographie
von Wilhelm G. Jacobs

Sonntag, 12. Januar 2014

1654 war für Blaise Pascal ein Jahr der Krise und ein Jahr der Gnade

Blaise Pascal

Das Jahr 1654 war für den französischen Mathematiker und Physiker Blaise Pascal ein Jahr der Krise und ein Jahr der Gnade.

Pascal beschäftigte sich zunächst mit weiteren mathematischen Problemen und publizierte 1654 verschiedene Abhandlungen: den »Traité du triangle arithmétique« über das Pascalsche Dreieck und die mathematische Abhandlung »Adresse à l´Académie pariesienne de mathématique«, in der er seine Theorie der Wahrscheinlichkeitsrechnung (»Géometrie du hasard«) ankündigt.

Im Sommer 1654 schien Pascal dann in immer tiefere Melancholie zu versinken. Er äußerte "tiefe Weltverachtung" und einen "nahezu unerträglichen Ekel vor allen Menschen, Handschrift Memorialdie in ihr leben".

Zu dieser Zeit verlor er beinahe sein Leben bei einem Unfall. Das Pferd, welches seine Kutsche zog, schlägt aus, so daß er mit der Kutsche an einer Brücke über der Seine hängt. Obwohl er ohne Kratzer gerettet wird, greift es ihn psychisch stark an.

Nicht lange danach kam zu einer Wiederannäherung an seine fromme Schwester Jacqueline, der er seine Verwirrung bekannte.

In dieser betrübten Situation kam ein Erweckungserlebnis für ihn gerade recht. In einer Novembernacht 1654 ließ ein religiöses Offenbarungserlebnis Blaise Pascal zu einem beherzten Streiter für das Christentum werden.

In der Nacht des 23. November 1654 hatte Pascal ein Offenbarungserlebnis, das er noch nachts auf einem erhaltenen Blatt Papier, dem »Mémorial« (Erinnerungsblatt), aufzuzeichnen versuchte.

Weblink:

Gedanken
Gedanken
von Blaise Pascal

Samstag, 11. Januar 2014

Philosophie über das Leben in der Massengesellschaft

In der Massengesellschaft lebt nach Heidegger der Einzelne nicht sein Leben.

»Das Dasein steht im alltäglichen Miteinandersein in der Botmäßigkeit der Anderen. Nicht er selbst ist, die Anderen haben ihm das Sein abgenommen.«

Heidegger nennt dieses Herrschaft des »Man«. Menschliches Dasein sei unter diesen Umständen Verfallenheit, uneigentliches Dasein, Uneigentlichkeit.

Mit anderen Worten: Der Mensch lebt kein selbstbestimmtes, selbstgestaltetes Leben. Das in der Gesellschaft allgemein übliche wird lediglich übernommen.

Sein Gegenentwurf zu den unkritischen Massen ist die individuelle Existenz: Das menschliche Leben habe sein Wesen auch darin, »dass es sein Sein als seiniges zu sein hat«. Unser Dasein ist vor allem »das Seiende, das wir je selbst sind«.

Aber für viele Menschen bleibt die individuelle Existenz in der Massengesellschaft auch nur ein unerfüllter Traum.